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11.05.2015

Wenn die Sportler duschen, hat der Wirt kein Wasser

Ortsbesichtigung in den Duschen der Mehrzweckhalle: (von links) Sportvereinsvorsitzender Hermann Jahl, die Gemeinderäte Dieter Rapp und Ernst Holl sowie Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler und Planer Roland Hinterseher.
Bild: Hollrotter

Der Gemeinderat besichtigt die Mehrzweckhalle. Vor allem die Wasserleitungen sind dringend sanierungsbedürftig

Die Duschen sind völlig veraltet. Der Wasserstrahl nur noch spärlich. Und wenn in der Gästekabine geduscht wird, dann „geht oben beim Wirt nichts mehr“. Das sagte Sportvereinsvorsitzender Hermann Jahl bei einer Ortsbesichtigung des Gemeinderats Reichling in der Mehrzweckhalle. Grund für den Termin waren die geplanten Sanierungen. Und die sind laut Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler „kein Luxus mehr“.

Die Wasserleitungen in dem 1975 eingeweihten Gebäude sind dringend sanierungsbedürftig, wurde bei den Termin bekannt. Es habe schon einige Wasserschäden durch Rost an den verzinkten Leitungen gegeben. Deshalb sahen sich die Räte die Situation zusammen mit Planer Roland Hinterseher, Wasserwart Walter Mayr und Ingenieur Hans Riesemann vor Ort an.

Hinterseher machte den Gemeinderäten wenig Hoffnung auf eine einfache Lösung. Denn nach der seit 2011 geltenden Trinkwasserverordnung seien die Hygienevorschriften vor allem im Hinblick auf Legionellen sehr streng. Stehende Leitungen dürfe es nicht mehr geben, das Wasser sollte an allen Anschlüssen mindestens alle 72 Stunden laufen. Um dies auch in unregelmäßig genutzten Gebäuden wie der Mehrzweckhalle sicherzustellen, seien Armaturen erforderlich, die automatisch mit etwa sechs bis zehn Litern Wasser spülen. Das allerdings koste die Gemeinde rund 300 Euro pro Jahr.

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Auf der anderen Seite gebe es in Reichling mit Hackschnitzelheizung und Wärmetauscher „eine gute Basis“, so der Planer. Er würde deshalb eine dezentrale Lösung mit Wasserboilern nicht favorisieren, zumal dies bei den Duschen nicht praktikabel wäre. Allerdings könne man zumindest in den WCs, die sich nicht in der Nähe der neuen Warmwasserleitung befinden, ganz auf warmes Wasser zum Händewaschen verzichten, meinten einige Räte.

Sparen könne man bei diesem Projekt vor allem durch die Suche nach den günstigsten Produktanbietern, meinte Hinterseher. Denn ehrenamtliche Mithilfe komme wegen der Gewährleistung bei den Installationsarbeiten nicht in Frage, wohl aber bei den späteren Fliesen- und Malerarbeiten, so Horner-Spindler. Ob eine Sanierung in zwei oder drei Schritten günstiger ist, will Roland Hinterseher auf Vorschlag von Gemeinderat Dieter Rapp rechnen. Dabei müssten aber alte und neue Wasserleitung eine Weile parallel gefahren werden.

Bis nächste Woche soll der Planer von Ingenieur Hans Riesemann und der Arbeitsgruppe Mehrzweckhalle Pläne sowie Vorschläge für eine Staffelung der Arbeiten erhalten. Dann werde er die Kosten der Sanierung mit Varianten berechnen und dem Gemeinderat zu Beratung und Beschluss vorlegen. Hermann Jahl bat darum, die Wasserleitung zum Tennisheim schon vorab provisorisch mit einem etwa 40 Meter langen Rohr zu reparieren. Denn dort brauche der Sportverein im Sommer dringend Wasser.

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