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Unterdießen

08.06.2016

Weltrekordversuch endet in der Ukraine

In der Ukraine hat Hubert Berger aus Unterdießen  (hier beim Start in Landsberg) jetzt seinen Versuch abgebrochen, die Welt mit einem Oldtimertraktor der Firma Eicher zu umrunden.
Bild: Gisela Klöck

Hubert Berger bricht seine Unternehmung nach vier Wochen ab.

Aus der Traum vom Weltrekord: In der Ukraine hat Hubert Berger aus Unterdießen jetzt seinen Versuch, die Welt mit einem Oldtimertraktor der Firma Eicher zu umrunden, abgebrochen. Das teilte er auf seiner Facebook-Seite mit. Dreieinhalbtausend Kilometer war er eigenen Angaben zufolge mit seinem Traktor in Richtung Osten gefahren – vorgesehen hatte Berger eine Fahrtstrecke von 50000 Kilometern rund um den Globus.

Gestartet war der Abenteurer am 8. Mai auf dem Landsberger Hauptplatz. Genau vier Wochen später, am 5. Juni, entschied sich Berger, die Reise abzubrechen. Das war, wie sich seinem Facebook-Eintrag entnehmen lässt, irgendwo in der Ukraine. Zwei Gründe führt er für seine Entscheidung an: Die Sicherheitslage und das Geld. Am Samstag habe er sich noch einmal die Kontodaten aus Deutschland geben lassen. Dabei habe er festgestellt, dass seit seiner Abreise kein einziger Euro Sponsorengeld für seinen Weltrekordversuch eingegangen sei. Die Finanzen waren, wie Berger weiter schreibt, von Anfang an ein Problem: Mehr als ein Jahr lang habe er sich vergebens um Geldgeber für seine Weltumrundung bemüht. Nachdem er mit seinem Vorhaben an die Öffentlichkeit gegangen war, habe es zwar ein „riesengroßes“ Interesse an der Sache gegeben, jedoch weiterhin kein Geld. Bislang habe er selbst 30000 Euro in die Unternehmung gesteckt, jetzt müsse er aber „kapitulieren“. Das Werbepotenzial seines Völkerverständigungsprojekts mit einem Traktor-Oldtimer sei nicht erkannt worden, bedauert der 58-jährige Unterdießener.

Ein anderer Umstand, der Berger eine Weiterreise offenbar verleidete, waren Sicherheitsdefizite, wie er sie in Moldawien erlebte. In dem zwischen Rumänien und der Ukraine gelegenen Staat habe er wegen politischer Unruhen von seiner eigentlich geplanten Fahrstrecke abweichen müssen. Weil er einmal keinen sicheren Übernachtungsplatz fand, stellte er seinen Wohnwagen in der Hauptstadt Chisinau direkt vor dem Rathaus ab und hörte dann, wie unweit davon nachts Schüsse fielen. Am nächsten Tag habe ihm dann der Bürgermeister zu verstehen gegeben, er solle verschwinden, denn man wolle hier keinen Tumult.

Berger ärgerte sich zudem, dass seine Reisevorbereitung kritisiert und ihm angekreidet worden sei, die Kosten falsch eingeschätzt zu haben. Er sei sich sicher, schreibt er, dass in Deutschland kaum jemand besser für ein solches Mammutprojekt geeignet gewesen wäre. Als langjähriger Reisebusfahrer und Reiseunternehmer sei er auf allen fünf Kontinenten unterwegs gewesen, fuhr unter anderem mit dem Bus 1990 nach China, 15-mal den Karakorum Highway in Pakistan und befuhr mehrfach die Mongolei und Sibirien.

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