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Borkenkäfer

18.06.2019

Wenn im Wald „Schnupftabak“ gesucht wird

Kleiner Käfer, der großen Schaden anrichten kann: der Borkenkäfer. Um ihn ging es jetzt bei einer Exkursion ins Westerholz.

Wie Waldbesitzer befallene Bäume erkennen können und wie sie dann richtig handeln

Der Sommer 2018 hat nicht nur vielen Menschen gefallen, auch den Fichtenborkenkäfern bot er gute Lebens- und Vermehrungsbedingungen. Förster und Waldbesitzer sind deshalb in diesem Jahr besonders im Alarmzustand. Vor diesem Hintergrund lud Revierleiter Michael Lang vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck alle Waldbesitzer zu einer Infoveranstaltung ins Westerholz ein. Thema waren die frühe Erkennung und die Bekämpfung der Käfer. 30 Interessierte informierten sich darüber, heißt es in einer Mitteilung des Amts.

Die zwei Arten von Borkenkäfern (Buchdrucker und Kupferstecher) sind winzige Tierchen und werden nur 4,2 bis 5,5 beziehungsweise 1,6 bis 2,9 Millimeter groß. Trotzdem können sie massive Schäden anrichten. Die Teilnehmer sollten deshalb selbstständig die befallenen Bäume erkennen. Dies geschieht am zuverlässigsten, wenn man sich auf Bohrmehlsuche begibt, das dem Schnupftabak ähnelt. Das bräunlich-orange Bohrmehl rieselt beim Einbohren der Käfer am Baum herunter. Oftmals findet man es deswegen an Moos und stammnahen Pflanzen, wie zum Beispiel Brombeeren sowie hinter Rindenschuppen. Der Baum muss dann umgeschnitten und aus dem Wald transportiert werden – und mit ihm die Käferbrut.

Sobald der Befall durch Bohrmehl erkannt wurde, entfernt man mit einem sogenannten „Schepseisen“ die Rinde, um den Entwicklungsstand der Käferlarven festzustellen. Je nach Ausbildung der Larven hat man zwischen zwei und vier Wochen Zeit, den Baum aus dem Wald zu bringen.

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Der Abtransport aus dem Wald ist deshalb wichtig, weil der Käfer sich sonst weiter auf die anderen noch gesunden Bäume ausbreitet. Wenn er das tut, kommt das die Waldbesitzer teuer zu stehen. Ihr Holz verliert an Wert. Der Käferholzabschlag ist derzeit bei 30 Prozent vom Frischholz. „Jetzt Bohrmehl zu suchen, ist die beste Prävention, um finanziellen und ökologischen Schaden zu verhindern. Da der Käferbefall nicht an Flurstücksgrenzen haltmacht, ist ein guter nachbarschaftlicher Austausch wichtig“, hieß es.

Das Schadholz werde heuer äußerst schleppend abgefahren, wurde bei der Exkursion im Westerholz weiter berichtet. Die Sägewerke seien momentan mit Holz versorgt. Deshalb wurde vorsorglich in fast jeder Gemeinde ein Lagerplatz für Schadholz zur Verfügung gestellt, der weit genug vom nächsten Wald entfernt ist. (lt)

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