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Landsberg

13.01.2019

Wer hat noch etwas aus der NS-Zeit daheim?

Das Bild zeigt einige bereits dem Stadtmuseum überlassene Stücke aus der Zeit des Dritten Reichs.
Bild: Neues Stadtmuseum

Das Landsberger Stadtmuseum ist immer noch auf der Suche nach historischen Stücken aus der Zeit von 1933 bis 1945. Was damit geplant ist.

Das Neue Stadtmuseum in Landsberg ist auf der Suche nach Erinnerungen und interessanten Objekten mit Bezug zu Landsberg aus den Jahren 1933 bis 1945. Seit November können Landsberger oder Bürger aus dem Landkreis ins Museum kommen und ihre Gegenstände aus der Zeit des Nationalsozialismus oder der Nachkriegszeit mitbringen.

Welche Gegenstände haben nun die Landsberger bislang ins Museum gebracht? „Das sind ganz unterschiedliche Dinge, wie Feldpostbriefe, Abzeichen, einen Zuckersack des Verpflegungsamtes oder eine Mütze der Deutschen Arbeitsfront“, berichtet Museumsleiterin Sonia Fischer, „am häufigsten erhalten wir jedoch Fotos und Dokumente aus der NS-Zeit.“ Manch ein Besucher komme mit mehreren Alben, die Fotos aus der Wehrzeit eines Angehörigen enthalten oder einer Sammlung von Feldpostbriefen, Sterbebildern und Wehrpässen, die den Werdegang gefallener Soldaten dokumentieren. Die Familienangehörigen erzählten berührende Geschichten, die im Museum manchmal auch als Audio festgehalten werden.

Ein Brief wurde an dem Tag geschrieben, als die Amerikaner anrückten

Darunter ist zum Beispiel die Geschichte von Lothar Heidenhain, der als Feldunterarzt bei Kriegsende durch Landsberg kam. Just am 27. April, dem Tag, als morgens die Lechbrücken gesprengt wurden, um die Amerikaner daran zu hindern, den Fluss von Westen zu passieren. Die Eindrücke von Landsberg hielt der 23-Jährige in einem Brief an Mutter und Schwester fest, in dem er schrieb: „Aus dem Westen und Süden der Stadt hörte man das Rollen der amerikanischen Panzer, vereinzelte Granaten pfiffen ab und zu über die Stadt hinweg. Wir waren kurz aus dem Wagen ausgestiegen und betrachteten den Marktplatz genauer. Überall hingen weiße Betttücher aus den Fenstern, ein eigenartiger Eindruck, wenn man so etwas zum ersten male sieht.“

Lesen Sie dazu auch: Das Stadtmuseum bleibt bis 2024 geschlossen

Bis Ende Januar besteht jeden Donnerstag zwischen 10 und 18 Uhr die Möglichkeit, im Museum Gegenstände, Fotos oder Geschichten vorzustellen. Das Museumsteam prüft dann, was in die Sammlung aufgenommen wird, weil es einen spannenden Teil Stadtgeschichte erzählen kann. (lt)

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