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Landkreis Landsberg

19.05.2019

Warum musste Alpaka Santos sterben?

Seit 2015 hält Familie Hipp in Grünsink Alpakas. Allerdings trauern Cornelia und ihr Mann Armin Hipp um eines der Tiere. Santos wurde im März offenbar vergiftet.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Seit vier Jahren halten Cornelia und Armin Hipp Alpakas auf ihrem Hof in Grünsink. Ende März liegt eines der Tiere plötzlich tot im Stall. Es war Gift im Spiel...

Diesen Morgen Ende März wird Cornelia Hipp aus Grünsink nicht so schnell vergessen. Als sie gegen 6.15 Uhr an diesem Tag in den Stall ging, lag Alpaka-Wallach Santos tot im Heu. „Alles war voller Blut“, erinnert sich die 40-Jährige. Weil keine äußerlichen Verletzungen zu sehen waren und auch der Tierarzt nichts feststellen konnte, wurde das Tier obduziert – ohne Ergebnis. Erst ein toxikologisches Gutachten der LMU München lieferte jetzt den Grund: Santos wurde vergiftet. Ein Unbekannter muss ein Mäuse- und Rattengift auf der Weide bei Grünsink verteilt haben. Jetzt haben die Besitzer Angst um die Herde.

Seit 2015 leben die Alpakas auf dem Hof von Cornelia und Armin Hipp im Hofstettener Ortsteil Grünsink. Damals holten die beiden den Wallach Ferdinand und die Stute Susi zu sich. Wenige Wochen später trafen zwei weitere Stuten auf dem Hof ein, weil sich die beiden anderen Tiere so allein fühlten. Bis Ende März 2019 lebten acht Alpakas auf dem Hof. Sie sind die meiste Zeit auf der Weide, sagt Cornelia Hipp. „Alpakas sind Fluchttiere.“ Nur selten zögen sie sich in den Stall zurück. Nachdem sie die Nachricht erhalten hatte, dass Santos vergiftet wurde, erstattete Cornelia Hipp umgehend Anzeige bei der Landsberger Polizei. Weil Tiere als Sache angesehen werden, wurde dort eine Anzeige wegen Sachbeschädigung entgegengenommen.

Die Hipps hoffen auf Zeugen

Cornelia und Armin Hipp hoffen jetzt, dass sich Zeugen finden, die den möglichen Täter in der Nacht vom 24. auf den 25. März beobachtet oder etwas Verdächtiges wahrgenommen haben. Gleichzeitig haben sie auch auf ihrem Hof Änderungen vorgenommen. Bisher durften Besucher einfach vorbeischauen, mittlerweile sei der Besuch der Alpakas nur noch nach telefonischer Terminvereinbarung möglich. „Wir sind einfach vorsichtiger geworden.“

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Cornelia Hipp glaubt, dass der Täter Giftweizen verwendet hat, den Santos gefressen hat. Der Wirkstoff des Giftes müsse, wie bei Rattengift üblich, die Blutgerinnung im Körper gehemmt haben. Das würde erklären, warum dem Wallach unter anderem aus dem Mund Blut gelaufen war. Eine Überdosis Rattengift kann in der Regel bei Hunden, Katzen und Kindern zum Tod führen. Der Wallach Santos wäre heuer sechs Jahre alt geworden. Cornelia Hipp beschreibt ihn als schüchtern und sehr vorsichtig. „Er war aber ein guter Kerl, und er fehlt einfach“, sagt die 40-Jährige. Ein weiteres Tier anschaffen möchte sie nicht. Zwei der Stuten seien trächtig und so werde die Herde demnächst auf neun Tiere anwachsen. Die Alpakas machen alles gemeinsam und brauchen viel Auslauf. Auf der Weide gibt es sogar einen Aussichtshügel, von dem aus die Vierbeiner gern ihre Umgebung betrachten.

Anfang Oktober 2017 haben Cornelia und Armin Hipp ihren Hofladen eröffnet. Die Wolle der Alpakas kann als Füllmaterial für Bettdecken, zum Stricken oder zur Seifenherstellung verwendet werden. Besonders weich aber ist die Baby-Alpaka-Wolle, mit der sich für Allergiker geeignete Handschuhe, Mützen oder Stulpen herstellen lassen. Eine große Auswahl an Alpaka-Produkten, darunter Strickwolle, Socken, Mützen, Bettdecken oder Seifen, gibt es im Hofladen. Daneben werden auch Spaziergänge mit den Tieren angeboten.

Seit 2015 hält Familie Hipp in Grünsink Alpakas. Allerdings trauern Cornelia und ihr Mann Armin Hipp um eines der Tiere. Santos wurde im März offenbar vergiftet.
Bild: Thorsten Jordan

Die Tiere können bis zu 25 Jahre alt werden

Alpakas gehören zu den ältesten Nutztierrassen der Welt. Sie wurden vor etwa 3000 Jahren domestiziert und gehören zur Spezies der Kameliden, erläutern Cornelia und Armin Hipp auf der Homepage ihres Hofladens. Nach inzwischen gesicherten Erkenntnissen würden sie von den Vikuñas abstammen. Die Urform der Lamas seien die Guanakos. Anders als Lamas seien Alpakas von den Inkas nicht als Lastenträger, sondern als Fleischlieferanten und vor allem wegen ihrer feinen Faser gehalten worden.

Ihre mit Kaschmir oder Mohair vergleichbare Faser galt bereits bei den Inkas als Zeichen des Wohlstandes. Sie nannten deren Wolle auch „Vlies der Götter“. Ein Alpaka kann zwischen 20 und 25 Jahre alt werden, wiegt zwischen 50 und 80 Kilogramm und hat eine Schulterhöhe von 80 bis 100 Zentimetern. Alpakas „reden“ über Körperhaltung, Schwanz- und Ohrenbewegungen sowie verschiedene Laute, die aber fast immer sehr leise beziehungsweise summend sind, miteinander.

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