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Landsberg

25.10.2017

Wenn Babys nicht zur Ruhe kommen

Viele Eltern kennen das: Der Nachwuchs weint, schreit und lässt sich nicht mehr beruhigen. In der Schreibabyambulanz in Landsberg gibt es seit 15 Jahren Hilfe.
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Viele Eltern kennen das: Der Nachwuchs weint, schreit und lässt sich nicht mehr beruhigen. In der Schreibabyambulanz in Landsberg gibt es seit 15 Jahren Hilfe.
Bild: Peter Endig, dpa

Hier wird gestressten Eltern geholfen: Die Schreibabyambulanz in Landsberg besteht seit 15 Jahren.

Sie könnte noch viel öfter genutzt werden, die Schreibabyambulanz im SOS-Familien- und Beratungszentrum in Landsberg. Denn wenn Babys sich gar nicht beruhigen lassen, kaum schlafen und nicht zur Ruhe kommen, sind die Eltern oft am Ende mit ihrer Kraft und von Selbstzweifeln zermürbt. Dabei kann in der Spöttinger Straße 4 meist sehr schnell und mit wenig Aufwand geholfen werden, meinte SOS-Bereichsleiterin Elke Wimpelberg bei einer kleinen Feier zum 15-jährigen Bestehen der Schreibabyambulanz.

Manche Babys, so Annette Riegger von der Schreibabyambulanz, können sich von Haus aus gut selbst beruhigen, wenn Veränderungen sie aus dem Gleichgewicht gebracht haben. Andere dagegen kriegen sich gar nicht mehr ein, obwohl sie erfahrene Mütter haben, die ihre vielen guten Ideen zum Beruhigen ausprobieren.

Die Eltern sind dann größtenteils sehr erschöpft durch den Schlafmangel, das Gefühl der Inkompetenz und den psychischen Stress. Sie fühlen sich isoliert, weil andere die Situation als „normal“ ansehen und entwickeln durch die Dauerbelastung auch einmal aggressive Gefühle gegenüber dem Kind. „Insofern wirken wir auch im Sinne des Kinderschutzes“, betonte Elke Wimpelberg.

Termine gibt es relativ schnell

In der Schreibabyambulanz bekommen betroffene Eltern zeitnah einen Termin. Anhand der Vorgeschichte erarbeiten die SOS-Mitarbeiter gemeinsam mit den Eltern eine neue Strategie. Manchmal gibt es ergänzend eine Physiotherapie, manchmal wirken die Mitarbeiter auch als „Übersetzer“ zwischen Eltern und Kind, wenn beide „trotz guter Absicht aneinander vorbei handeln“, so Riegger.

Wichtig ist es, die Familien frühzeitig zu unterstützen, die Stärken des Babys und der Eltern zu erkennen und für eine akute Entlastung zu sorgen, betont Maria Mayer. Sie hat als erste SOS-Mitarbeiterin in den 90er-Jahren eine mehrjährige Weiterbildung im Münchner Kinderzentrum absolviert, in dem die Schreibabyambulanzen ins Leben gerufen wurden. Sechs Jahre vor dem Vorstoß des Familienministeriums, flächendeckend Beratungsangebote zu etablieren, wurde 2002 die Schreibabyambulanz in Landsberg eröffnet.

Am Ende sind Eltern oft überglücklich

2010 qualifizierte sich mit Gabi Steuer eine weitere SOS-Mitarbeiterin, 2016 kam Annette Riegger ins Team. Seit 2012 bezuschusst das Jugendamt die Ambulanz, obwohl diese Leistung nicht zwingend vorgeschrieben ist.

Inzwischen kommen jährlich gut 30 Familien zur Beratung, wenn ihre Babys oder Kleinkinder exzessiv schreien, trotzen, klammern, beim Essen oder Schlafen Probleme zeigen. Oft kommen sie über die Koordinierende Kinderschutzstelle (KoKi) zur Ambulanz, deren Mitarbeiterinnen mit einem Geschenk zur Feier gekommen waren.

Manchmal schicken aber auch andere Eltern oder der Kinderarzt die Familie in die Spöttinger Straße. So wie Dr. Alexandra Holzapfel, die als einzige Kinderärztin mit der Schreibabyambulanz feierte und berichtete, dass eine Mutter nach nur einem Beratungstermin „total happy“ wiederkam: „Jetzt schläft er durch!“ (lt)

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