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Dießen

15.11.2019

Wie der Artenschutz ein millionenschweres Bauprojekt verzögert

Großbaustelle Umspannwerk: Die über 40 Jahre alten Anlagen der Bayernwerk Netz GmbH am südlichen Ende von Dießen haben ihr technisches Lebensende erreicht. Bis Ende 2020 wird jetzt saniert und erweitert.
Foto: Julian Leitenstorfer

Plus Wegen der Energiewende muss das Dießener Umspannwerk für mehrere Millionen Euro saniert und erweitert werden. Wie ein kleines Tier den Zeitplan für das Projekt durcheinanderbringt.

Weithin sichtbar sind Baukran und schweres Baugerät am Umspannwerk im Süden von Dießen. Die Schaltanlagen aus den 1970er-Jahren sind veraltet und sollen modernisiert werden. Mehrere Millionen Euro fließen in das Projekt. Allerdings gibt es Verzögerungen.

Das Umspannwerk gibt es seit über 40 Jahren

„Das Umspannwerk hat mit über 40 Jahren das technische Lebensende erreicht“, begründet Maximilian Zängl, der Pressesprecher des Betreibers, der Bayernwerk Netz GmbH, die Sanierung. Eine gleichzeitige Erweiterung des Umspannwerks sei notwendig, weil es immer mehr Hausbesitzer mit einer Fotovoltaikanlage oder auch kleine Strom-Einspeiser mit einer Wasserkraftnutzung, einem Blockheizkraftwerk oder einer Biogasanlage gebe. Für diese müsse eine entsprechende Infrastruktur geschaffen werden.

Großbaustelle Umspannwerk: Die über 40 Jahre alten Anlagen der Bayernwerk Netz GmbH am südlichen Ende von Dießen haben ihr technisches Lebensende erreicht. Bis Ende 2020 wird jetzt saniert und erweitert.
Foto: Julian Leitenstorfer

Die Inbetriebnahme der Erweiterung war für Herbst 2020 geplant. Allerdings steht jetzt schon fest, dass sich dieser Termin um ein paar Wochen verzögern wird. Denn: Zauneidechsen, die in alten Baumstümpfen gefunden wurden, bringen den Zeitplan ins Stocken. Die unter Artenschutz stehenden Tiere mussten umgesiedelt werden. Dass dies notwendig war, bestätigt auch Anna Diem von der Pressestelle des Landratsamtes Landsberg. Laut Maximilian Zängl hat das Unternehmen außerhalb des Geländes einen neuen Platz für die Tiere geschaffen und sie umgesiedelt. Zauneidechsen gehören zur Familie der „Echten Eidechsen“ und werden rund 24 Zentimeter lang.

Was macht die Anlage überhaupt?

Das Umspannwerk am Vogelherd liegt im Landschaftsschutzgebiet. Rund 1500 Kubikmeter Gelände müssen laut Plan für den Bau aufgebaut, rund 4100 Kubikmeter an anderer Stelle abgetragen werden. Bei dem Werk am südlichen Ende von Dießen handelt es sich laut Bayernwerk Netz GmbH um ein sogenanntes 110kV-kV-20-Umspannwerk. „Umspannwerke verbinden Stromleitungen mit unterschiedlicher Spannung. Große Transformatoren wandeln dort zum Beispiel Hochspannung in Mittelspannung um, die über das Mittelspannungsnetz weiterverteilt wird. Im Rahmen der Energiewende fällt ihnen eine besondere Bedeutung zu, da sie den regenerativ erzeugten Strom aus der Region auf die nächsthöhere Spannungsebene anheben und ihn in die überregionalen Netze einspeisen“, erklärt das Unternehmen auf seiner Internetseite.

Ein neues Betriebsgebäude entsteht

Die Erweiterung des in die Jahre gekommenen Umspannwerks findet in Richtung Norden statt. Somit könne gewährleistet werden, dass während der Erneuerungsphase die Stromversorgung und die Versorgungssicherheit aufrechterhalten werden können. Im Zuge der Maßnahme wird auch einer der beiden Netztransformatoren ausgetauscht, wie Pressesprecher Maximilian Zängl gegenüber dem LT erklärt.

Großbaustelle Umspannwerk: Die über 40 Jahre alten Anlagen der Bayernwerk Netz GmbH am südlichen Ende von Dießen haben ihr technisches Lebensende erreicht. Bis Ende 2020 wird jetzt saniert und erweitert.
Foto: Julian Leitenstorfer

Dieser soll Mitte kommenden Jahres angeliefert werden. Außerdem errichtet die Bayernwerk Netz GmbH im westlichen Grundstücksbereich ein neues Betriebs- und Schaltanlagengebäude, in dem unter anderem die 20-kV-Schaltanlage untergebracht wird. Es soll rund 250 Quadratmeter groß sein und eine Firsthöhe zwischen 5,50 und sechs Metern aufweisen. Während der Bauzeit muss eine 40 Meter lange Zufahrt errichtet werden. Die Kosten für die Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahme liegen bei rund 3,5 Millionen Euro, wie Zängl erklärt.

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