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Staatsforsten

08.07.2011

Was die nächsten zehn Jahre auf dem Plan steht

Revierförster Alwin Rammo und Forsteinrichter Nikolaus Gieler betrachten die bunte Karte, die darstellt, wie der Staatswald am Ammersee-Westufer bewirtschaftet werden soll.
Bild: Foto: Stephanie Millonig

Forsteinrichter erarbeiten derzeit Forstwirtschaftsplan. Am Ammersee sollen die Wälder naturnah bleiben

Riederau Hübsch bunt ist die Karte, die Förster Alwin Rammo vor sich hat. Blaue, rote, grüne, lila und gestreifte Flächen geben hier dem Oberforst im Westen von Riederau Farbe. Die Karte ist wie die Revierbücher Teil des Forstwirtschaftsplans, der derzeit neu entwickelt wird. Ab dem 1. Juli 2012 legt er fest, was in den nächsten zehn Jahren im Forstbetrieb Landsberg ansteht: Wie viel Holz soll geschlagen werden, wo soll welche Baumart gepflanzt werden und was ist in Sachen Naturschutz zu beachten? Diese Vorgaben sind auch der Rahmen für die wirtschaftlichen Planungen des Forstbetriebes über Einnahmen beispielsweise aus dem Holzverkauf oder Ausgaben für Pflanzungen.

Die Vorstände haben sich hier schon umgesehen

Leitlinien seien bereits in einem Grundlagenbegang, an dem der Vorstandsvorsitzende der Bayerischen Staatsforsten, Dr. Rudolf Freidhager, sowie Vorstand Reinhard Neft teilnahmen, festgelegt worden, erzählt Rammo. Mit dabei war auch Forsteinrichter Nikolaus Gieler. Experten wie Gieler beantworten in Zusammenarbeit mit den örtlichen Förstern die oben genannten Fragen. Gieler erarbeitet derzeit mit fünf weiteren Kollegen den Forstwirtschaftsplan für den Forstbetrieb Landsberg, der vom Aichacher Raum bis zum Hohenpeißenberg reicht.

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Die Leitlinie für die Wälder westlich des Ammersees steht schon fest: Sie sollen naturnah bewirtschaftet werden, auf Kahlschlag wird verzichtet. Außerdem wird eine Reduzierung der Fichte angestrebt, die mit dem Klimawandel schlecht zurechtkommt. Sie ist auch nicht angepasst an die hiesigen Bodenverhältnisse: „Es gibt hier sehr viele wechselfeuchte Böden, manche werden nie trocken“, sagt Rammo.

Der Umbau solle langsam in Richtung Tanne gehen, ein Dauerwald mit Fichte, Tanne, Buche, Edellaubhölzern und ans Feuchte angepasster Schwarzerle ist das Ziel. „Ein Fichten-, Tannen- und Buchenwald ist hier am stabilsten und damit auch am wirtschaftlich interessantesten“, so Rammo. Als Naturschutzziel gelte es, in alten Buchenwäldern die Nutzung zu vermindern und den Totholzanteil zu erhöhen, da abgestorbene Bäume für Schwarzspecht, Hohltaube, Pilze und Insekten Lebensräume bieten. Außerdem solle es im Horstbereich des Rotmilans keine Maßnahmen geben.

Gieler erarbeitet im Detail, was dies für jedes Waldareal bedeutet. Basis für ihn ist auch die Waldinventur, die bereits ein Jahr zuvor vorgenommen worden ist. Als staatlicher Forsteinrichter, der in ganz Bayern unterwegs ist, hat er einen guten Vergleich über die Entwicklung von Wäldern. Gieler braucht aber immer die Erfahrung der Experten vor Ort, die beispielsweise wissen, wo eine Hiebsruhe einzuhalten ist, um eine bedrohte Tierart zu schützen.

Bürger haben ein wachsames Auge

Der Forstwirtschaftsplan entsteht im Spannungsfeld von Ökologie, gesellschaftlichem Anspruch und Ökonomie. Dass die Bürger ein wachsames Auge auf „ihren“ Wald werfen, empfindet Rammo als Unterstützung. Denn im wirtschaftlichen Bereich bestehe die Gefahr, dass an der Kostenschraube gedreht und etwa bei der Holzernte nicht die optimale Maschine verwendet werde. „Wir haben hier aber einen örtlichen Unternehmer, der hat die modernsten Maschinen, die auf dem Markt sind.“ Und der Forstbetrieb bekomme auch die Gelder für diesen Einsatz. Gieler betonte diesbezüglich aber auch, dass sich die Bewirtschaftung im Zuge der Forstreform nicht grundlegend geändert hat.

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