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Penzing

28.11.2019

Wie der Penzinger Fliegerhorst künftig genutzt werden soll

Die Transall prägten viele Jahre das Bild auf dem Fliegerhorst in Penzing. Unser Foto entstand im März 2016.
Bild: Ulrich Wagner (Archivfoto)

Plus Die Gemeinde Penzing kann das ehemalige Bundeswehrgelände Ende des Jahres kaufen. Doch was soll auf den rund 250 Hektar künftig Platz finden?

„Eine fliegerische Nachnutzung wird es nicht geben.“ Das ist die Kernbotschaft der Gemeinde Penzing für die weiteren Pläne nach der Freigabe des Fliegerhorstgeländes durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) Ende Dezember. Wie das ehemalige Bundeswehrgelände künftig genutzt und vermarktet werden soll, das steht in einem von Experten entwickelten Konzept, das der Gemeinderat jetzt einstimmig beschlossen hat. Warum sich kleine Handwerksbetriebe und Sportler freuen können.

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Bürgermeister Johannes Erhard sagte in der Gemeinderatssitzung, dass das Konzept als Arbeitsgrundlage für die Stadt Landsberg dienen soll, auf deren Flur 27 der insgesamt 250 Hektar Fliegerhorstareal liegen. Weiterhin soll eine Arbeitsgemeinschaft, eine Zweckvereinbarung oder ein Zweckverband gebildet werden, dem auch der Landkreis angehören kann. Am 31. Dezember kann sich die Gemeinde nach aktuellem Stand das Fliegerhorstgelände per Erstzugriffsrecht von der Bima sichern. Die Weiterentwicklung sollen danach Investoren und Projektentwickler übernehmen. Größere Flächen sollen zur besseren Kontrolle durch die Kommune künftigen Nutzern in Erbpachtregelung überlassen werden, weitere in Gemeindebesitz bleiben.

Nicht zu sehr von der Autoindustrie abhängig machen

Eine Zusammenfassung der bisherigen Schritte seit 2011 und ein Konzept, das der Stadt unterbreitet werden soll, lag den Gemeinderäten bei ihrer Sitzung vor. Dieses hatte der Gemeinderat vor vier Jahren im Rahmen einer Klausurtagung miterarbeitet. Gemeinderat Professor Ferdinand Kramer erachtete es für notwendig, darauf hinzuweisen, dass dieses Vorzugskonzept lediglich „eine von mehreren denkbaren Optionen“ bilde. Es habe auch keinen Gemeinderatsbeschluss gegeben. Da ein möglicher Nutzungsschwerpunkt die innovative Mobilität (autonomes Fahren und alternative Antriebstechnologien) sein soll, warnte Kramer davor, sich zu sehr von der Automobilindustrie abhängig zu machen. Die Region sei bereits stark von Zulieferern geprägt.

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Bezogen auf das Gesamtareal sagte Bürgermeister Erhard: „Es ist ein ganzer Ordner williger Investoren da.“ Gemeinderat Johannes Bachmeir wünschte ein bis zwei weitere Konzepte. „Wir brauchen ein Konzept, mit dem wir an die Stadt gehen können“, meinte Erhard dazu. Dieses stelle eine Basis zur Findung eines endgültigen Konzepts dar. Auch Zweiter Bürgermeister Manfred Schmid sprach sich dafür aus, mit der vorgestellten Variante eine Stellungnahme der Stadt einzuholen. Letztlich wurde einstimmig beschlossen, das Nutzungskonzept „als eine von mehreren Optionen“ als Basis für die weitere Zusammenarbeit mit der Stadt zu sehen.

Platz für kleinere Handwerksbetriebe aus der Region

Das Konzept sieht für die mit überwiegend denkmalgeschützten Gebäuden bebauten nördlichen Bereiche einen Mix aus Gewerbe, Forschung, Entwicklung und Ausbildung vor. Der südliche Bereich um die Hangars und die Vorfelder soll gewerblich genutzt werden. Favorisiert ist laut Konzept der ADAC, der ein Versuchs- und Entwicklungsareal auf Landsberger Flur plane und auch Teile der Gebäude nutzen möchte – „ein wesentliches Element im Gesamtkonzept“, wie es in der Sitzungsvorlage heißt. Im Auge hat der Konzeptentwickler daneben hochschulnahe Institutionen, die das „Innovationscluster“ vervollständigen. Ebenfalls vorgesehen ist die Ansiedlung kleinerer Handwerksbetriebe aus der Region.

Für den Übergang zum Dorf ist im östlichen Bereich des Geländes eine Wohnbebauung mit generationsübergreifenden Wohnformen vorgesehen. Interessent ist hierfür das Starnberger Büro Ehret+Klein, das derzeit das ehemalige Gelände der Pflugfabrik in Landsberg als neues Stadtquartier entwickelt. Großer Wunsch der Gemeinde Penzing ist es, die Sporthalle und Sportanlagen des Fliegerhorsts nutzen zu können. „Die hätten wir gern ganz zurück“, sagte Bürgermeister Erhard. Bislang sei die Nutzung nur eingeschränkt möglich, da das Gelände noch teilbewacht sei.

Das Areal soll über eine Umfahrung erschlossen werden

Die Flächen im Süden, im Bereich von Start- und Landebahn, sollen künftig landwirtschaftlich genutzt werden. Eine Erweiterung des Gewerbegebiets ist ebenfalls angedacht. Erschlossen werden soll das gesamte Areal über eine Nordumfahrung, die an die Staatsstraße 2054 westlich des Gewerbegebiets anschließt. Gleichzeitig soll eine Verbindung mit der Staatsstraße 2052 geschaffen werden, um eine bessere Anbindung an die Autobahn zu ermöglichen und Kaufering und Landsberg zu entlasten.

Im Jahr 2011 erfuhr die Gemeinde vom Ende der militärischen Nutzung des Fliegerhorsts und gab zwei Jahre später ein städtebauliches Entwicklungsgutachten in Auftrag. Damals fasste der Gemeinderat den Beschluss, eine künftige fliegerische Nutzung auszuschließen. 2015 fand die Klausurtagung statt, bei der das Nutzungskonzept entwickelt wurde. Daraus erarbeitete das Institut für Stadt- und Regionalmanagement 2016 eine Markt- und Standortanalyse mit Nutzungs- und Vermarktungskonzept.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: Fliegerhorst Penzing: Noch wenig Überraschendes

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