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Reichling

26.09.2019

Weihe in Reichling: Eine Orgel mit 1211 Pfeifen

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2 Bilder
Orgelbauerin Lea Herter und Intonateur Matthias Wirth bei der Feinabstimmung in der Kirche.
Bild: Gisela Klöck

Am Sonntag wird die neue Reichlinger Orgel feierlich geweiht. Das LT stellt das Instrument vor.

„Denn der Klang der Orgel vermag die Herzen mächtig zu Gott und zum Himmel emporzuheben.“ Dieser Satz findet sich im Einladungsschreiben von Pfarrer Michael Vogg für die Orgelweihe in Reichling, die am Sonntag, 29. September, um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Nikolaus mit Weihbischof Florian Wörner gefeiert wird. Dazu musizieren Jochen Geisenberger an der neuen Orgel und das Motschenbacher-Quintett des Bundespolizeiorchesters München.

Viele Ehrenamtliche packen mit an

Mit der Weihe der Orgel gehen elf Jahre Planung zu Ende. „Die neue Orgel in Reichling wurde so besonders, weil sich eine ganze Menge an Menschen über Jahre hinweg eingebracht und engagiert haben“, sagt Vogg. Für die Planung der Orgel seien etliche Orgeln und Orgelwerkstätten besichtigt sowie mit Fachleuten und Musikern gesprochen worden. Beim Abbau der alten Orgel und Aufbau der neuen hätten auch viele Ehrenamtliche hart angepackt und viel geleistet. Seit 2008 organisierte zudem ein „Orgelteam“ diverse Aktionen für „den guten Ton in Reichling“. Darunter auch jährlich einen Orgellauf. Wenige Tage vor der Orgelweihe fand ein solcher Lauf wieder statt. Weiterhin gibt es auch noch einen Orgelwein zu erwerben.

Pfarrer Michael Vogg ist sich sicher, dass man mit Orgelbauer Stefan Heiß aus Vöhringen „die richtige Wahl getroffen“ hat. Der Orgelbaumeister habe das Instrument in seiner Werkstatt in Vöhringen in traditioneller Bauweise hergestellt. Die Orgel ist laut Heiß eine der wenigen neuen Orgeln, die in der Diözese Augsburg gebaut wurden.

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An die 10.000 Speichermöglichkeiten

Auf der zweiten Empore der Reichlinger Pfarrkirche erklingt künftig eine mechanische Schleifadenorgel mit 20 Registern und 1211 Pfeifen, die sich auf zwei Manuale und das Pedalwerk verteilen. Eine Besonderheit und in der Region selten anzutreffen seien die Röhrenglocken, der Zimbelstern, die „Nachtigall“ und der „Kuckuck“. Der Arbeitsplatz (Spieltisch) des Organisten ist aus Nussbaum gefertigt. Die Manualtasten seien in Ebenholz und Bein gefertigt, alle Registerzüge aus Ebenholz gedrechselt. Wie Stefan Heiß sagt, ist ein beschriebenes Porzellanplättchen in jedem Registerzug eingelassen, um die Register schnell zu erkennen. Eine Setzeranlage mit 10.000 Speichermöglichkeiten erleichtere dem Organisten schnell den Wechsel von Klangfarben.

Der Schreiner verwendet abgelagertes Fichtenholz

Sub und Superoktavkoppeln geben dem Instrument laut Heiß noch einmal eine Vielzahl von Klangmöglichkeiten. Das neue Orgelgehäuse sei mit Schlitz und Zapfen sowie Zinken gefertigt. Nur bestes abgelagertes Fichtenholz wurde von Schreiner Martin Ludwig verwendet. Orgelbauerin Lea Herter, Stefan Heiß sowie Intonateur Matthias Wirth, der für die künstlerisch ausgewogene Intonation in Abstimmung auf den Kirchenraum sorgte, waren wochenlang vor Ort.

Am Weihetag der Orgel spielt um 14.30 Uhr der gebürtige Apfeldorfer Jürgen Geiger ein Konzert. Er hatte in seiner Jugend die Leitung des Reichlinger Kirchenchors inne.

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