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Landsberg

20.07.2020

Wie am Wiesengrund in Landsberg gebaut werden darf

Entlang der Schongauer Straße sollen auf einer Wiese mehrere Gebäude und 175 Wohnungen entstehen. Am südlichen Ende, unweit der Ampelanlage (unser Foto), ist ein 16,5 Meter hohes Gebäude geplant.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Das Baugebiet an der Schongauer Straße in Landsberg ist schon länger ein Thema im Stadtrat. Jetzt steht fest, wie hoch die Gebäude werden dürfen und wie viele Wohnungen entstehen.

Das Baugebiet Wiesengrund an der Schongauer Straße im Landsberger Südwesten beschäftigt den Stadtrat schon länger. Wie dort gebaut werden darf, darüber ist man sich jetzt grundsätzlich einig. In den drei Quartieren sollen in kleinteiligen, drei- bis fünfstöckigen Gebäuden, die bis zu 16,5 Meter hoch werden, 175 Wohnungen Platz finden. Dem entsprechenden neuen Entwurf des Bebauungsplans hat der Stadtrat zugestimmt. Bei einem Workshop wenige Tage danach wurde über die beiden noch nicht beantworteten Fragen diskutiert: Wer soll dort bauen, die Stadt, der Staat oder private Bauträger? Und über die Frage, was gebaut wird: Sozialwohnungen, Mehrgenerationenwohnen oder Mietwohnungen?

Zehn Stadträte haben am Samstag an dem Workshop im Rathaus teilgenommen. Auch Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann (Grüne) war dabei. Er sagt, dass es darum ging, sich über die Rahmenbedingungen zu informieren. Grundsätzlich sei klar, dass in den drei Quartieren über die sozialgerechte Bodennutzung (SoBoN) ein Anteil von 40 Prozent sozialem Wohnungsbau festgelegt wird. Fest stehe auch, dass ein „gewisser Prozentsatz“ der Flächen verkauft werde. Die Stadt könne nicht alles bauen. Möglich sei auch, dass die drei Quartiere, die alle über verkehrsberuhigte Stichstraßen erschlossen werden und jeweils eine Tiefgarage erhalten, unterschiedlich genutzt werden.

Wandhöhen bis zu 16,5 Meter

Konkretere Ergebnisse brachte die jüngste Stadtratssitzung in Bezug auf den neuen Entwurf des Bebauungsplans. Aufgrund des steigenden Bedarfs an Wohnraum, insbesondere an preisgünstigen Mietwohnungen, wurde die zulässige Geschossfläche von 12.745 auf 18.045 Quadratmeter erhöht. In Teilen des Gebiets sind Wandhöhen bis 16,5 Meter zugelassen. Im südlichen Quartier soll eine Kindertagesstätte mit einer Grundfläche von rund 1400 Quadratmeter entstehen. Im östlichen und südlichen Bereich entlang der Schongauer Straße ist Wohnen und Gewerbe im rückwärtigen Bereich ein Wohngebiet vorgesehen. Das Biotop an der westlichen Hangkante soll als durchgehender Grünzug erhalten bleiben. Öffentliche Grünflächen und ein öffentlicher Spielplatz sind im Plan am Fuß der Hangkante angeordnet.

Mehr zum Thema lesen Sie hier:

Wiesengrund in Landsberg: Bauen oder das Grundstück verkaufen?

Wiesengrund: Bei der Planung ist sich der Landsberger Stadtrat einig

In der Sitzung wurde die Höhe einzelner Gebäude kritisiert. Vor allem dass am südlichen Eingang der Stadt ein 16,5 Meter hohes Gebäude entstehen soll, störte Hubert Schlee ( CSU). Planerin Mechthild Glab sagte, das sei ein relativ kleiner Baukörper (maximal 25 mal 25 Meter) und daher überschaubar. Christian Hettmer (CSU) war die Erhöhung der Geschossfläche um rund 40 Prozent ein Dorn im Auge. Das sei keine maßvolle Nachverdichtung. Ihm fehle zudem ein Supermarkt für das neue Baugebiet und die bereits bestehende Bebauung in den Oberen Wiesen. Wie Mechthild Glab sagte, sei ein Supermarkt mit einer Grundfläche von bis zu 800 Quadratmetern möglich. Man habe aber eher mit Nahversorgung geplant, weil es im nördlichen Bereich der Schongauer Straße bereits einen Supermarkt gebe. „Ein Supermarkt passt da nicht hin“, meinte Christoph Jell (UBV) mit Blick auf die Parkplatzsituation. Schließlich solle der Verkehr in Tiefgaragen versteckt werden und innerhalb des Baugebiets seien verkehrsberuhigte Bereiche vorgesehen. Nicht nur Hettmer und die CSU, sondern auch Stefan Meiser (ÖDP) wollen sich nun für einen Supermarkt im Baugebiet Staufenstraße einsetzen.

Fotovoltaik auf die Dachflächen

Die Energieversorgung des neuen Baugebiets war ebenfalls Thema im Stadtrat. Christina Roidl (SPD) eröffnete die Debatte über Fotovoltaikanlagen auf den Dachflächen der Gebäude. Laut Entwurf ist dies auf maximal 20 Prozent der Dachflächen möglich. Roidl sprach sich dafür aus, mindestens 30 Prozent dafür nutzen zu dürfen, Lennart Möller (Grüne) wollte gar keine Beschränkung. Am Ende einigte man sich auf mindestens 60 Prozent. Wolfgang Weisensee (Landsberger Mitte) wollte nicht nur auf Fotovoltaik setzen, sondern auch Flächen für Solepumpen und Hackschnitzel schaffen. Wo Fotovoltaikanlagen errichtet werden, soll das Dach zudem nicht begrünt werden. „Sie können ja keine Schafe aufs Dach bringen“, meinte er. Am Ende entschied der Stadtrat, dass insgesamt mindestens 25 Proznent der jeweiligen Dachfläche zu begrünen sind.

Zweitem Bürgermeister Moritz Hartmann ging es um eine grundsätzliche Ausrichtung, indem ein Verzicht auf fossile Energien beschlossen werden sollte. Das könne so nicht im Bebauungsplan festgelegt werden, meinte Planerin Glab. Und so fand nur eine Willensäußerung im Entwurf Platz.

Der Bebauungsplanentwurf wurde vom Stadtrat einstimmig gebilligt. Es folgt nun eine öffentliche Auslegung, in der Privatpersonen und Träger öffentlicher Belange Einwendungen erheben können.

Einen Kommentar zum Thema finden Sie hier: Bauen am Wiesengrund: Endlich Nägel mit Köpfen machen

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