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Schondorf

28.01.2019

Wenn der Gemüsehändler auf den Zwiebeltrick setzt

Auf dem Schondorfer Wochenmarkt trotzen die Fieranten der Kälte: Gemüsehändler Martin Wörishofer setzt auf den Zwiebeleffekt, Eine Decke brauchen die kälteempfindlichen Kartoffeln und Äpfel.
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Auf dem Schondorfer Wochenmarkt trotzen die Fieranten der Kälte: Gemüsehändler Martin Wörishofer setzt auf den Zwiebeleffekt, Eine Decke brauchen die kälteempfindlichen Kartoffeln und Äpfel.
Bild: Renate Greil

Auf dem Schondorfer Wochenmarkt ist es im Winter nicht leicht für Fieranten und Kunden. Wie die Standbetreiber den Temperaturen trotzen.

Flanieren auf dem Wochenmarkt, daran denkt man bei Minusgraden, kaltem Wind und leichtem Schneefall nicht als Erstes. Der Schondorfer Wochenmarkt findet auch im Winter statt und hält mit derzeit vier Ständen am Freitagnachmittag ab 14 Uhr die Stellung zwischen Bahnhof und Rathaus. Aber wie trotzen die Marktleute Schnee, Eis und Wind?

Marktleiter Peter Kaun jun. hat, wie die anderen Standbetreiber auch, schon Erfahrung mit Märkten bei kaltem Wetter. Denn sein Dießener Viktualienmarkt läuft seit einigen Jahren ebenfalls ganzjährig. In Schondorf startete der Markt im September und hat – anders als in Dießen – noch nicht so viele Stammkunden. Diese kommen bei jedem Wetter, bestätigen alle vier Standbetreiber. An diesem eisigen Tag in Schondorf sind es neben Peter Kaun jun. mit der Markt-Rôtisserie auch der Käsewilli (Willi Hausfelder aus Weil), der Konradhof (Seefeld-Unering) und die Windacher Bio-Gemüserei Hand und Erde.

Mehrere Schichten Kleidung helfen

Beim Gemüsestand der Windacher Bio-Gemüserei pfeift der kalte Wind um die Ecke. Bei Martin Wörishofer hat eine junge Mutter ihr Baby warm eingepackt im Kinderwagen dabei und kauft die pflanzlichen Zutaten für eine warme Hühnersuppe ein, dann geht es weiter zum nächsten Stand. Standbetreiber Wörishofer kleidet sich für das Winterwetter nach dem Zwiebelprinzip möglichst in Wollsachen und trinkt ab und zu einen Schluck Tee. Als psychologischen Trick hat er immer noch eine Schicht zum Anziehen dabei. „Das hilft“, sagt er. Bislang hatte er in diesem Winter auch noch keine Erkältung. Im Angebot hat Wörishofer saisonale Ware, deshalb ist das meiste Lagergemüse wie Rettich, Zwiebeln, Rote Rüben, Kürbis, Sellerie und Petersilienwurzel. Einen Wintersalat, den Postelein, und Spinat hat er dabei, der in Windach unter Folie wächst.

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Für eine Ernte von Karotten frisch vom Feld sei der Boden zu gefroren gewesen, sagte Martin Wörishofer. Unter einer Decke hat er windgeschützt noch kälteempfindliche Ware wie Kartoffeln und Äpfel gelagert. Seine Stammkunden schätzen die Qualität und die Nähe des Betriebs, meint Wörishofer, aber jetzt im Winter sind es auf dem Markt schon deutlich weniger Kunden als im Sommer.

Wer am Hendlstand arbeitet, hat es gut

„Der Markt ist noch im Aufbau“, sagt Markleiter Peter Kaun jun. Kälteprobleme hat er in seinem Wagen nicht, denn er hat den Hähnchengrill im Rücken. Für seine Kunden bietet er bei kaltem Wetter auch Kinderpunsch und Glühwein an. Brathähnchen, Bratwurst und Pommes werden auch im Winter gerne mit nach Hause genommen, manche Kunden kommen bereits mit Plastikdosen zum Stand. Auf dem Heimweg versorgen sich Schüler mit einer Portion Pommes.

Beim Wagen vom Konradhof, der Wurst, Fleisch und Eier anbietet, hält sich Verkäuferin Sandra Sicaja mit einer kleinen Heizung im Wagen und ein bisschen Bewegung warm. Betriebsleiterin Bianca von Langen vom Konradhof macht die Kälte nicht viel aus, denn sie sei es gewohnt. Sie stellt fest: „Wenn Kunden kommen, fällt es nicht so auf.“ Auch dem Käsewilli, Willi Hausfelder, ist es bei den Minustemperaturen noch nicht zu kalt, das fängt bei ihm erst bei -15 Grad an, wie er sagt. Er hat einen kleinen Ofen am Boden, damit es nicht rutschig wird und sein Wasser zum Händewaschen nicht einfriert. Gerade kauft eine Stammkundin bei ihm ein und probiert die Empfehlungen des Käsewilli. Sie kommt mit ihrem Mann auch im Winter gerne am Freitag auf den Markt, erzählt sie.

Markleiter Peter Kaun jun. berichtet, dass im Februar der Stand der egi-Olivenölmanufaktur und der Kaffeestand wieder mit dabei sein wollen. Im Frühjahr gibt es dann wieder den Blumenstand, und auch ein Spargelverkäufer will nach Schondorf kommen.

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