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Kaufering

11.03.2018

Wenig Politik, viel Heiteres

Aus seinem Buch las Münchens Altoberbürgermeister Christian Ude (links), zu dem SPD-Bürgermeisterkandidat Thomas Salzberger geladen hatte.
Bild: Frauke Vangierdegom

Münchens Altoberbürgermeister Christian Ude unterstützt den SPD-Bürgermeisterkandidaten Thomas Salzberger. Und dabei packt er einige lustige Anekdoten aus.

Aus seinem Buch „Öha und andere Geständnisse“ las Münchens Altoberbürgermeister Christian Ude beim politisch-heiteren Abend in Kaufering und sorgte für etliche Lacher unter denen, die der Einladung des Bürgermeisterkandidaten Thomas Salzberger gefolgt waren.

Das Publikum ist „weitestgehend intelligent“

Ude, der sein Pubikum als „weitestgehend intelligent“ einstufte, meinte: „Es braucht nicht viele Worte, um ihnen zu verdeutlichen, wem sie bei der Stichwahl ihre Stimme geben sollten.“ Das war es aber auch in Sachen Wahlkampf, der Rest des Abends gehörte einigen Pointen, die Ude aus mehr als 20 Jahren Arbeitsalltag als Chef des Münchner Rathauses zum Besten gab und eindrucksvoll unter Beweis stellte, dass er neben Politik durchaus auch Satire kann. Nicht nur, aber auch seine Sozialdemokraten nahm Ude gehörig auf die Schippe.

Von unangenehmen Begegnungen

Immerhin habe sich seit 30 Jahren nicht viel geändert in der SPD. Bürgerfeste auf menschenleeren Plätzen, bei denen der Kandidat zur Bürgermeister-, Landtags- oder Bundestagswahl vergeblich nach dem Bad in der Menge sucht, seien nur ein Beispiel von vielen. Oder Bürgerversammlungen, zu denen sich „die unangenehmsten Vertreter in einer Dreifachturnhalle zusammenrotten“.

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Ohne Hose im Amtszimmer

Als noch Zweiter Bürgermeister sei er im Amt gewesen, als sich eine für ihn peinliche Situation in seinem Amtszimmer ergab. Nicht ahnend, dass es einen Sicherheitsdienst im Rathaus gab, der mit einem Revolver bewaffnet gewesen sei, habe er seine dienstlichen Pflichten nach Schließung des Rathauses weiter erfüllen wollen. Weil er sich aber beim sommerlichen Stadtratstanz – „einer saublöden Erfindung der Grünen“ – mit der damaligen grünen Bürgermeisterin sein Knie lädiert hatte und dieses mit Salbe versorgen wollte, habe er seine Hose ausgezogen und weggelegt.

 „Während einer Denkpause bin ich mit eingesalbtem Knie im Zimmer auf und ab gegangen. Oben repräsentativ gekleidet, unten eher spärlich. Da hatte ich plötzlich das Gefühl „du bist nicht allein!“ Tatsächlich sei ein ihm fremder Mann mit Revolver im Raum gestanden. Ude sei nichts Besseres eingefallen, als seinem Gegenüber zu verstehen zu geben: „Ich bin fei der Bürgermeister!“ Worauf der Eindringling erwiderte: „Ach so“ und lautlos verschwand.

Was es mit dem Wörtchen „Öha“ auf sich hat

Im Laufe des Abends erfuhren die Zuhörer auch, was es im Titel seines Buches mit dem Wörtchen „Öha“ auf sich hat. Eingeladen zu einer TV-Talkrunde sei sein Blick im Treppenhaus in einen Ausschnitt gefallen. „Da war auch eine Frau drum herum, aber mein Blick blieb in diesem Ausschnitt haften.“ Mir fiel zur Entspannung der Lage nichts gescheites ein, und ich sagte nur „Öha“. Im selben Atemzug hätte ich mich dafür ohrfeigen können.

Diese Frau, Nadja ab del Farrag, habe ebenfalls an der Talkrunde teilgenommen. „Ich habe mir gesagt, du schaust nicht in dieses Dekolleté – Silikon Valley ist tabu!“ Voll konzentriert auf seine Fingernägel hätte er die Sendung überstanden. Ein begeistert lachendes Publikum war ihm nicht nur bei dieser Geschichte sicher. 

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