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Dießen

28.02.2017

Wenn der Sohn mit dem Vater

Der Dießener Schlagzeuger Manu Lotter in Aktion.
Bild: Jaro Suffner

Manu Lotter spielt mit seinem Vater im „Unterbräu“ – dann arbeitet der Schlagzeuger wieder an seiner Karriere.

Der „little Drummer Boy“ von Dießener Musikschule und Musikverein der 1990er-Jahre und von Schülerbands im Rhabanus-Maurus-Gymnasium startet durch zur Weltspitze der Schlagzeuger. Manu Lotter tourte bereits durch England, Deutschland, Österreich, Schweiz, Russland, Tschechien, Slowenien und andere Länder – sein Pressespiegel ist stattlich. Bekannte Metal-Bands, zuletzt Emil Bulls, eine Münchner Formation fast so alt wie er selber, war drei Jahre lang seine musikalische Heimat bei den großen Open Airs und Festivals, die es in dieser Szene gibt. Aber jetzt freut sich das Ammersee-Drum-Wunder – wie die Fachpresse jüngst titelte – auf eine Premiere in der Heimat: Den Faschingsdienstag verbringt er im Dießener Unterbräu. Wer sich noch mehr freut? Natürlich der Vater, Mandy Lotter: „Ich stehe zum ersten Mal mit ‚meinem Kleinen’ auf der Bühne“, sagt er.

Die Fachwelt hat Manu Lotter längst entdeckt und berichtet, wie er mit drei Jahren sein erstes Schlagzeug aufarbeitete und gleich ein zweites bekam, wo der stolze Papa gleich erkannte, dass der Sohn einen „astreinen Bossa Nova“ geschlagen hat. Kurze Zeit später hätte er sich die „Stecken aus Vaters Studio geholt, weil die viel besser sind, als die vom Drumkit für Kids.“ Nette Geschichten, die mit dem Foto des Buben im Jeansanzug und Kinderzimmer illustriert sind.

„Für mich sind Drums alles in einem: Berufung, Profession, Hobby, Leben“, bestätigt der 28-Jährige, was sein Vater schon lange ahnte – und förderte. Für „sein Leben“ arbeitet Manu Lotter strukturiert, konzentriert, hart. Momentan gibt er auch Musikunterricht. Einer seiner treuesten Schüler reise von Hannover an den Ammersee. Wenn die Open Air-Saison beginnt, freut er sich auf neue Tournee-Erfahrungen mit „Rhapsody of Fire“, den Altmeistern aus den Genres des Power Metal und Symphonic Metal, die sich 1993 in Triest gegründet haben.

Manu Lotter bewertet die künftigen Auftritte mit Rhapsody of Fire als Riesenchance, weil er mit den neuen Kollegen international unterwegs sein wird, dieses Jahr in Europa, für 2018 stünden Südamerika und China auf dem Tourneeplan. In der Jugend, schmunzelt Manu, träume man als Drum-Verrückter oft von berühmten Schlagzeugern, die sich schnell als Helden vor dem geistigen Auge etablieren, „und jetzt treffe ich bei Jobs, Festivals oder in Studios immer wieder mal ‚Helden meiner Jugend’ und stehe ihnen als Kollege auf Augenhöhe gegenüber, dann ist mir klar, wie hart Helden arbeiten müssen.“

Diese Einstellung treibt ihn immer weiter, „Ruhe gebe ich erst, wenn ich das absolute Welt-Top-Level erreicht habe.“ Manu Lotter schweigt einen Augenblick: „Will man ein Instrument komplett beherrschen, benötigt man vier Leben“, philosophiert er. „Wenn das so ist, dann hört meine Arbeit ja nie auf.“ Er erzählt aber auch, was ihn noch bewegt. Tourneen von Konzert zu Festival mit zehn-, zwanzigtausend oder mehr Menschen gehen ans Limit, „ich brauche das Limit, war immer ein Grenzgänger.

Falls er es einmal ruhiger angehen will oder muss, stellt er heute schon die Weichen: Seit fünf Jahren ist er Vorzeigeschüler in der Schlagzeuger-Ausbildungsstätte drummer’s focus, die Cloy Petersen 1983 in München gründete. Heute gibt es die Drummer-Schule in vielen deutschen Städten, aber auch in Frankreich und Italien. Manu Lotter möchte laut seiner Zukunftsplanung auch eine Ausbildung zum Lehrer bei drummer’s focus absolvieren.

Womit sich der Kreis mal wieder am Ammersee schließt: Cloy Petersen hat in den frühen 1980er-Jahren in Mandy Lotters damaliger Band „Munich Skyline“ gespielt. Nun steht Manu Lotter das erste Mal mit seinem Papa auf der Bühne. Am Faschingsdienstag, wenn von 10 Uhr bis nach Mitternacht live Musik aus dem Unterbräu erschallt.

Für Mandy Lotter wiederholt sich die Geschichte. Er erinnert sich, wie auch er frühzeitig von seinem musikbegeisterten Vater, dem Lotter Bibi, gefördert wurde. Als Kind spielte er mit dem Vater bei Veranstaltungen auf, und ab dem 14. Lebensjahr begleitete ihn der Vater zu Auftritten mit Jugendbands.

Wen wundert’s, dass Mandy Lotter auf die wohl längste Bühnenerfahrung aller Ammersee-Musiker zurückschauen kann. Angefangen hat es mit den Yellow Birds, weiter ging es mit den Swinging Bavarians – Lotter wurde zum gefragten Gitarristen zwischen Traumschiff und Traumhotels.

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