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Wasser

25.01.2020

Was tun, wenn es länger nicht regnet?

Die Landsberger Mitte will Trinkwasser sparen. Was die Stadtwerke dazu sagen

Muss in Landsberg Trinkwasser gespart werden? Ja, meint die Landsberger Mitte und hat dazu im Stadtrat ein ganzes Maßnahmenpaket beantragt. Die Stadtwerke sehen für die darin geforderten Maßnahmen derzeit keine Notwendigkeit. Auf Vorschlag von Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) wurde der Antrag lediglich „angenommen“, damit die einzelnen Forderungen von der Verwaltung geprüft werden können.

Die Landsberger Mitte fordert: Bei Neubauten ist vorzuschreiben, dass Zisternen errichtet werden, um Regenwasser für die Toilettenspülung und zum Gießen zu verwenden. Die Stadt solle solche Anlagen mit je 1500 Euro bezuschussen. Neuen Gewerbebetrieben soll das Recycling von Wasser vorgeschrieben werden. Gehölzpflanzungen sollen die Wasserspeicherung verbessern. Die Stadtwerke sollen prüfen, ob es sinnvoll ist, für das Inselbad Lechwasser zu verwenden, und bei Straßenbaumaßnahmen soll das Wasserleitungs- und Kanalnetz untersucht werden, um zu erkennen, ob eine signifikante Trinkwassereinsparung möglich ist.

Die Landsberger Mitte begründet ihren Antrag mit rückläufigen Niederschlagsmengen. Es müsse nun darum gehen, Trinkwasser „sparsamst“ zu verwenden, insbesondere es nicht zur Fäkalienbeseitigung und anderweitig einzusetzen. Hintergrund ist, dass nach dem trockenen Jahr 2018 zwei Brunnen im Westen von Landsberg trocken fielen. Kurzzeitig lieferte der Markt Kaufering Wasser nach Landsberg.

Zwar bestätigen auch die Stadtwerke, dass die Jahre 2017 bis 2019 niedrigere Grundwasserstände zeigten. Auch langfristig sei davon auszugehen, dass sich die örtliche Wasserbilanz verändern könnte. Dies erfolge in erster Linie durch extreme Perioden von Regen und Trockenheit. Eine Regeneration der Grundwasserpegel stehe aber grundsätzlich nicht infrage.

Diesen möglichen Veränderungen könne mit dem Bau eines zusätzlichen Brunnens begegnet werden, so die Stadtwerke. Außerdem kehre auch gebrauchtes Wasser in großen Teilen wieder in den Wasserkreislauf zurück. Eine Notwendigkeit zum Wassersparen ergäbe sich nur, wenn es längerfristig zu einer Überbeanspruchung des Grundwassers kommen würde. In einem solchen Fall wäre aber der Gesetzgeber gefordert, Wassersparmaßnahmen vorzuschreiben.

Zum Vorschlag der Landsberger Mitte, das Inselbad mit Lechwasser zu versorgen, erwidern die Stadtwerke, auch dies stelle eine Entnahme aus dem (Trink-)Wasserkreislauf dar. Das Inselbad benötige etwa 1,2 Prozent des jährlichen Wasserverkaufs in der Stadt. Dass sich das Bauamt und die Stadtwerke bei Tiefbauprojekten abstimmen, sei im Übrigen bereits gegeben.

Oberbürgermeister Mathias Neuner meinte zudem, nicht alle Forderungen der Landsberger Mitte seien rechtlich oder wirtschaftlich umsetzbar. Er erwähnte den Zisternenzwang. Und ein doppeltes Wasserleitungsnetz für Trink- und Brauchwasser amortisiere sich nie. (ger)

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