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Maibaumklau

24.04.2015

Wer nicht aufpasst, wird beklaut

Der alte Echinger  Maibaum liegt hier sicher am Boden, der neue wurde von den dafür berüchtigten Unterbrunner Burschen geklaut. Der Baum ist aber bereits unbeschädigt zurückgekehrt und wird am 1. Mai ab 10 Uhr aufgestellt.
Bild: Stephanie Millonig

Unterbrunner Burschen waren in Ammerseegemeinde zum 64 Mal erfolgreich. Wie hoch ist die Auslöse?

 Von der Unterbrunner Burschenschaft bestohlen zu werden, ist keine Schande: Viele Male schon waren die Männer aus der Ortschaft Unterbrunn im Landkreis Starnberg als Maibaumdiebe erfolgreich. Beim 64. Mal erwischte es vergangenen Woche die Echinger: In der Nacht auf Donnerstag wurden sie ihren Maibaum los, Bürgermeister Siegfried Luge bezeichnete es gegenüber dem Landsberger Tagblatt fast als Ehre, von den Unterbrunnern beklaut zu werden.

55 Burschen sind Luges Information nach angerückt und hätten den Maibaum fortgetragen. Schwierig war dieser Maibaumklau nicht, denn die Zunftstange lag noch in der Wiese. Am Samstag hätte er in die Halle gebracht werden sollen, wo er weiter bearbeitet wird, erzählt Luge. Hinsichtlich des Brauchtums sei das ein wenig grenzwertig, aber der Maibaum sei als solcher erkennbar gewesen: „Er war schon zugeschnitten, unter anderem auch die Seiten für die Schienen.“ Und ein Maibaum darf ab dem Zeitpunkt gestohlen werden, ab dem er als solcher erkennbar ist – sobald er aus dem Wald heraußen ist. Die Unterbrunner brachten den Baum am Samstag auch unbeschädigt wieder zurück und werden sich ihre Belohnung beim Mittelaltermarkt anlässlich der Echinger Jubiläumsfeier im Juni holen.

Den im Ort umgehenden Gerüchten, die Auslöse des Maibaums betreffend, trat Luge in der Bürgerversammlung am Mittwoch entgegen. Ein Besucher der Veranstaltung hatte von Unmengen an Bier und vielen Brotzeiten gesprochen, die den Maibaumdieben zukommen sollten. „Nur die Burschen, die beim Klau dabei waren“, betonte der Bürgermeister, „bekommen Brotzeit und ein Getränk“. Mehrverzehr und auch Essen und Trinken von Begleitpersonen müssten die Unterbrunner selbst bezahlen.

Im Übrigen wäre der Maibaum gar nicht gestohlen worden, meinte Luge, wenn sich mehr Echinger engagiert hätten. Es gehe nicht an, dass eine Familie den Baum hole, schäle, schmücke und dann auch noch Tag und Nacht bewache. Übrigens muss jetzt weiter bewacht werden, denn die Unterbrunner dürfen den Baum zwar nicht mehr stehlen, wie Luge sagt, aber andere schon.

In Eching wird der Maibaum alle fünf Jahre aufgestellt, Organisator ist Gemeinderat Markus Heggl. Vor über einer Woche wurde die alte Brauchtumsstange umgelegt, die Zunfttafeln werden jetzt überarbeitet, um am neuen Maibaum wieder angebracht zu werden. Wie Luge gegenüber dem Landsberger Tagblatt sagte, wird der Maibaum ab 10 Uhr mit dem Kran aufgestellt. Händisch ging es nicht, da sich nicht genügend Leute beteiligten.

Anschließend richte der Förderverein FSV Eching die Maifeier auf dem Anger aus. Es gebe auch wieder ein Turnier der Vereine im Stockschießen.

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