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Soziales

04.02.2019

Weg vom Rand, rein in die Gesellschaft

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3 Bilder
Die Gruppe Randerscheinungen inszeniert Musik, Musical und Tanz, veranstaltet aber auch Ausstellungen. Demnächst ist „Mensch du hast Recht(e)“ in der Säulenhalle zu sehen.

Der Verein „Projekt Randerscheinungen“ zeigt demnächst eine Ausstellung in der Landsberger Säulenhalle. Es geht um Menschenrechte und die Möglichkeit, sein Anders-Sein auszuleben

Ein Thema, das jeden Menschen etwas angeht, sind Menschenrechte. Vor rund 70 Jahren wurde die allgemeine Erklärung der Menschenrechte veröffentlicht und die Thematik ist auch heute noch von großer Bedeutung. Deshalb setzt sich auch der Verein Projekt Randerscheinungen in seiner nächsten Ausstellung mit dem Titel „Mensch du hast Recht(e)!“ mit diesem Thema auseinander. Die Ausstellung findet in der Landsberger Säulenhalle statt und besteht aus drei Teilen – einem mobilen Lernlabor, einer Gemäldeausstellung und aus Performance-Kunst. Das mobile Lernlabor „Mensch du hast Recht(e)!“ ist ein Angebot der Bildungsstätte Anne Frank.

„Daher hat die Ausstellung auch ihren Namen“, sagt Vereinsvorsitzender Maximilian Huber. „An verschiedenen Stationen kann sich jeder selbst mit den Themen auseinandersetzen. Das war uns besonders wichtig“, erklärt Huber. „Das mobile Lernlabor ist grundsätzlich in drei Stationen unterteilt. An der orangefarbenen Station geht es um Diskriminierung. Thema der grauen Station ist ’Normalität’ und die grüne Station behandelt das Thema Demokratie.“

„Alle Gemälde, die in der Ausstellung gezeigt werden, sind bei einem Workshop im Rahmen der Interkulturellen Tage entstanden.“ In diesem Workshop haben sich alle Teilnehmenden mit Zitaten aus den Tagebüchern von Anne Frank beschäftigt. „Die Zitate wurden dann in den Bildern verarbeitet,“ erklärt Huber.

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Neben diesen Bildern werden auch Werke von Ali Mahmoud und Arman Asatryan gezeigt. Der aus Syrien stammende Ali Mahmoud thematisiert in seinen Werken die Themen Homosexualität und Flucht. Der Armenier Arman Asatryan beschäftigt sich mit dem Thema Identität. „Wir wollten auch auf internationaler Ebene auf das Thema Menschenrechte eingehen. Wir wollen zeigen, dass auch Menschen mit einer anderen Herkunft etwas können und etwas wert sind. Natürlich ist es auch noch mal was anderes, wenn jemand, der aus Syrien stammt, Homosexualität thematisiert“, so Maximilian Huber.

Um in der Ausstellung neben dem künstlerisch-malerischen Aspekt auch einen Theaterteil zu haben, finden verschiedene Performances statt. Diese laufen unter dem Titel „Mensch – Recht – Stigma“. „Die Performances sind interaktiv, beziehen also das Publikum mit ein“, erklärt der 29-Jährige. So zeigt beispielsweise Souhaila Amade eine Performance namens „Silent Bird“, die sich mit Rassismus, Kolonialdenken und Sklavenhandel auseinandersetzt. Aber auch Themen wie Ungleichbehandlung, Diskriminierung, Homosexualität oder das Thema „Me too“ werden in den Performances thematisiert. „Wir wollen mit den interaktiven Performances die Besucher noch einmal mehr bewegen, sie mit einbeziehen und auf eine andere Art berühren.“

Der Verein Projekt Randerscheinungen besteht seit 2013 und ist ein soziales Kunstprojekt. „In unserer Satzung steht, dass wir uns mit gesellschaftskritischen Themen durch Theaterstücke, Ausstellungen, Filme oder soziale Projekte auseinandersetzen. Wir setzen uns für Menschenrechte und gegen Diskriminierung jeglicher Art ein“, so der Vorsitzende. Insgesamt arbeiten rund 50 Personen im Hintergrund. Bei der kommenden Ausstellung haben circa 30 Leute mitgeholfen. Insgesamt hat die Organisation der Ausstellung „Mensch du hast Recht(e)!“ eineinhalb Jahre gedauert und ist nur dank Sponsoren möglich, so Huber. „Die Ausstellung ist für jeden von Jung bis Alt geeignet, denn das Thema Menschenrechte geht schließlich jeden etwas an“, sagt Maximilian Huber.

„Wir wollen Leute auf das Thema aufmerksam machen. Wir möchten das Publikum irritieren und motivieren. Die Leute sollen über das Thema nachdenken und auch ihr eigenes Handeln überdenken. Manchen ist vielleicht auch gar nicht bewusst, wie sie sich verhalten.“ Gegründet wurde der Verein Projekt Randerscheinungen von Maximilian Huber und Julian Pietsch, mit dem Ziel, Randgruppen eine Stimme zu geben. „Kunst bietet dafür eine gute Möglichkeit. Man kann an so etwas wachsen. Wir wollen persönliche Erfahrungen in der Gemeinschaft durch die Kunst verarbeiten“, erklärt der 29-Jährige. Vergangenes Jahr erhielt das Projekt den Nachwuchspreis beim Ellinor Holland Kunstpreis unserer Zeitung.

„Mensch du hast Recht(e)!“ findet von Freitag, 1. März bis Sonntag, 10. März, in der Säulenhalle statt. Performances werden am Freitag, 1. März, am Samstag, 2. März, und am Freitag, 8. März, jeweils von 19 bis 22 Uhr gezeigt. Für Führungen per E-Mail unter projekt-randerscheinungen@gmx.de anmelden.

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