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Stadttheater

20.11.2019

Was tun gegen den Müll?

Sie brachten das Thema Müll auf die Bühne des Stadttheaters: Marie-Lena Kaiser und Constantin Hochkeppel.
Bild: Julian Leitenstorfer

Marie-Lena Kaiser und Constantin Hochkeppel machen die fortschreitende Umweltzerstörung auf der Bühne zum Thema

Woher kommen 300 Millionen Tonnen „Trash“ jährlich und was macht dieser Müll mit unserem Lebensraum? In Verbindung mit „edy“, der Endung von tragedy, wird aus Trash eine Abfall-Tragödie. Marie-Lena Kaiser und Constantin Hochkeppel, beide Absolventen für Tanz und Schauspiel der Folkwang Universität, brachten das Thema fast ohne Sprache, aber in bewegten Bildern auf die Bühne des Landsberger Stadttheaters.

Die beiden Performer waren mit ihrer Produktion „Trashedy“ bereits weltweit unterwegs, und das schon seit 2012 – lange vor der „Fridays-for-Future-Bewegung“. Mit kleinen, wunderbaren Gesten, großem, faszinierendem Tanztheater, enormem Geist und Witz, und ohne belehrend wirken zu wollen, machte die Performance eine fortgeschrittene Umweltzerstörung anhand ganz alltäglichen Konsumverhaltens sichtbar. Für den Schuh, das Smartphone, von Jugendlichen den Darstellern auf die Bühne gereicht, wurde die weltweite Vernetzung vom „Woher“ bis zum rasanten „Wohin“, anschaulich dargestellt. „Alles, was wir tun, hat eine Auswirkung – irgendwo“, so das Fazit.

Sanfte Wellenbewegungen mit schwingenden Armen zur Musik des Meeres, in dem sich noch Fische tummeln, Krabben noch einen Platz finden, Vögel, die irgendwann vom Himmel fallen, eindrucksvoll mit den Händen geformt, Affen, die geräuschvoll durch den Urwald rasen und irgendwann verstummen und Hunderte achtlos weggeworfener Plastikbecher vereinen sich zu einem bitterernsten „Es ist genug“.

Was tun gegen den Müll?

Was können wir tun? Auf Fleisch verzichten, Verpackungsmüll vermeiden, lautstark demonstrieren? Mit Begeisterung und Dynamik recken die Tänzer Zettel in die Höhe. „yes we can, Hoffnung, Freiheit, Friede“ steht darauf. Constantin Hochkeppel kommt mit einem Fahrrad auf die Bühne, „Save the Planet“, steht auf seinem T-Shirt, während Marie-Lena Kaiser mit einem resignativen Oberteil „Kill Your Self“ reagiert.

Die Protagonisten auf der Bühne wissen auch nicht mehr weiter, gehen hilflos aufeinander los, um sich dann einsichtig wieder nebeneinander auf einen Stuhl zu setzen. Sie hinterfragen sich selbst, versuchen darstellerisch und mit Lautsprechern zu verstehen, wie die Welt funktioniert. „Warum wird der Regenwald gerodet, um Palmen zu pflanzen, warum ist Toilettenpapier so weich, warum sind Bananen in Plastik gepackt?“

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