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Trommelkunst

19.11.2013

Wenn sich Musik und Sport verbinden

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Lechauhalle: „Waraku-kai Shou“, eine japanische Trommlergruppe mit deutscher Unterstützung, zeigte dort ihr Können.

Aus Japan kam die Gruppe „Waraku-kai Shou“ nach Kaufering

Kaufering Fordernde, den Menschen in seiner Gesamtheit einnehmende Trommelschläge, ein Rhythmus, der schnell auch den Lebensrhythmus eines Zuhörers beeinflusst – das ist Taiko, eine japanische Trommelkunst, die seit etwas mehr als einem Jahr auch in Landsberg gelehrt wird. Wohl kaum einer der vielen Besucher in der Lechauhalle in Kaufering, wo jetzt ein Taikokonzert mit zwölf japanischen und etlichen deutschen, darunter auch Landsberger Spielern stattfand, konnte sich diesen Rhythmen entziehen.

Erklärungen zur fernöstlichen Kunst

Aus Japan war die Gruppe „Waraku-kai Shou“ mit ihrem Lehrer Noboru Tanaka angereist, die nach einigen Auftritten in Nord- und Süddeutschland, vor der Rückreise ein letztes Konzert in Kaufering gab. Die Zuhörer wurden, quasi als Erholung, zwischen den einzelnen Musik- und Rhythmusstücken von Moderatorin Susanne Vestring mit vielen Erklärungen und Informationen zu dieser fernöstlichen Kunst versorgt. Stil und einheitliche Choreografie, die auch in Landsberg Anwendung finden, seien Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden, so Vestring, die selbst Mitglied in der Landsberger Taiko-Gruppe ist. Die Besucher lernten die Namen der Trommeln und weiterer Instrumente, vor allem aber konnten sie den besonderen Klängen nachspüren.

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Die Taiko, egal ob klein oder groß, wird mit einem dicken Holzstab geschlagen. Entsprechend laut wurde es bei den Musikstücken. Oft gab die „O-Taika“, die größte der Trommeln, den Rhythmus vor, hin und wieder stand dafür aber auch der in traditionelle Gewänder gehüllte Noboru Kanaka an den kleinen Trommeln.

Dass die Taiko in früheren Zeiten nicht nur der Nachrichtenübermittlung diente, sondern auch im Kampf, zur Einschüchterung des Gegners Verwendung fand, war an den laut gerufenen Befehlen, wie sie auch in fernöstlichen Kampfsportarten üblich sind, zu erkennen. Wichtig beim Trommeln: Die Bewegungen, die einerseits bewirken, dass der Rhythmus bei allen Musikern gleichmäßig ist, die andererseits aber auch den gesamten Körper des Spielers mit einbeziehen. Taiko- Trommeln ist nicht nur Musik, sondern vor allem auch Sport.

Zu den Fasstrommeln in verschiedenen Größen gesellten sich hin und wieder Tsugaru-Shamisen- Spieler. Die Shamisen ist eine Art Gitarre, die aber nicht gezupft, sondern ebenfalls geschlagen wird, was dem Klang der Saiten etwas Hartes, Metallisches verleiht.

Entsprechend viel Durchsetzungskraft hatten diese Instrumente, wenn sie gemeinsam mit den Taikos spielten. Wesentlich ungewohnter für europäische Ohren ist der Gesang, wohl am ehesten zu vergleichen mit dem alpenländischen Jodeln. Hier wie dort wechselt der Sänger ständig die Stimmlage, die Kopfstimme ist wichtiges Ausdrucksmittel.

Der Gesang versetzte einen leicht und schnell in das Land der aufgehenden Sonne. Ein wenig Mühe bereitete Noboru Tanaka das Spiel auf der Shakuhachi, der Bambusflöte, die für die buddhistischen Zen-Mönche ein Meditationsinstrument ist. Die Zenflöte ist sehr schwer zu spielen, vor allem die tiefen Töne, die in Kaufering nicht immer schön gelangen, erfordern volle Konzentration und es kiekste öfters.

Gruppe Beim TSV Landsberg gibt es eine Taiko-Gruppe. Trainingszeiten für Anfänger und Fortgeschrittene ist donnerstags von 20.30 bis 22 Uhr im Hacker-Pschorr-Sportpark in Landsberg, Emmy-Noether-Straße 1.

Im Internet

www.yama-budo.de

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