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Landsberg

25.02.2020

Wie der Landkreis Landsberg mehr für sein Image tun will

Mit der Lage an Seen (unser Bild zeigt den Ammersee) und Bergen kann der Landkreis Landsberg punkten. Der Landkreis denkt nun auch, sich eine Regionenmarke zu schaffen, um sein Image zu pflegen.
Bild: Julian Leitenstorfer/Archiv

Plus Im Landratsamt Landsberg lässt man sich erklären, wie man einen Landkreis zur Marke macht. Welches Ziel mit einem solchen Marketing verfolgt wird.

Immer mehr Landkreise und Regionen erfinden sich als Marken neu. Auch der Landkreis Landsberg ist inzwischen von einer Reihe solcher Marken umgeben. „A3“ nennt sich der Raum Augsburg, „StarnbergAmmerSee“ der Landkreis Starnberg, zum „Ammer Lech Land“ haben sich Schongau, Peiting und Altenstadt zusammengetan. Ein Vorbild auch für den Landkreis Landsberg? Und mit der Marke sollen nicht nur Touristen in den Landkreis gelockt werden.

Im Kreisausschuss wurde in der jüngsten Sitzung eine weitere Regionenmarke präsentiert: „Donauries“ aus dem gleichnamigen Landkreis im Norden Schwabens, die der Geschäftsführer des dortigen Wirtschaftsförderverbandes, Veit Meggle, vorstellte. Worauf eine solche Marke abzielt, machte zuvor schon der Wirtschaftsförderer im Landsberger Landratsamt, Bernhard Lachner, deutlich: „Wir sind als Wirtschaftsstandort beliebt, woran es aber krankt, sind die Fachkräfte.“ Damit ist die Ausgangssituation ähnlich wie in Nordschwaben: Eine geringe Arbeitslosenquote von zwei Prozent und weniger und ein hoher Anteil von Personen, die zwischen 45 und 65 Jahre alt sind, die in den nächsten Jahren sich vom Arbeitsmarkt in Richtung Ruhestand verabschieden werden, wie Veit Meggle erklärte.

Wenn Landsberg mit Landshut verwechselt wird

Ein gutes Image soll neue Fachkräfte anlocken. Es sei zwar nicht so, dass Landkreise wie Donau-Ries ein schlechtes Image hätten, so Meggle, vielmehr hätten sie keines. Eine Situation, die auch Landrat Thomas Eichinger (CSU) bekannt ist. So merkte er an, dass ihm gegenüber Landsberg schon mal in Niederbayern verortet werde, weil es mit Landshut verwechselt werde.

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In Donau-Ries wurde in der Markenstrategie das Wort „Glückstreffer“ ein Schlüsselbegriff, erklärte Veit Meggle, ein Wortspiel, das auf den Meteoriteneinschlag hinweist und die daraus folgende geologische Einmaligkeit und Fruchtbarkeit des Rieses. „Ein starkes Land für ein gutes Leben“ sei eine weitere Botschaft, die die Nordschwaben aussenden wollen, speziell an die 16- bis 45-Jährigen, die dazu bewegt werden sollen, nach Nordschwaben zu kommen oder dort zu bleiben. Im Blick habe man Menschen, die es bodenständig und traditionell haben wollen, familien- und gesundheitsorientiert seien und Entschleunigung und Ruhe schätzen. Das zentrale Element auf der Homepage der Regionenmarke sei denn auch eine Job-Börse, erklärte Meggle weiter.

Auch Zuwanderer sollen angelockt werden

Daneben gebe es Veranstaltungen, die Schüler und Arbeitgeber zusammenbringen sollen und bei der Teilnahme am Label „Top Arbeitgeber“ gehe es darum, als guter Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Aktuell weise die „Donauries“-Marke 215 Markenpartner (Unternehmen, Kommunen, Institutionen und Vereine) auf. Man blicke aber auch über die Region und das eigene Land hinaus, „um Menschen aus strukturschwachen Regionen der EU in unsere Region zu bringen“, so Meggle weiter: So biete man Berufsschülern, die in Rumänien zu Köchen ausgebildet werden, Praktika im Landkreis an.

Eine Agentur soll das Wesen des Landkreises erforschen

„Klappern gehört zum Handwerk“, kommentierte Eichinger die Aktivitäten der Donauries-Marke, „das kennen wir.“ Einstimmig sprach sich der Kreisausschuss dafür aus, auch im Landkreis Landsberg eine solche Regionenmarke zu etablieren. Mithilfe einer Agentur soll ein Prozess eingeleitet werden, um identitätsstiftende Wesensmerkmale herausgearbeitet werden, die in eine solche Marke münden sollen.

Die jährlichen Kosten bezifferte Wirtschaftsförderer Bernhard Lachner auf 145.000 Euro im Jahr. Für drei Jahre kann das Markenprojekt vom Freistaat mit einer Quote von 65 Prozent gefördert werden.

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