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Riederau

15.03.2017

Wasser, Asyl und Mobilfunk

Dieser Mobilfunkmast in der Ringstraße wurde auch in der Bürgerversammlung angesprochen. Bürgermeister Kirsch versprach wegen neuer rechtlicher Möglichkeiten nachtzuhaken, machte aber wenig Hoffnung.
Bild: Julian Leitenstorfer

 „hierfunkts“ meldet sich wegen Antenne bei Bürgerversammlung zu Wort. Kirsch verspricht nachzuhaken, warnt aber vor Hoffnungen. Und er sagt, was er zum Thema Geflüchtete denkt.

Der Reigen der Dießener Bürgerversammlungen hat begonnen und Riederau war die erste Station. An Riederauer Themen referierte Bürgermeister Herbert Kirsch insbesondere über den Anschluss von Riederau ans Dießener Wassersystem und über den Bahnübergang.

Zwar kostet das Wasser in der ganzen Marktgemeinde gleich viel, nach der Gebührenerhöhung, die Anfang des Jahres stattfand, fragten laut Kirsch im Rathaus aber nur Bürger aus Riederau an, was es mit der Steigerung von 1,21 auf 1,39 Euro pro Kubikmeter auf sich habe. Der Rathauschef erläuterte, dass alle drei Jahre neu kalkuliert werde und alle Investitionen in diese Kalkulationen eingingen. In den vergangenen 15 Jahren habe sich dieser Nettopreis um 23 Prozent erhöht. Bei einem Jahresverbrauch von 150 Kubikmetern, also 150000 Litern, was dem Verbrauch einer drei- bis vierköpfigen Familie entspreche, lägen die Kosten bei 268,04 Euro brutto. Riederau wird wie berichtet künftig an die Dießener Wasserversorgung angeschlossen sein. Bisher wurde der Ort vom Zweckverband Ammersee-West versorgt. „Wir können 90 Prozent erreichen, nur bei Bierdorf ist es schwierig“, so Kirsch. Für diesen Bereich wird weiter Wasser vom Zweckverband angekauft werden. Das Wasser stamme aber aus dem gleichem Grundwasserreservoir, beruhigte der Rathauschef, dass der Härtegrad gleich bleiben werde.

Während es bei der Wasserleitung, die bis Jahresende fertig werden soll, vorangeht, sieht es für die Umgestaltung des Bahnübergangs in Riederau schlecht aus: „Der Übergang muss neu gemacht werden“, sagte Kirsch, eine Erkenntnis, die es auch beim Staatlichen Bauamt in Weilheim gebe. Bisher gelang es aber nicht, bei der Deutschen Bahn weiterzukommen. Darum habe er Verkehrsminister Alexander einen netten Brief geschrieben und darum gebeten, einen Ansprechpartner bei der Bahn genannt zu bekommen. „Ich wäre froh, wenn ich hier mal sagen könnte, ich habe eine Planung.“

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Architektenwettbewerb Gleich mehrere Planungen werden die Juroren des Architektenwettbewerbs bald in den Händen halten. Wie Kirsch berichtete, haben sich 91 Planer für die Unterlagen des Ausschreibens interessiert und vielleicht gingen dann letztendlich 50 bis 60 Entwürfe ein. Zeit haben die Büros dafür bis 24. April, danach wertet die Jury aus. Ist eine Entscheidung gefallen, soll heuer noch ausgeschrieben und nächstes Jahr gebaut werden.

Mobilfunk In der Diskussion meldeten sich Eva Seidl und Gerd Mayer von der Initiative „hierfunkts“ zu Wort. Die Bürgerinitiative engagiert sich seit vergangenen Herbst gegen einen Funkmasten in der Ringstraße. Seidl verwies auf „Positivbeispiele“ bei denen es Kommunen im Gespräch mit Mobilfunkbetreibern gelang, dass Antennen dort aufgestellt wurden, wo sie möglichst am wenigsten schadeten. „Keiner möchte so einen Masten vor die Nase gesetzt bekommen“, sagte Kirsch, verwies aber darauf, dass man an geltendes Recht gebunden sei.

Er referierte darüber, dass die Gemeinde vor Gericht damit gescheitert sei, Antennen in St. Georgen zu verhindern, in Dettenhofen sei es aber möglich gewesen, die Anlagen auf den Hochbehälter außerhalb des Dorfes zu setzen. Dies sei gelungen, weil die Bürger zusammenhielten und keiner sein Hausdach als Standort angeboten habe.

Kirsch versprach aber, sich beim Gemeindetag noch einmal kundig zu machen, ob es neue rechtliche Möglichkeiten gibt. Und er will bei Betreibern nachhaken, ob mit der anstehenden neuen 5-G-Technologie ein Ausbau der bisherigen Anlagen gibt.

Asyl Wie viele „Asylanten“ es in Dießen gebe und was sie die Gemeinde kosteten, wollte ein Bürger wissen. Es seien insgesamt rund 100 Geflüchtete in der gesamten Gemeinde und sie kosteten die Gemeinde den 50-Prozent-Anteil an der Stelle der Integrationsbeauftragten, „für die, die anerkannt sind“. Ansonsten trügen das Landratsamt und der Freistaat die Kosten.

Dann wurde Kirsch auch grundsätzlich: Für ihn bedeutet Merkels „Wir schaffen das“, die Ansage ans Volk „dass wir daran nicht zugrunde gehen“. Und bei den 100, die in der Gemeinde lebten, sagt auch Kirsch, „wir schaffen das“. Sicherlich seien nicht alle Heilige, aber man müsse mit den Leuten reden, was sie erlebt hätten. Die jetzt hier Angekommenen besetzten Lehrstellen, die sonst nicht besetzt würden. Gemeinderätin Beatrice von Liel, die sich in Riederau in der Hilfe für Asylbewerber engagiert, erinnerte daran, dass die öffentlichen Gelder, die ausgegeben würden, über Mieten oder Konsum der Geflüchteten der hiesigen Wirtschaft zugutekäme. Sie bat um weitere ehrenamtliche Hilfe.

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