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s’Maximilianeum

18.11.2017

Was nicht passt, wird passend gemacht

Die Kerberbrüder gaben im Foyer des Stadttheaters ihr „Alpenfusion“.
Bild: Julian Leitenstorfer

Kerberbrothers Alpenfusion im Stadttheater-Foyer

„Bei dem Programm passt heut nix zam.“ Martin Kerber ist verwirrt, die Zuhörer amüsiert. Sonst flutschen die Ansagen fast von allein, beschwert sich der Musiker, und dieses Mal muss er jedes Mal viel überlegen. Als ob das so wichtig wäre! Den Gästen bei der jüngsten Veranstaltung der Landsberger Kleinkunstbühne s’Maximilianeum im Foyer des Stadttheaters ging es doch eh hauptsächlich um die Musik.

Und da waren sie bei „Kerberbrothers Alpenfusion“ in guten Händen. Die Kerberbrüder Andreas, Markus und Martin, dazu Pit Gogl und Tiny Schmauch hatten ein riesiges Paket voller Töne aus aller Welt und solchen aus dem heimischen Oberallgäu mit nach Landsberg gebracht. Und nicht nur das: Was ihre Transportmittel wirklich voll machte, war die Instrumentenvielfalt von der Piccolo-Bambusflöte bis zum Setup, vom Hackbrett bis zum Akkordeon. Blasen und zupfen, anschlagen und hämmern – alles war dabei. Damit machte das Quintett nicht nur den Zuhörern viel Freude. Alle fünf, so entstand im Lauf des vergnüglichen Abends der Eindruck, hatten selbst vielleicht sogar am meisten von allen Anwesenden Spaß. Da wurde musikalisch fusioniert, was gar nicht zusammenzuschließen war. Es wurde gemixt und auseinandergeklaubt, Hackbrett und Trompete verstanden sich blendend und die Bambusflöte ging eine Verbindung mit dem Kontrabass ein. Bei den Kerbers und ihren musikalischen Freunden geht (fast) alles. Da wird ein langsamer Alpenlandler auf den Golanhöhen zu feinem Klarinetten-Klezmer und das nach Südamerika ausgewanderte Alphorn wird zum Andenhorn. Zwischendurch musizieren sich die fünf durch Stücke, die wie gängige Softjazz-Standards anmuten. Um dann gleich darauf wieder auf die Reise zu gehen, nach Spanien oder Ungarn, hinauf aufs Nebelhorn und hinunter nach Kärnten. Mal ist die Musik eher stad, mal quicklebendig und voller Rhythmus. Den „Wilderinnen“ ist ein Stück gewidmet und mehrere Abstecher in die Schweiz müssen auch sein.

Auffällig an allen Stücken ist der Spannungsaufbau. Wie bei einem guten Aufsatz geht es nach einer Einführung in die Vollen bis zum dramatischen Höhepunkt, um von dort langsam einfacher und harmonischer werdend, auf den sanften Schluss zuzusteuern. Kurz vor Schluss gab’s sogar etwas vermeintlich echt Alpenländisches – einen Jodler, in der Grundstimmung f-Moll, und das war dann schon wieder etwas abseits der trauten Berge.

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