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Aktionstag

16.03.2015

Wenn das Heim die neue Heimat ist

„Tag der Pflege“: Rund um dieses Thema fand gestern in Landsberg ein Aktions- und Informationstag statt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Beim „Tag der Pflege“ informiert der Landkreis über viele Bereiche. Von B wie Betreuungsrecht bis V wie Verpflegung im Alter

Wir sind früher oder später alle irgendwie darauf angewiesen.“ Landrat Thomas Eichinger brachte mit diesem Satz zum Ausdruck, woran die wenigsten Menschen in verhältnismäßig jungen Jahren keinen Gedanken verschwenden (wollen): an das Thema Pflege im Alter. Und genau darum drehte sich im Landsberger Sporzentrum gestern ein ganzer Aktionstag. „Pflege erleben – Lebensqualität erhalten“ lautete das Motto.

Dabei gab es gleich zwei Premieren: zum einen, dass zwei Landkreis sich diesem Thema gemeinsam widmen, zum anderen, dass sich verschiedene Träger daran beteiligen. Gemeinsam mit dem Nachbarlandkreis Weilheim-Schongau hatte der Kreis Landsberg den Infotag organisiert, bei dem sich nicht nur Pflegeeinrichtungen und Verbände präsentierten, sondern bei einer Vortragsreihe auch verschiedene Fachbereiche abgedeckt wurden. Mit Thomas Eichinger und Andrea Jochner-Weiß hatten die beiden Landräte der veranstaltenden Landkreise die Schirmherrschaft übernommen. „Demografischer Wandel ist kein fremder Stern am Himmel. Die Zahl der Erwerbstätigen wird weniger, der Wunsch des Älterwerdens erfüllt sich immer mehr. Aber nicht alle haben das Glück, dass sie gesund alt werden“, sagte Jochner-Weiß mit Blick auf die immer älter werdende Gesellschaft und den gestiegenen Pflegebedarf. Ihr Dank galt dabei dem Pflegepersonal und auch den Angehörigen. „In einem Pflegeberuf ist man so nahe wie in keinem anderen Beruf am Menschen“, meinte Thomas Eichinger, der sich eine prosperierende Nachwuchsgesellschaft im Bereich der Pflegeberufe wünschte.

Und speziell zu diesem Berufszweig gab es vor Ort einige Informationen, beispielsweise von der Agentur für Arbeit oder den Heimerer Schulen. Einen Einblick in den Alltag einer Einrichtung für ältere Menschen gab das Team vom Kauferinger Seniorenstift.

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Die Themenbereiche waren in verschiedene Blöcke aufgeteilt: „Verpflegung“, „Ausbildung“, „Lebensqualität“, „Rund ums Wohnen“, „Aufsicht“, „Bewegung und Beschäftigung“ und „Demenz“. Mit all diesen Bereichen beschäftigt sich die Pflege von älteren und/oder kranken Senioren. Menschen, die zum Teil rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen sind. „Wir alle würden gern geistig rege alt werden und dann irgendwann friedlich einschlafen. Aber das ist ein Wunschdenken“, sagte Moderatorin Ulla Müller bei der offiziellen Eröffnung der Veranstaltung. Die Reaktion von Betroffenen sei oft: ’Bitte nicht ins Heim.’ „Die Haltung ist oft: ’Da bin ich eingesperrt.’ Aber ein Heim ist ein Stück Heimat und keine Einrichtung. Das kann sehr lebenswert sein. Man muss zulassen, dass das Thema Traurigkeit und Tod dazugehört“, so Müller.

Die Besucherklientel umfasste fast alle Altersschichten. Ein Besucher war Apfeldorfs Bürgermeister Georg Epple. Ihn hatte nicht nur der Traum für die Realisierung eines Mehrgenerationenhauses in seiner Heimatgemeinde mit entsprechendem Informationsbedarf zum „Tag der Pflege“ geführt, sondern auch persönliches Interesse. „Über das Thema Patientenverfügung sprechen wir oft daheim. Da muss man ernst machen damit. Denn schon morgen könnte es soweit sein und solange man noch selbst entscheiden kann, was in diesem Fall passieren soll, ist es günstiger.“ Und genau zu diesem und anderen Themen (Betreuungsrecht, Leistungen der Sozialhilfe, Palliativversorgung und Demenzerkrankung) gab es Vorträge im Sportzentrum.

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