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Kaufering

28.01.2018

Was die Kandidaten ändern wollen

Die fünf Bewerber um das Amt des Bürgermeisters in Kaufering bezogen im ersten Teil der vom Landsberger Tagblatt präsentierten Podiumsdiskussion Stellung zu mehreren Themenkomplexen, die LT-Redakteur Dominic Wimmer (rechts) ausgesucht hatte.
Bild: Thorsten Jordan

Schulden, Sanierungsstau, fehlender Wohnraum – die Herausforderungen in Kaufering sind groß. Bei der Podiumsdiskussion in der Lechauhalle haben sich die Bewerber für das Bürgermeisteramt dazu geäußert

Kaufering Kaufering steht vor großen Herausforderungen. Schulden in Höhe von 40 Millionen Euro erschweren die Arbeit, dringende Sanierungen und neue Projekte müssen verschoben werden. Zudem fehlt es an Wohnraum und Grundstücken für Gewerbetreibende. Wie können diese und andere Probleme gelöst werden? Bei der vom LT präsentierten Podiumsdiskussion in der Lechauhalle antworteten die fünf Bürgermeisterkandidaten darauf.

Schulden

Andreas Keller: Der Kandidat der GAL will für Bauprojekte jedes Jahr ein finanzielles Limit setzen und Synergien nutzen. Als Beispiel nannte den gemeinsamen Bau eines neuen Kindergartens (Don Bosco) und einer Mittagsbetreuung.

Dagmar Kramer: Eine Neuverschuldung vermeiden und freiwillige Ausgaben überprüfen, das will die 56-jährige Kandidatin der Freien Wähler. Zudem soll mehr auf den Sachverstand von Verwaltung und Landratsamt gesetzt werden.

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Thomas Salzberger: Pflichtaufgaben ja, Luxusprojekte nein, lautet das Credo des 51-Jährigen. Er will über neue Baugebiete Geld einnehmen und Fördermittel abrufen.

Gabriele Uitz: „Luxus kann sich Kaufering nicht leisten“, sagt die 49-Jährige. Sie will sich aber dafür einsetzen, dass der Kindergarten Don Bosco neu gebaut wird und der Bahnhof einen Aufzug und neue Parkplätze erhält.

Bärbel Wagener-Bühler: Die 45-Jährige will die Schulden langfristig verringern, das Heizkraftwerk optimieren und eventuell Kosten sparen, indem unter anderem Winterdienst und Grünpflege von Privatfirmen übernommen werden.

Bezahlbarer Wohnraum

Keller: Nachverdichten und Bebauungspläne maßvoll anpassen, das sind die beiden Standbeine, auf denen der 51-Jährige seine Wohnbaupolitik aufbaut. Zudem will er einen Ortsentwicklungsplan entwickeln, der Grundzüge festlegt.

Kramer: Nicht alles „zupflastern“ möchte die Kandidatin der Freien Wähler. Es gebe genug Privatgrundstücke, auf denen eine Nachverdichtung erfolgen kann. Zudem wirbt sie für das Projekt „Wohnen für Hilfe“, bei dem Mitbewohner den älteren Hausbesitzern helfen.

Salzberger: Sozialer Wohnungsbau im Norden, Nachverdichtung und eine mittelfristige Nutzung des Areals am alten Sportplatz, das kann sich der Kandidat der SPD vorstellen. Zudem möchte er ein Förderprogramm des Freistaats nutzen, der sich an 30 Prozent der Kosten für Bau und Grund beteiligt.

Uitz: Der Markt soll sich am Wohnungspakt Bayern beteiligen, sagt die CSU-Kandidatin. Sie würde im Norden des Ortes gerne Gebäude mit Drei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen schaffen.

Wagener-Bühler: Sie will bezahlbare Modelle für alle Generationen schaffen und kenne sich aufgrund ihrer Berufserfahrung mit Zuschüssen für den sozialen Wohnungsbau aus. Im Norden Kauferings und eventuell auf der Zirkuswiese (gemeinsam mit der Gemeinde Igling) sieht sie Entwicklungspotenzial.

Gewerbe

Keller: Wertvolle Ackerflächen sind für ihn tabu. Aber Richtung Norden könnten vorrangig heimische Betriebe angesiedelt werden. Im Dorf böten leer stehende Hofstellen Potenzial.

Kramer: Sie ist gegen eine weitere Versiegelung von Flächen. Der Grünzug zwischen Landsberg und Kaufering sollte frei bleiben.

Salzberger: Er würde gerne Kauferinger Gewerbe auf dem Fliegerhorst in Penzing unterbringen. Gleichzeitig sollte die Gemeinde Grundstücke im Norden und Süden für Gewerbe erwerben.

Uitz: Sie will sich dafür einsetzen, dass für heimische Firmen Platz geschaffen wird. Wo? Eventuell auf jenen Flächen zwischen Landsberg und Kaufering, auf denen derzeit eine Fotovoltaikanlage steht. Die Fotovoltaik könnte auf die Dächer der Firmengebäude wandern.

Wagener-Bühler: Gewerbeflächen sind ausgeschöpft, sagt die Kandidatin der Kauferinger Mitte. Freie Flächen sollten für den Wohnungsbau genutzt werden.

Marktgemeinderat

Keller: Das Bild eines durch Parteipolitik zerstrittenen Marktgemeinderats sei falsch. Es werde mitunter ausgiebig diskutiert. Das könnte geändert werden, indem die Phase der Meinungsfindung früher beginnt.

Kramer: Bürgermeister und Marktgemeinderat sollten zu Zugeständnissen bereit sein, wenn Bürger Anliegen haben. Die Wertschätzung der Bürger ist ihr wichtig.

Salzberger: Schon jetzt werde im Marktgemeinderat überfraktionell gut zusammengearbeitet. Das will der Kandidat der SPD ausweiten. Bei einer Klausur sollten Regeln für den gemeinsamen Umgang festgelegt werden.

Uitz: Kürzer und straffer möchte sie die Sitzungen des Marktgemeinderats leiten. Sie will parteipolitisches Geplänkel verhindern und durch Gespräche im Vorfeld eine Diskussion auf der Sachebene möglich machen.

Wagener-Bühler: „Wer gut informiert ist, kann auch gute Entscheidungen treffen“, sagt die 45-Jährige. Auch sie will wichtige Entscheidungen vorab mit den Fraktionen besprechen. Als ausgebildete Mediatorin, die von außen kommt, könne sie Probleme lösen.

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