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Corona II

05.05.2020

Was Chrashtest-Dummys derzeit machen

Bernd Ullmann ist stellvertretender Leiter der ADAC Crash-Anlage in Landsberg.
Bild: ADAC

So sieht der Alltag im ADAC Technikzentrum in Landsberg momentan aus

Bernd Ullmann ist stellvertretender Leiter der ADAC Crash-Anlage in Landsberg. Er erzählt, wie es ist, wenn die Anlage wegen der Corona-Krise stillsteht.

„Normalerweise führen wir auf unserer Anlage etwa zehn Fahrzeug-Crash-Versuche im Monat durch. Zurzeit sind es null. Da wir nicht nur für den ADAC Aufträge annehmen, sondern auch aus der Fahrzeugindustrie, ist bei uns ziemlich viel Arbeit weggebrochen.“ Die Mitarbeiter der Hersteller dürfen nicht reisen, viele Ersatzteile kommen – beziehungsweise kommen derzeit – nicht aus China, und so stehe beim ADAC Technikzentrum in Landsberg seit vier Wochen ziemlich viel still.

„Langweilig wird es mir und meinen Kollegen trotzdem nicht. Endlich kommen wir zu den Arbeiten, die sonst hinten anstehen müssen. Wir können in Ruhe unsere Crashtest-Dummys warten, Testequipment optimieren, sortieren und aufräumen und uns Gedanken über Verbesserungskonzepte machen oder Dokumentationen schreiben“, so Bernd Ullmann in einer Pressemitteilung.

Man habe Teams gebildet, sodass immer abwechselnd einige Kollegen im Homeoffice Büroarbeit machen und ein paar wenige auf der Crash-Anlage sind. So könne man dort, wo gemeinsam gearbeitet werde, die Abstands- und Hygieneregeln gut einhalten. „Ein bisschen gespenstisch ist es schon, denn normalerweise arbeiten in unserem Testzentrum rund 150 Menschen. Jetzt ist es wie ausgestorben, zumal natürlich auch die Kantine geschlossen hat.“

Obwohl die Situation für alle neu und ungewohnt ist, habe sie auch etwas Gutes: die Zusammenarbeit klappe eigentlich noch besser als zuvor, die Kommunikation via Skype, Whatsapp oder Telefon laufe prima. Wir haben sogar eine virtuelle Kaffeeküche eingerichtet, da darf jeder mal ein Bild oder einen dummen Spruch posten, aber auch mal sein Leid klagen. Denn natürlich ist die Situation insgesamt nicht immer einfach“, erzählt Ullmann.

Auch bei ihm und seiner Familie lief es anfangs mit zwei Kindern und zwei berufstätigen Elternteilen chaotisch. „Und allmählich fehlt mir der Kontakt zu Kunden und Kollegen. Ein bisschen vereinsamt man dann doch irgendwann.“ (lt)

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