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Landsberg

04.07.2019

Wasserbehälter sollen die Märkte in Landsberg schützen

Bei Großereignissen kommen in Landsberg auch Fahrzeuge als Sperre zum Einsatz.
Bild: Thorsten Jordan (Archivfoto)

Der Stadtrat lehnt eine große Investition in Barrieren ab. Erst einmal soll ein Vorschlag der Landsberger Mitte getestet werden. Und zum Christkindlmarkt gibt es noch ganz andere Ideen.

Beim Schutz von Freiluftveranstaltungen in Landsberg will der Stadtrat nicht gleich ganz groß einsteigen. Fürs Erste sollen lediglich einige sogenannte Indutainer angeschafft werden. Das sind mit Wasser gefüllte Barrieren, die kleinere Terrorfahrzeuge abbremsen können. Das von Ordnungsamtschef Ernst Müller präsentierte umfangreichere Sicherheitskonzept, das auch schwere Lastwagen bis 40 Tonnen eingeschlossen hätte, fand in der Stadtratssitzung am Mittwochabend keine Zustimmung.

Die Wasserbehälter hatte die Landsberger Mitte ins Gespräch gebracht, nachdem das Thema erstmals im vergangenen Jahr im Stadtrat zur Sprache kam. Bereits damals zeigte sich, dass ein weitgehender Schutz von Veranstaltungen auf dem Hauptplatz (im Blick hatte man dabei vor allem den Christkindlmarkt) ziemlich ins Geld gehen würde. Das bestätigte auch die Vorlage am Mittwochabend: Auf 680.000 Euro bezifferte das Ordnungsamt die Kosten für eine Kombination aus festinstallierten und mobilen Barrieren zum Schutz der Veranstaltungsbesucher auf dem Hauptplatz. Dagegen lägen die Kosten für die wassergefüllten Barrieren deutlich niedriger: Von rund 47.000 Euro für eine Behälterreihe von rund 67 Metern Länge war in der Sitzungsvorlage die Rede.

Den Zorn der Bürger zuziehen

Neben den Kosten wurden gegen festinstallierte Hindernisse auf dem Hauptplatz auch ästhetische Gründe geltend gemacht: „Wir haben einen wunderschönen Hauptplatz und da würden wir uns zurecht den Zorn der Bürger zuziehen“, befürchtete Harald Reitmeir (CSU). Und einen hundertprozentigen Schutz gebe es nicht: „Dass jemand durchdreht, kann man nie verhindern“, meinte Dr. Wolfgang Weisensee (Landsberger Mitte). Man könne gar nicht erst versuchen, sich in die Köpfe von Terroristen hineinzudenken, fügte Dieter Völkel (SPD) an, auch für über 600.000 Euro werde es allenfalls „eine Fata Morgana an Sicherheit“ geben, sagte Dr. Reinhard Steuer (UBV).

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Die Wochenmärkte verlegen

Statt auf dem Hauptplatz Barrieren aufzubauen, wurden im Stadtrat auch Überlegungen angestellt, bisher dort stattfindende Veranstaltungen in Bereiche zu verlegen, die besser geschützt werden können. „Der Hauptplatz ist zwar die Herzkammer, macht uns aber beim Sicherheitskonzept die größten Probleme“, konstatierte Berthold Lesch (CSU). Könne man nicht den Wochenmarkt auf den Hellmairplatz verlegen und den Christkindlmarkt auch teilweise in den Vorderanger oder in die Vordere Mühlgasse, fragte Lesch. Oder man teste mal aus, ob es möglich wäre, den Hauptplatz in den drei Wochen während des Christkindlmarkts zu dessen Öffnungszeiten spätnachmittags und abends zu sperren, schlug seine Fraktionskollegin Petra Ruffing vor.

Diese Überlegungen flossen dann auch in den einstimmig gefassten Beschluss zum Kauf der von der Landsberger Mitte angeregten wassergefüllten Hindernisse ein. Als deren weiterer Vorteil wurde im Stadtrat auch gesehen, dass sie an verschiedenen Plätzen aufgestellt werden können, etwa auch bei Veranstaltungen am Infanterieplatz oder beim Töpfermarkt an der Lechpromenade. Auch an diese Veranstaltungsplätze müsse man denken, sagte Stefan Meiser (ÖDP).

Einschränkungen bei minus 20 Grad

Die Behälter haben die Form von Würfeln mit einer Seitenlänge von 1,2 Metern. Sie werden mit rund 1,5 Kubikmeter Wasser gefüllt. Sie sollen Fahrzeuge aufhalten ohne dass dabei womöglich Bauteile von Hindernissen durch den Aufprall durch die Luft fliegen, allenfalls Wasser spritze in einem solchen Fall, erklärte Wolfgang Weisensee. Gerade im Hinblick auf den Christkindlmarkt machte Ordnungsamtschef Ernst Müller jedoch auf Einschränkungen im Gebrauch aufmerksam: Kälter als minus 20 Grad dürfe es nicht werden. „Sonst fliegt der Inhalt wie ein Eisklotz“, erklärte er mit Blick auf einen möglichen Ernstfall. Zudem solle das Wasser nicht länger als zwei Wochen in den Behältern bleiben. Das Wasser müsste also einmal gewechselt werden.

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