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Epfach

20.11.2017

Was macht Meinrad Klein?

Meinrad Klein bei der Aufstellungsversammlung in Epfach.
Bild: Oliver Sommer

Weil sich kein Bürgermeisterkandidat fand, wollte Andreas Braunegger auch für Epfach ins Rennen gehen. Doch in der Stichwahl setzte sich einer durch, der eigentlich nicht will.

Haben die Freien Wähler aus Epfach einen Kandidaten, den sie ins Rennen um das Bürgermeisteramt in Denklingen schicken können oder nicht? Das hängt jetzt ganz allein von Meinrad Klein ab, der ebenso rasch zum Kandidaten wider Willen wurde wie sich die Aufstellungsversammlung im Ortsteil zu einer Art Wahlkrimi entwickelte. Denn in Epfach kandidierte auch Andreas Braunegger, der am Tag zuvor in Denklingen zum Kandidaten gekürt worden war.

Der frühere Zweite Bürgermeister Meinrad Klein hatte in der Aufstellungsversammlung gesagt, dass er nicht als Kandidat zur Verfügung steht. „Ich selber wäre nicht die richtige Wahl für die Gemeinde in ihrer jetzigen Struktur“, hatte der 60 Jahre alte Epfacher beim Vorschlag seines Namens gesagt. Er stellte auch klar, dass er nicht als Kommunalpolitiker weitermachen, sondern sich auf seinen Beruf – er ist Abteilungsleiter im Fachzentrum Rinderhaltung und Öko-Landbau am Amt für Landwirtschaft und Forsten in Kaufbeuren – konzentrieren will. Ein Bürgermeister für Denklingen, Epfach und Dienhausen müsse mit dem Gemeinderat eine einheitliche Linie entwickeln, insbesondere auch, um die Projekte der Gemeinde, etwa den Rathausumbau, umzusetzen. Dazu brauche es hundertprozentigen Einsatz.

Jeder lehnte ab

Im Vorfeld hatten Meinrad Klein und Walter Eglhofer, die zu der Versammlung in Epfach geladen hatten, einige potenzielle Kandidaten geladen. Doch jeder der zur Wahl vorgeschlagen, lehnte ab. Schließlich sagte Andreas Braunegger, er würde sich auch in Epfach aufstellen lassen und listenübergreifend für die Freien Wähler kandidieren. Doch damit waren etliche der 52 Wahlberechtigten offenbar nicht einverstanden, wie die anschließende Auszählung zeigte. Sie dauerte länger als erwartet.

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Das Ergebnis gab Wahlleiter Walter Hein bekannt. Auf Andreas Braunegger entfielen 14 der 35 gültigen Stimmen, auf Meinrad Klein sieben, weitere, zuvor nicht gefragte Anwesende, die abgelehnt hatten, erhielten ebenfalls Stimmen. Wie Walter Eglhofer sagte, müsse nun eine Stichwahl zwischen Klein und Braunegger folgen. Das habe eine Rückfrage in der Verwaltung ergeben. Denn Braunegger hätte mindestens 18, also die Hälfte der gültigen Stimmen, auf sich vereinen müssen. Aus der Stichwahl ging Meinrad Klein mit 31 zu 13 Stimmen als deutlicher Sieger hervor.

Er will „eher nicht umfallen“

Er freue sich über das Vertrauen, sagte Klein. Dennoch schien der Verwaltungsbeamte mit der Situation an sich nicht so recht zufrieden. Hatte er vorher doch deutlich zu verstehen gegeben, dass er nicht kandidieren werde. Nun wolle er „eher nicht umfallen“, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Auch gestern tendierte er im Gespräch mit dem Landsberger Tagblatt eher dazu, nicht anzutreten. Dennoch müssten nun einige Papiere ausgefüllt werden, unter anderem auch eine Einverständniserklärung, dass er die Nominierung annehmen wird. Obschon das nun eine historische Chance für Epfach wäre, wie Eglhofer meinte, fügte er an, Meinrad Klein solle sich seine Entscheidung gut überlegen. Jedenfalls habe diese Wahl gezeigt, was der Wähler in Epfach wolle. Sollte Meinrad Klein an seinem Entschluss festhalten, nicht Bürgermeister werden zu wollen, also seine Nominierung ablehnen, gibt es keinen Kandidaten aus Epfach für das Bürgermeisteramt.

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