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Unterdießen/Dornstetten

15.11.2018

Warum mussten die Störe sterben?

Dieses Foto zeigt einen Stör.
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Dieses Foto zeigt einen Stör.
Bild: Dagmar Hub (archiv)

Probebohrungen für das neue Baugebiet in Dornstetten könnten schuld daran sein, dass die wertvollen Fische verendet sind. Es könnte aber auch am trockenen Sommer gelegen haben.

Sind Probebohrungen im Zusammenhang mit einem neuen Baugebiet schuld daran, dass in einer Fischzucht in Dornstetten im Sommer einige Störe verendete sind? Mit dieser Frage beschäftigte sich nicht nur Unterdießens Bürgermeister Alexander Enthofer, bei dem sich ein betroffener Züchter schriftlich beschwert hatte. Auch das Landratsamt und das Veterinäramt haben nach Ursachen gesucht.

Die Gemeinde hatte die Fachstellen aufgrund der Vorwürfe eingeschaltet. Ein stichhaltiges Ergebnis müssen aber alle Beteiligten schuldig bleiben. „Zu den toten Fischen kann nichts Konkretes mehr festgestellt werden. Als unsere Fachleute an den Teichen waren, lag der Vorfall schon einige Zeit zurück. Im betroffenen Teich wie auch im Nachbarteich gab es beim Besuch des Veterinärs keine Auffälligkeit“, sagt Wolfgang Müller von der Pressestelle im Landratsamt.

Der Fischzüchter erhebt Vorwürfe gegen die Gemeinde

Der Züchter sieht nach Auskunft des Bürgermeisters die im August abgeschlossenen Probebohrungen bezüglich des geplanten Neubaugebietes in Dornstetten (LT berichtete) als Ursache für das Sterben seiner Tiere. Für eine Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung war der Züchter selbst nicht zu erreichen. Wie viele Tiere verendet sind, ist unbekannt.

Ernst Heckelmann, der einen Teil seiner Teiche an den Züchter verpachtet hat, sagt: „Krokodilstöre reagieren sehr empfindlich auf veränderte Bedingungen im Teich.“ Auch bei ihm seien einige Störe verendet. „Es war jämmerlich mit anzusehen“, so Heckelmann. Wie sein Pächter, glaubt auch er, dass die Probebohrungen zumindest mit schuld am Verenden der Störe gewesen seien. Jedenfalls sieht er den zeitlichen Zusammenhang als gegeben. Allerdings, räumt Ernst Heckelmann ein, sei heuer ein sehr trockenes Jahr gewesen mit veränderten Fließbedingungen für das Grundwasser, das die Fischteiche speise. „Algenbildung gibt es im Sommer immer mal“, sagt Heckelmann. „Allerdings gab es diesmal besonders viele Fadenalgen, die in den Kiemen der Tiere hängen geblieben sind. Das wurde ihnen zum Verhängnis.“

Der Bürgermeister widerspricht dem Züchter

Bürgermeister Alexander Enthofer sagt: „Wir sind überzeugt, dass der niedrige Wasserstand und die hohen Temperaturen im Sommer zum Fischsterben geführt haben. Mit den Probebohrungen hat das gar nichts zu tun.“ Um sich fachlich abzusichern hatte Enthofer eine Stellungnahme beim Landratsamt Landsberg eingeholt. Das Veterinäramt habe er eingeschalten, um zu klären, ob die Tiere tatsächlich artgerecht gehalten würden.

Aus dem Landratsamt heißt es: „Laut einer Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes erscheint es unwahrscheinlich, dass der Pumpversuch ursächlich für das Fischsterben war.“ In dem Schreiben, das dem Landsberger Tagblatt vorliegt, wird zudem darauf hingewiesen, dass langfristige Grundwassermessungen ergeben hätten, „dass die Grundwasserstände seit dem Spätwinter kontinuierlich sinken und bereits im August auf sehr niedrigem Niveau lagen“.

Die Probebohrungen hat die Gemeinde in Auftrag gegeben, um sicherzustellen, dass das geplante Baugebiet mit 14 Grundstücken keine Auswirkungen auf die Fischzucht hat. Seit bekannt wurde, dass auf der Lechterrasse in Dornstetten neues Bauland geschaffen werden soll, regt sich im Unterdießener Ortsteil heftiger Widerstand – auch in Form einer Bürgerinitiative.

Lesen Sie dazu auch: Die Fronten im Streit ums neue Baugebiet sind verhärtet

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