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Landsberg

10.12.2020

Weihnachtsshopping und die Corona-Gefahr in Landsberg

Der Landsberger Media-Markt-Geschäftsführer Thorsten Matthies vor der Filiale am Penzinger Feld. Die Kunden werden dort elektronisch gezählt.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Ausgerechnet jetzt beginnt die heiße Phase des Weihnachtseinkaufs. Wie in den Landsberger Geschäften die Corona-Infektionsgefahr im Zaum gehalten werden soll.

Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit verschlimmert sich die Corona-Lage im Landkreis Landsberg. Viele Menschen wollen dennoch ein Stück Normalität bewahren und ihre Weihnachtseinkäufe in der Stadt erledigen. Wie bereiten sich die Einzelhändler in Zeiten der Pandemie auf den großen Ansturm vor? Das Landsberger Tagblatt hat sich umgehört.

Jedes Jahr strömen in den Dezemberwochen besonders viele Kunden in den Landsberger Media Markt. Und auch in diesem Jahr sei viel los, sagt Geschäftsführer Thorsten Matthies. Gefragt seien momentan vor allem Spielkonsolen, Handys oder Fernsehgeräte: „Und natürlich alles, was mit Homeoffice oder Homeschooling zu tun hat.“ Das Weihnachtsgeschäft verlaufe eigentlich relativ normal – nur eben mit einem strengen Hygienekonzept, das es zu beachten gelte. Überall weisen Schilder auf die Hygienemaßnahmen hin, an den Kassen befinden sich Plexiglasscheiben. Wie Thorsten Matthies berichtet, seien mittlerweile noch zusätzliche Bezahlschalter eingerichtet worden. Kunden können außerdem ihre zuvor online bestellten Waren in einem gesonderten Bereich abholen – ohne dabei die Verkaufsfläche betreten zu müssen. „Wir tun alles, um einen schnellen Durchfluss zu gewährleisten.“ Wie Thorsten Matthies berichtet, halten sich die Menschen auch an die Vorschriften. Das Sicherheitspersonal habe nicht mehr zu tun als sonst. „Wir haben vielleicht einmal im Monat jemanden, der keine Maske tragen will.“

Im Media Markt werden die Kunden elektrisch gezählt

In der momentanen Lage dürften sich in dem 2600 Quadratmeter großen Laden am Penzinger Feld 160 Kunden gleichzeitig aufhalten. „In den Vorjahren wurde diese Zahl an manchen Tagen natürlich deutlich überschritten“, sagt Thorsten Matthies. Derzeit komme es schon manchmal vor, dass Leute vor dem Geschäft warten müssten.

Doch wie wird im Media Markt sichergestellt, dass die Zahl von 160 Besuchern nicht überschritten wird? Am Eingang befindet sich ein elektronischer Kundenzähler, erklärt Matthies. Dadurch kann über die Homepage zu jeder Zeit auch aus der Ferne mitverfolgt werden, wie viele Personen sich gerade im Laden befinden.

Sport 2000 setzt auf Einlasskarten

Die Stimmung bei den Kunden sei momentan generell etwas gereizt, sagt der Filialleiter des benachbarten Sportgeschäfts Sport 2000, Ronny Morawa: „Aber das liegt natürlich an den derzeitigen Umständen.“ Aktuell dürfen sich 50 Personen auf der Verkaufsfläche aufhalten. Kontrolliert wird das mithilfe von Einlasskarten, die von einem Mitarbeiter am Eingang ausgegeben und hinterher desinfiziert werden. Falls die Besucher keine Maske dabei haben, bekommen sie vom Personal eine Einweg-Maske zur Verfügung gestellt. Auf die geltenden Hygienevorschriften werde unter anderem durch Shop-TV und -Radio aufmerksam gemacht. Im Vergleich zu den Vorjahren sei momentan weniger los, sagt Ronny Morawa. Fitness- und Running-Artikel seien zwar voll im Trend, „bei den Skiprodukten haben wir aber einen Umsatzrückgang von 95 Prozent“.

Dr. Marion Rehm managt das Landsberger Lechland Center.
Bild: Thorsten Jordan

Im vor zwei Jahren eröffneten Lechland Center in Landsberg sei momentan viel los, sagt dessen Managerin Dr. Marion Rehm. Insgesamt sind dort zwölf Geschäfte zu Hause – darunter ein Supermarkt und Bekleidungsgeschäfte. Alle Mieter hätten dem Gesundheitsamt ihre eigenen Hygienekonzepte vorgelegt. „Einige behalten die Kundenzahl beispielsweise durch die zur Verfügung stehenden Einkaufswägen und Einkaufskörbe im Auge“, sagt die Managerin. An den insgesamt fünf Eingängen zur Mall – drei führen von der Tiefgarage hinauf – werden die Personen hingegen nicht gezählt. „Die Besucherströme entzerren sich im Inneren sehr gut“, sagt Marion Rehm. „Aber wir beobachten die Situation ständig.“

In den V-Markt dürfen derzeit etwa 250 Kunden

Auch Lebensmittel und Haushaltsprodukte sind in diesen Tagen gefragter denn je. „Generell herrscht in unseren Filialen in der Vorweihnachtszeit schon manchmal Halligalli“, sagt V-Markt-Pressesprecher Martin Glöckner. Das in den vergangenen Monaten entwickelte Hygieneschutzkonzept habe sich allerdings bewährt. Im Landsberger V-Markt weisen Plakate, Fußabdruckaufkleber und regelmäßige Durchsagen auf die Hygiene- und Abstandsregelungen hin.

Aktuell dürften sich etwa 250 Kunden gleichzeitig auf der rund 5000 Quadratmeter großen Verkaufsfläche aufhalten. Die Anzahl werde durch eine Einkaufswagenpflicht kontrolliert. „Ein netter Nebeneffekt ist, dass die Menschen durch die Wägen auch die Abstände besser einhalten“, sagt Martin Glöckner. Zu Stoßzeiten seien zudem Securitymitarbeiter im Eingangsbereich im Einsatz.

Die beiden Marktleiter des Landsberger V-Markts: Edmund Thutewohl und Johannes Schärtel.
Bild: Thorsten Jordan

Menschen bedanken sich für die strengen Vorschriften

Auch auf dem Parkplatz der Filiale gelte inzwischen Maskenpflicht, auf die durch Schilder hingewiesen wird. „Unsere Mitarbeiter sind dazu angehalten, zu schauen, dass die Regeln auch dort eingehalten werden“, sagt Martin Glöckner. Im Großen und Ganzen würden die Regeln von den Kunden aber gut eingehalten. „Wir bekommen sogar Anrufe, in denen sich die Menschen bei uns bedanken, dass sie in unseren Filialen auch jetzt sicher einkaufen können.“

Im Landsberger Kaufland am Penzinger Feld stehen gleich mehrere Desinfektionsspender, an den Kassen sind Plexiglasscheiben angebracht. Unternehmenssprecherin Alisa Götzinger sagt gegenüber dem LT: „Unsere Kunden können uns zudem aktiv unterstützen, indem sie die gesamte Länge unserer Öffnungszeiten nutzen und insbesondere montags, dienstags und mittwochs sowie – soweit möglich – nur alleine oder zu zweit einkaufen gehen.“

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