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Schöffelding

10.09.2017

Wer schießt den Vogel ab?

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2 Bilder
Zweiter Schützenmeister Walter Sanktjohanser (rechts) ist der Schöpfer der Adler-Zielscheibe, der am Samstag im Visier der Schützen war.
Bild: Thorsten Jordan

Schützen, Blaskapelle und Singkreis feiern ihr dreifaches Jubiläum. Die Schützen veranstalten dabei einen recht ungewöhnlichen Wettbewerb mit einer besonderen Zielscheibe.

Das Festwochenende von Schützen, Musikkapelle und Singkreis in Schöffelding hat am Wochenende einen alten Brauch aufleben lassen. Zum ersten Mal seit 1993 richteten die Schützen wieder ein Adlerschießen aus. Dabei geht es für die Teilnehmer darum, ein möglichst großes Stück des aus dünnem Sperrholz gefertigten Ziels wegzuschießen.

Zweiter Schützenmeister Walter Sanktjohanser hatte viele Stunden Arbeit und einige Nächte des Nachdenkens investiert, um zusammen mit seinem Vater den 50 mal 60 Zentimeter großen Adler aus einer drei Millimeter dünnen Sperrholzplatte auszusägen. Als Vorlage dienten ihm Fotos vom bislang letzten Adlerschießen 1993, bei dem auf den auf einer Stange montierten Adler frei stehend aus einer Distanz von zehn Metern geschossen wurde. Die jetzt geltende Schießstandverordnung verlangt jedoch eine auf einer Lafette angebrachte Schiene, damit jeder Schuss innerhalb des Rahmens bleibt. Geschossen wurde mit kleinen Kugeln aus dem Luftgewehr. Und es sollten möglichst viele Holzelemente fallen, nach deren Gewicht der Sieger ermittelt wurde. Elf Gruppen beteiligten sich am Adlerschießen in einer interessanten Kombination mit einem Blasrohrschießen.

Der Adler hält sich wacker

Walter Sanktjohanser hatte dazu ein Metall-Blasrohr von zirka 1,20 Meter Länge erworben. Mit diesem wurden beim Wettbewerb nun sechs Bambuspfeile aus einer Distanz von sechs Metern auf sechs Scheiben kräftig geblasen, die möglichst mittig getroffen werden sollten. Da waren ein langer Atem und ein geschultes Auge gefragt. Der Adler, getroffen von zirka 250 Kugeln, hielt sich schwer lädiert, aber standhaft in seinem Kasten. Es waren nur kleine Teile abgebrochen, als nach mehr als zwei Stunden endlich die gelbe Krone fiel. Abgeschossen von einem Schützen aus der Risikogruppe, so benannt, weil deren Mitglieder sich regelmäßig zum Risikospiel treffen. Kurz vor Schluss räumte noch ein Ramsacher die linke untere Schwanzfeder ab.

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Jeder kann sich am Stand versuchen

Inzwischen konnten die Besucher mit dem Lasergewehr auf Biathlon-Scheiben zielen und sich mit der Laserpistole ans Schießen herantasten. Auch die Kinder hatten großen Spaß bei der neun Disziplinen umfassenden mit viel Fantasie gestalteten Zielolympiade. Inzwischen wurde im Schützenheim „Schattis Alphorn-Werkstatt“ aufgebaut. Robert Schattmaier, ein Schöffeldinger Musiker, fertigt Alphörner und die Bläser, die aus den Reihen der Schöffeldinger Musikanten kommen, gaben wohlklingende Kostproben. Daneben liefen Filme von Veranstaltungen und die örtlichen Vereine zeigten in einer Ausstellung den Wandel der Zeit aus ihrer Sicht.

Zu Polkas, Walzern und Märschen, mit welchen die Schöffeldinger Musikanten, anlässlich ihres 70-jährigen Bestehens die Gäste in dem sich nun rasch füllenden wunderschön dekorierten Festzelt willkommen hießen, gab es kulinarische Köstlichkeiten aus dem mit modernstem Hightech ausgestatteten Küchenzelt. In seiner Festrede lobte Schützenmeister Hans Rastel den Zusammenhalt der Generationen und das gute Miteinander in Schöffelding, alles funktioniere hier prima und allein beim Zeltaufbau hatten 40 Freiwillige spontan mit angepackt.

Anton Bader ist seit 58 Jahren aktiver Musiker

Auch Bürgermeister Richard Michl gratulierte den drei Vereinen. Dirigent Helmut Gläserke stellte die zwei Musikerinnen und ihre männlichen Kollegen einzeln vor, begrüßte viel Prominenz und ehrte Anton Bader für 58 Jahre aktives Musizieren. Dem Gründungsmitglied und Ehrendirigenten Berthold Bartsch brachte der Singkreis, der unter Leitung von Bianca Hohenester sein 20-jähriges Bestehen feierte, ein inniges Lieblingslied-Ständchen. Mit flotter Blasmusik bestritten die Musikanten den Abend. Mit heimatlichen und afrikanischen Klängen sorgte dazwischen der Singkreis mit Gitarrenbegleitung von Hans Rastel für eine lockere Atmosphäre, in der kräftig geklatscht, geschunkelt und mitgesungen wurde. Um 23 Uhr räumten sie dann für heißen Discosound die Bühne.

Am Sonntag wurde eifrig gewogen und gerechnet, um die Sieger des Adlerschießen zu ermitteln. Nach dem Mittagessen standen die Ergebnisse zur Siegerehrung fest. Den ersten Platz belegte der Katholische Burschenverein mit dem Einzelgesamtsieger Johannes Kaindl, Platz zwei ging an den Schlittschuhclub und den dritten Platz erreichte die Risikogruppe.

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