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Riederau

21.01.2016

Was ist, wenn die Syrer und Eritreer kommen?

Das Freizeitenheim Riederau wird zur Flüchtlingsunterkunft.
Bild: Regina Miller

60 Flüchtlinge treffen bald in Riederau ein. Zum Infoabend kamen über 200 Bürger

Das Maximilianstüberl im Kramerhof platzte aus allen Nähten: Über 200 Riederauer waren zum Asyl-Infoabend gekommen – viele fanden keinen Sitzplatz und viele hatten Fragen an Landrat Thomas Eichinger und Bürgermeister Herbert Kirsch im Gepäck. Wie berichtet, sollen im Februar 60 Flüchtlinge im Freizeitenheim (früher Weggenossenheim genannt) in Riederau untergebracht werden. In der Diskussion waren die Fragen vorherrschend, wie die Betreuung koordiniert, die ehrenamtlichen Helfer aufgestellt und die Asylbewerber – hauptsächlich werden junge Männer aus Eritrea und Syrien erwartet – ins Ortsleben integriert werden sollen. Auch die Sorge um die Sicherheit beschäftigte einige Bürger.

Geklärt werden konnte vieles am Infoabend nicht. Einiges bleibe abzuwarten, bis die Asylbewerber eingetroffen sind, dann sei sicher ein Tag der offenen Tür hilfreich, so Eichinger. Nachdem er die Lage in Land und Landkreis zusammengefasst hatte – und dabei einige kritische Zwischenrufe zur Asylpolitik der Regierung laut wurden – läutete man die Diskussionsrunde ein. Wie lange die Flüchtlinge in Riederau bleiben werden, warum es so viele sein müssten und wie man sich vor Schäden durch ungeübte Verkehrsteilnehmer/Radfahrer absichern könne, waren einige Fragen.

Eichinger und Kirsch betonten in teils aufgeheizter Stimmung, dass Landkreis und Marktgemeinde ausführen müssten, was „von oben“ vorgeschrieben werde, und dass die Dauer des Aufenthalts davon abhänge, wie lange die Asylverfahren dauern. „Wenn es um die Asylpolitik im Allgemeinen geht, wenden Sie sich an die Abgeordneten. Der Landkreis bekommt mitgeteilt, wie viele Flüchtlinge kommen – was dann mit ihnen geschieht, ist uns überlassen“, so Kirsch. Eichinger fügte an, eine Turnhallenlösung wolle niemand, deshalb sei er froh über das Angebot des evangelischen Dekanats, das Freizeitenheim in Riederau zur Verfügung zu stellen. Vom Dekanat waren zwei Delegierte zum Infoabend gekommen. Sie boten an, einen Teil der Mieteinnahmen in die Betreuungsarbeit für die Asylbewerber vor Ort fließen zu lassen, wofür sie Applaus ernteten.

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Überhaupt war das Thema Betreuung und koordiniertes Ehrenamt ein großes an diesem Abend. Einige Bürger boten ihre Hilfe an, um die Asylbewerber bestmöglich integrieren zu können, – denn darum müsse es ja hauptsächlich gehen – zum Beispiel über die Vereinsarbeit, wie einige vorschlugen. Andere, die sich bereits ehrenamtlich für die seit einiger Zeit in Riederau wohnenden Flüchtlinge einsetzen, forderten finanzielle Mittel und einen festen Ansprechpartner für die Betreuung und Koordination vor Ort, wenn die 60 weiteren Asylbewerber eintreffen. Das Hausmeisterehepaar wohne zwar direkt am Freizeitenheim und könne mitbetreuen, sei aber nicht 24 Stunden am Tag im Dienst. Nicht alle Verantwortung könne auf ehrenamtlich tätige Bürger abgewälzt werden, so ein Einwand. Eichinger erklärte, im Haushalt seien keine Mittel für eine fest einzustellende Kraft enthalten. Er und Kirsch baten darum, in Sachen Ehrenamt über die zentralen Stellen – den Koordinator des Landkreises für alle Helferkreise und die Asylsozialberater des Roten Kreuzes – zu gehen.

Zum Thema Sicherheit sagte Kirsch, er habe sich mit Dießens Polizeichef unterhalten – die Kriminalität sei in den vergangenen zwei Jahren nicht angestiegen. Zudem sei die Zusammenarbeit des Kreises mit Rotem Kreuz und Polizei sehr eng, so Eichinger. Immer wieder werde in den Unterkünften nach dem Rechten gesehen und über eventuelle Probleme informiert.

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