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Igling

21.08.2020

Wer schießt scharf am Iglinger Baggersee?

Die Mitglieder des Fischereivereins Petri Heil Kaufering sind sauer, weil auf ihrem Gelände bei Igling Unbekannte Schießübungen abhalten.
Bild: Christian Rudnik

Plus Auf dem Gelände des Kauferinger Fischereivereins Petri Heil bei Igling finden illegale Schießübungen statt. Es ist nicht das einzige Problem an den Baggerseen.

Wird am Iglinger Baggersee scharf geschossen? Die Angler des Fischereivereins Petri Heil Kaufering haben jedenfalls in den vergangenen Wochen immer wieder Patronenhülsen gefunden.

Vor Kurzem waren es sogar 50 Stück. Bei der Polizei wurden die Funde angezeigt, doch die hat nur begrenzte Möglichkeiten, in so einem Fall etwas zu unternehmen. Es ist mehr als nur ein Ärgernis für die Fischer von Petri Heil Kaufering: Das Gelände, das vier Gewässer und eine Kiesgrube zwischen Igling und Kaufering umfasst, hat sich bei Feriengästen und Urlaubern als „Geheimtipp“ herumgesprochen. Entsprechende Probleme haben die Angler seit einiger Zeit mit dem Müll, den die Badegäste hinterlassen. Damit aber nicht genug, inzwischen werden dort offenbar auch Schießübungen durchgeführt.

„Wir haben Kontakt zu den Jägern aufgenommen“, sagt Konrad Zöpf, Schriftführer des Vereins. Doch diese hätten ihnen versichert, dass die Munition nicht von ihnen stamme. Zunächst waren die Fischer davon ausgegangen, dass jemand einfach seine Waffe ausprobieren wollte, und es sich um einen Einzelfall gehandelt hatte. Doch dem war nicht so. Immer wieder fanden sie Patronenhülsen von einem Sechs-Millimeter-Kleinkalibergewehr und einer Neun-Millimeter-Pistole. An einem Wochenende sammelten die Angler sogar rund 50 Hülsen ein, sagt Zöpf.

Ein Paar Wildgänse ist verschwunden

Tote Tiere oder andere Anzeichen dafür, was als Zielscheibe herhalten musste, haben die Mitglieder nicht gefunden. „Aber in einem der Weiher war ein Wildgänsepaar. Ein Vogel fehlt schon seit einiger Zeit“, berichtet Zöpf. Ob die Gans tatsächlich dem oder den Schützen zum Opfer gefallen ist, könne er aber nicht sagen.

Bei der Polizei nimmt man die Anzeige der Angler ernst, auch wenn es keine Seltenheit ist, dass derartige Vorfälle gemeldet werden, wie Michael Strohmeier, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Landsberg sagt. Allerdings sei es nicht ganz einfach, diesen nachzugehen. „Wenn jemand einen Schuss hört, dann müssen wir bei einer Kontrolle eine Person mit der Schussabgabe in Verbindung bringen“, sagt er. Man könne niemanden einfach kontrollieren, der sich in dem entsprechenden Gebiet aufhalte, nur auf den Verdacht hin, dass er eine Waffe mit sich führe.

Die Polizei kann in Igling nicht mit Blaulicht vorfahren

Schwierig sei es auch, das Gelände zu kontrollieren. „Wenn wir da mit dem Streifenwagen auftauchen würden, würden wir auffallen wie der berühmte bunte Hund.“ Die Mitglieder hatten den Beamten nämlich den Schlüssel für die Schranke überreicht, damit diese nachts vorbeischauen könnten. „Wenn, dann müssten wir das sowieso zu Fuß machen“, sagt Strohmeier. Man sei vor Ort gewesen, habe jedoch nichts Auffälliges feststellen können. Inzwischen habe man den Schlüssel den Fischern auch wieder zurückgegeben.

Sinnvoll sei eine Kontrolle dann, wenn das Zeitfenster, in dem der oder die Schüsse abgegeben werden, eingegrenzt werden könnte, so Strohmeier. Grundsätzlich sei es absolut richtig und wichtig zu melden, wenn man der Meinung ist, einen Schuss gehört zu haben. „Lieber wird uns das einmal zu oft als zu wenig gesagt“, betont Michael Strohmeier. Den Schuss zu hören, sei aber bei den abgelegenen Weihern ein Problem.

Konrad Zöpf und die anderen Mitglieder des Fischereivereins Petri Heil Kaufering sind sauer, weil auf ihrem Gelände bei Igling Unbekannte Schießübungen abhalten und Badegäste ihren Müll nicht wieder mit nach Hause nehmen.
Bild: Christian Rudnik

Das versteht auch Konrad Zöpf – schließlich hat er auch noch nie einen Schuss gehört, aber eben die Hülsen gefunden. „Bei uns hat sich jetzt aber ein Waffenexperte der Landsberger Polizei gemeldet“, sagt Zöpf. „Wir sollen die Hülsen nicht mehr einsammeln, sondern liegen lassen, dann werden sie kriminaltechnisch untersucht.“

Und was den Müll betrifft, so habe man bei der Gemeinde Igling einen Antrag gestellt, denn mittlerweile werde man des Problems nicht mehr Herr. Dabei geht es nicht nur um Plastikbehälter, Kartons oder Flaschen, die zurückgelassen werden. „Die Leute sind den ganzen Tag da, und es gibt keine Toiletten“, spricht Konrad Zöpf ein unappetitliches Thema an. Die Angler hoffen jetzt, dass ihnen auch die Gemeinde zur Seite steht.

Die Mitglieder des Fischereivereins Petri Heil Kaufering sind sauer, weil auf ihrem Gelände bei Igling Unbekannte Schießübungen abhalten und Badegäste ihren Müll nicht wieder mit nach Hause nehmen.
Bild: Christian Rudnik


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