1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Wenn Tanzpartner verschmelzen

Porträt

11.05.2017

Wenn Tanzpartner verschmelzen

Copy%20of%20Niedermayer_Sch%c3%bctz%20(10%20von%2011).jpg
2 Bilder
Karin Niedermayer und Peter Schütz sind nicht nur auf der Tanzfläche ein Paar, sondern auch im richtigen Leben. Die beiden sind begeisterte Boogie-Woogie-Tänzer.
Bild: Julian Leitenstorfer

Nicht nur auf der Tanzfläche sind Karin Niedermayer und Peter Schütz ein perfekt eingespieltes Team. Boogie-Woogie tanzen ist ihre Leidenschaft. Jetzt geht es zur Europameisterschaft.

Dem Swing gehört ihre Leidenschaft und Boogie-Woogie tanzen ist auch zur Passion geworden für Karin Niedermayer und Peter Schütz. Gemeinsam legen die Sozialpädagogin und der IT- und Kommunikationsfachmann seit 2007 mit wachsender Begeisterung eine flotte Sohle aufs Parkett. Was im sogenannten Social-Dance-Bereich begann, findet derzeit im Hochleistungssport mit Erfolgen wie ein 6. Platz bei deutschen und mehrere 4. Plätze bei bayerischen Meisterschaften seine Fortsetzung.

„Mich hat die Musik schon lange fasziniert, sodass ich irgendwann den Wunsch hatte, darauf zu tanzen“, erinnert sich Peter Schütz zurück. Die ersten zaghaften Boogie-Woogie-Schritte lernte der heute 58-Jährige an der Volkshochschule und baute sein Können bei den Boogie-Bären in München aus. Dort versuchte sich auch Karin Niedermayer ab 2006 an diesem Swing-Tanz, der in den 1920er-Jahren in den USA als „East Coast Swing“ seinen Anfang nahm. „Ich wollte einfach wieder tanzen“, erzählt sie.

Er führt, sie muss es umsetzen

Längst sind Niedermayer und Schütz auch privat ein Paar. S owohl im Alltag als auch auf dem Parkett vertrauen die beiden einander und sind perfekt aufeinander eingespielt. Beim Boogie-Woogie-Tanzen ist das auch enorm wichtig. Würde man es mit ganz wenigen Worten beschreiben wollen, wäre eine Formulierung in dieser Art treffend: „Er führt und sie muss seine Führung sogleich verstehen und tänzerisch umsetzen.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Wer weiß, dass im Turnier die Musik nicht vom Tanzpaar selbst ausgewählt wird, sondern zugelost wird, der kann sich vorstellen, wie eng und intensiv der Austausch zwischen den Partnern sein muss. Alle Figuren und Tanzelemente werden durch Augen-, Hand- oder Körperkontakt vom Mann geführt. Sie muss in Bruchteilen von Sekunden erspüren, welche Figur ihr Partner eingeleitet hat. Nur, wenn die Harmonie beider Tänzer die Einheit des Paares unterstreicht, nur wenn individuelle Interpretationen miteinander im Einklang stehen und nur wenn das Paar die Freude am Tanzen widerspiegeln kann, gibt es genügend Punkte von den Wertungsrichtern. Hinzu kommt noch, die im Turnier geforderte spezielle Schritttechnik zu zeigen.

Niedermayer und Schütz hatten, wie sie im Gespräch mit dem LT erzählen, anfangs so gar keine Ambitionen, irgendwann einmal in den Leistungssport und damit in den Turnierbetrieb einzusteigen. „Wir hatten einfach Spaß am tanzen und an der Musik.“

So funktionieren die Grundschritte im Boogie-Woggie.

Lange habe es dann aber doch nicht gedauert, bis das Tanzpaar das Gefühl hatte, nicht „nur zum Spaß“ tanzen zu wollen. „Wir wollten mehr lernen, wollten weiter kommen“, sagen sie. „Und wir wollten zu schnellerer Musik tanzen.“ Irgendwann einmal an Turnieren teilzunehmen, das sei aber nicht ihre Intention gewesen.

Das sollte sich bald ändern. Denn Karin Niedermayer und Peter Schütz sind ehrgeizig und sportbegeistert. 2012 begann ihre erste Turniersaison. Seit 2016 sind sie auch im Landeskader Bayern. Drei Mal pro Woche trainieren die beiden mit ständig wachsendem Erfolg und nutzen – weil es aus logistischen Grünen einfach sinnvoller ist – die Räumlichkeiten der FT Jahn Landsberg.

In Moskau kämpfen sie um den EM-Titel

Heute weiß „Leader“ Peter Schütz, welche Techniken er anwenden muss, um seiner Karin eindeutige Hinweise geben zu können, welche Figuren, welche Schritte folgen sollen. Erst vor wenigen Tagen sind die beiden von den bayerischen Meisterschaften in München mit einem hervorragenden 4. Platz zurückgekehrt.

Auch wenn beide vollkommen aufeinander eingespielt sind, unzählige Male schon zu unterschiedlichster Musik auf dem Tanzparkett ihre Figuren und Musikinterpretationen gezeigt haben, sagt Niedermayer, gefragt nach möglichem Lampenfieber vor großen Auftritten: „Früher konnte ich nicht einmal etwas essen vor einem Auftritt. Heute geht das ein kleines bisschen besser. Aber ich bin immer fürchterlich aufgeregt und nervös.“

Und Schütz? „Ich bin natürlich total angespannt. Dann brauche ich meine Ruhephase, um mich zu konzentrieren und um einzelne Figuren und Schritte noch einmal zu rekapitulieren.“ Auf dem Parkett aber falle mit dem ersten Ton der Musik die Anspannung ab. Dann wird nur noch getanzt.

Mitte Mai geht es nach Moskau, wo die Europameisterschaft im Boogie-Woogie ausgetragen wird. Niedermayer und Schütz treten dort in der Seniors-Klasse an. „Wir geben unser Bestes. Mal sehen, wohin uns das führt.“

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
_JOR1253.JPG
Landsberg

So reagiert das Netz auf die Anti-AfD-Demos in Landsberg

ad__starterpaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket