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Landsberg

26.01.2020

Weltpremiere bei Snowdance: Ein Thriller, der Rätsel aufgibt

Weltpremiere im Olympia Filmtheater mit „Frieda – Coming Home und (von links) Timo Willman, Michael W. Driesch und Elisabeth Kanettis
Foto: Julian Leitenstorfer

Plus „Frieda – Coming Home“ feiert auf dem Independent Film Festival in Landsberg Weltpremiere. Regisseur Michael W. Driesch führt die Zuschauer in die Irre.

Eine Frau liegt im Sterben – das ist das erste Bild in „Frieda – Coming Home“. Der Mystery-Thriller hatte Weltpremiere auf dem Snowdance Independent Film Festival in Landsberg und rund 50 Zuschauer verfolgten, was Mark und Olivia, einem jungen amerikanischen Paar, auf ihrer Europareise geschieht. Regisseur Michael W. Driesch führte die Zuschauer dabei in die Irre. Beim Filmgespräch klärte er das Publikum dann jedoch auf.

Was hat es mit der sterbenden Frau auf sich, die anfangs kurz gezeigt wird? Davon erfährt der Zuschauer erst später, denn in der nächsten Einstellung befindet man sich bereits in New York, wo Mark Olivia mit der Reise überrascht. Olivias Urgroßeltern stammen aus Deutschland und deren ehemaliges Heimatdorf ist das erste Reiseziel der jungen Amerikaner.

Szene aus dem Film „Frieda – Coming Home"
Foto: Julian Leitenstorfer

Abgeholt werden sie von der Tochter ihrer Vermieterin, denn die alte Dame liegt im Sterben, wie zu Beginn zu sehen war. Die Dame wird noch eine besondere Rolle spielen in diesem Film. Noch ist in „Frieda – Coming Home“ alles friedlich. Das Paar landet in einem kleinen Haus an einem See. Es ist Herbst, im Sommer war der See fast ausgetrocknet, Baumgerippe, das überall am Ufer liegt, gibt dem Ganzen einen eher morbiden Charme. Doch den beiden jungen Leuten gefällt es, die schwangere Olivia freut sich, im Heimatort ihrer Urgroßeltern zu sein. Sie verrät Mark, dass ihre Uroma ein Medium war und mit Toten sprechen konnte.

Plötzlich ist da ein kleines Mädchen

Die Idylle im Häuschen wird bald gestört, Handys verschwinden, es knarzt im Boden oder auf dem Dachboden und Mark und Olivia unterstellen sich gegenseitig, den anderen mit einem „Spukhaus“ erschrecken zu wollen. Bis ihnen die Erkenntnis kommt, dass wirklich etwas nicht stimmt. Plötzlich ist da ein kleines Mädchen und später noch eine elegante Autofahrerin, angezogen im Stil der 1960er-Jahre. Und Mark, der draußen im ländlichen deutschen Herbstnebel Hilfe holen will, findet bei der Rückkehr seine Olivia nicht mehr ...

Die beiden Hauptdarsteller Elisabeth Kanettis und Timo Willman wachsen einem als Olivia und Mark schnell ans Herz. Zwei Menschen, die sich lieben, ihr erstes Kind erwarten und sich schon mal um den Namen des noch Ungeborenen kabbeln. Kammerspielartig sind zumeist die beiden im Dialog zu erleben – in der New Yorker Wohnung, im Flugzeug und in dem Haus am See. Vermutlich ist dies dem Independent-Dreh geschuldet, doch es bringt auch eine große Dichte im Film, der Zuschauer ist den beiden auf ihrem Trip nach Europa sehr nahe.

Rund 50 Besucher wollten die Weltpremiere  von „Frieda – Coming Home" sehen.
Foto: Julian Leitenstorfer

Michael W. Driesch, Spitzname Doc Miguel, wie die Presseunterlagen verraten, hat Regie geführt, das Drehbuch geschrieben und den Film produziert. Und er führt die Zuschauer lange in die Irre, mit dem, was Olivia und Mark in Wirklichkeit passiert. Wenngleich Wirklichkeit natürlich bei einem Mystery-Thriller ein weit gefasster Begriff ist. Zwei oder drei Zuschauer bekannten in der Filmpremiere, den Plot nicht verstanden zu haben und bekamen vom Regisseur eine chronologische Aufzählung der Dinge, die passieren.

Der Mensch ist mehr als eine biologische Maschine

Michael W. Driesch erzählte beim Filmgespräch nach der Vorführung, dass er sich nach dem frühen Tod einer Tante, die ihm sehr nahestand, mit Parapsychologie beschäftigt habe, da sich zu dieser Zeit seltsame Dinge zugetragen hätten. Als kleines Beispiel nannte er, dass sich die Uhr in seinem Jeep auf die richtige Zeit eingestellt habe – ohne Zutun von irgendjemand. Seit er sich eingelesen habe in parapsychologische Literatur, die nicht nur von Esoterikern stammt, wie Driesch sagt, sondern auch wissenschaftlich sei, gelte für ihn die Option, dass der Mensch mehr sei als eine biologische Maschine. Und um dieses Mehr oder das Danach geht es in „Frieda – Coming Home“.

Fotos vom Auftakt des Filmfestivals gibt es hier:

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Snowdance in Landsberg: Die Eröffnung des Landsberger Filmfestivals
Foto: Julian Leitenstorfer

Finanzieren konnte Michael W. Driesch, da er früh Bitcoins gekauft hatte und deren Wertsteigerung ihm die Produktion dieses Mystery-Thrillers erlaubte. Das Haus am See sei übrigens bis vor Kurzem im Besitz seiner Familien gewesen, erzählte der Regisseur. Für die Filmmusik ist Michael Kubertanz verantwortlich, Kamerafrau war Julia Kampmann. In weiteren Rollen sind Madeleine Niesche, Maike Jüttendonk, Steffen Gräbner, Ida Wieland, Renate Esslinger, Errol Trotman-Harewood, Rainer Laupichler und Max Driesch zu sehen.

„Frieda – Coming Home“ ist am Montag um 15 Uhr in der Säulenhalle sowie am Mittwoch um 17 Uhr im Olympia-Kino 1 und am Freitag um 20 Uhr im Olympia-Kino 2 zu sehen.

Einen Kommentar zum Auftakt des Filmfestivals lesen Sie hier: Snowdance Landsberg: Eine Woche voll mit Film

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