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Reichling

27.07.2017

Wenn die Regenjacke wichtiger als die Laufschuhe ist

Wenn Konrad Vogl (vorne) am Donnerstag in Westhofen ankommt, hat er schon weiter über die Hälfte des Deutschlandlaufs hinter sich gebracht. Am Donnerstag, 3. August, ist die Ankunft auf der Zugspitze geplant.
Bild: Marc Grill

Ultraläufer Konrad Vogl hat schon über die Hälfte beim Deutschlandlauf geschafft. Auch das Wetter bringt ihn nicht aus dem Rhythmus.

Schon über 800 Kilometer hat der Reichlinger Ultraläufer Konrad Vogl zurückgelegt, wenn er am Donnerstag in Westhofen ankommt – und ist damit der Zugspitze schon fast zum Greifen nahe. Am Sonntag, 16. Juli, waren die Teilnehmer des Deutschlandlaufs auf Sylt gestartet. Insgesamt über 1300 Kilometer später werden sie am Donnerstag, 3. August, auf der Zugspitze erwartet.

Es ist einer der härtesten Läufe überhaupt: Es gibt keinen Ruhetag und auch kein Aussetzen. Wer einmal morgens um 6 Uhr (langsamere Gruppe) oder 7 Uhr nicht am Start steht, ist ausgeschieden. „Es ist wirklich brutal“, sagt Vogl, aber da schwingt keineswegs Resignation mit – ganz im Gegenteil. Man hört ihm am Telefon an, wie viel Spaß ihm diese Herausforderung auch macht. Trotz aller Anstrengung.

Weniger als die Hälfte hat es ins Ziel geschafft

Fünf Mal wurde dieser Deutschlandlauf bislang durchgeführt – von über 400 Läufern kamen nur 134 ins Ziel. „Und in diese Finisher-Liste will ich aufgenommen werden. Das ist etwas, das kann einem keiner mehr nehmen“, sagt Vogl. Genauso wie die Tatsache, dass er der erste Läufer aus den Landkreisen Landsberg und Schongau ist, der an diesem Lauf teilgenommen hat. „Meines Wissens nach jedenfalls“, sagt Konrad Vogl.

Wenn die Regenjacke wichtiger als die Laufschuhe ist

Wie schwer es ist, in dieser Finisher-Liste geführt zu werden, zeigt, dass es auch in diesem Jahr schon zahlreiche Ausfälle gab. Die meisten von ihnen waren mit einem sehr hohen Tempo gestartet – und ausgeschieden. „Auf die Ergebnisse schaue ich nicht. In erster Linie geht es für mich darum, anzukommen.“

Jetzt muss er sich bremsen

Trotzdem fällt es ihm nicht leicht, ein langsames Tempo anzuschlagen. Jedenfalls vergleichsweise langsam, denn er ist trotzdem noch im vorderen Drittel des Felds zu finden. „Aber bei einem normalen 100-Kilometer-Rennen würde ich natürlich schneller laufen“, sagt Vogl, der über diese Distanz einige Titel und Medaillen gesammelt hat.

Und jetzt musste er die letzten drei Tage sogar noch stärker zurücknehmen. „Nur“ rund 60 Kilometer standen auf dem Programm – für Vogl eigentlich ein Klacks, aber genau das ist das Problem: „Man muss sich immer wieder bremsen“, sagt er mit Blick auf die restlichen Etappen. Aber auch mental muss man dieses Rennen erst mal durchstehen. „Man lernt sich dabei selbst kennen“, gewährt der Ultraläufer Einblicke in seine Gedanken. Und: „Nur wer mit sich selbst im Reinen ist, steht das auch durch.“

Denn Kondition, Laufstil, Kraft – vieles lasse sich trainieren, aber „jetzt muss man in der Lage sein, Negatives in Positives umzuwandeln“, erklärt er. Deshalb stört es ihn nicht, dass es kürzlich auf der Zugspitze geschneit hat: „Bis wir hinkommen, kann noch viel passieren.“ Und so steckt er auch den Regen weg, auch wenn das momentan sehr unangenehm ist: „Meine Regenjacke ist mein wichtigstes Kleidungsstück“, sagt er – aber das Wetter soll ja besser werden.

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