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Fuchstal

13.09.2018

Wie der Windkraft-Strom gespeichert werden soll

Vier Windräder stehen derzeit auf dem Gebiet der Gemeinde Fuchstal. Der dort erzeugte Strom soll bis ins Jahr 2021 gespeichert werden können. Für das Projekt erhält die Gemeinde vom Bundesumweltministerium eine Finanzspritze in Höhe von 3,85 Millionen Euro.
Bild: Andreas Hoehne

Einer der größten Wärmetöpfe Deutschlands wird in Fuchstal gebaut. Außerdem entsteht eine Drei-Megawatt-Batterie. Dafür erhält die Gemeinde eine Millionenspritze vom Bund.

Am Montag besucht Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und ehemaliger SPD-Landesvorsitzender, das Fuchstaler Rathaus. Dabei wird er einen Förderbescheid über 3,845 Millionen Euro für ein zukunftsweisendes Fünf-Millionen-Projekt übergeben, mit der die Gemeinde ihre Führungsrolle bei den regenerativen Energien nicht nur im Landkreis weiter ausbaut (Regenerative Energien: Fuchstal bekommt Millionenspritze vom Bund). Bis zum Jahr 2021 sollen ein 10.000 Kubikmeter Wasser fassender Wärmetopf für das Fernwärmenetz und eine Drei-Megawatt-Batterie für die Windräder gebaut werden.

„Kritiker haben uns immer vorgeworfen, unser Windstrom lasse sich nicht speichern“, sagen Bürgermeister Erwin Karg und sein Geschäftsstellenleiter Gerhard Schmid gegenüber unserer Zeitung. Nun habe man den Gegenbeweis angetreten. Gewaltig viel Arbeit und Zeit sowie auch „reichlich Herzblut“ habe man in das ehrgeizige Vorhaben mit Modellcharakter gesteckt, das im Dezember 2011 mit einem Wettbewerb des Projektträgers Jülich seinen Auftakt nahm. Ziel war es, mit möglichst geringen Mitteln eine hohe Einsparung an Kohlenstoffdioxid zu erzielen. Ursprünglich war man bei dem Fuchstaler Beitrag allein von einem Wärmetopf mit 16.000 Kubikmetern Fassungsvermögen an Wasser ausgegangen.

Der Wärmetopf soll unter die Erde wandern

Nachdem man im Vorjahr eine erste Zusage erhalten hatte, handelte man spontan und änderte, wie von unserer Zeitung mehrfach berichtet, zunächst das Versorgungskonzept für das Neubaugebiet an der südlichen Kreuzstraße. Statt Erdgas erhält es einen Fernwärmeanschluss, für den nun durch den Speicher auch die Versorgungsspitzen im Winter abgedeckt sind. Um den zusätzlichen Erwerb der Batterie zu ermöglichen, fällt dieser 1,3 Millionen Euro teure Wärmetopf aus Beton mit seinen 10.000 Kubikmetern Fassungsvermögen etwas kleiner aus, was bei zwölf Metern Höhe und 36 Metern Durchmesser allerdings relativ ist. Er zählt damit trotzdem zu den größten seiner Art in ganz Deutschland. Er wird in der Nähe der Weiche der Fernwärmeleitung nach Asch weitgehend in den Boden versenkt.

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Zig Kilowattstunden wurden nicht vergütet

Das erwärmte Wasser verliere nur etwa 0,1 Grad Celsius Temperatur am Tag, sagt Erwin Karg. Die Energie stamme zum einen aus der überschüssigen Wärme der Biogasanlage, es könnte hierzu aber auch im Bedarfsfall eine Hackschnitzelheizung eingesetzt werden. Zudem werde für 800.000 Euro eine Leitung von den Windkraftanlagen ins Dorf gelegt, sodass zu den Zeiten, in denen der Preis des Stroms sinkt, über einen 350.000 Euro teuren Elektroheizer ebenfalls das Wasser erwärmt wird. Dies funktioniere wie bei einem Tauchsieder, erläutert Bürgermeister Karg. Der Wirkungsgrad sei höher, als wenn man diesen Strom zur Wasserstofferzeugung nutzen würde. Im Vorjahr waren der Bürgerwindkraft etwa eine halbe Million Kilowattstunden Strom nicht vergütet worden, da sie in den Zeiten produziert worden waren, in denen der Preis auf dem Strommarkt ins Negative gerutscht war.

Dennoch bleibt ein hoher Restbetrag für die Gemeinde

Die Batterie selbst wird in der Nähe der Windkraftanlagen aufgestellt. Dort könne Strom in den Spitzen gespeichert und in windarmen Zeiten ins Netz eingespeist werden. Der im Rahmen des Klimaschutzinitiative zugesagte Förderbetrag in Höhe von 3,8 Millionen deckt etwa 75 Prozent der kalkulierten Kosten, sodass der Gemeinde ein Eigenanteil von etwa 1,3 Millionen Euro bleibt. Der Bau des Wärmetopfs gewährleiste, dass man das Fuchstaler Fernwärmenetz in den nächsten Jahren weiter ausbauen könne, versichern Karg und Schmid weiter. Derzeit werden bereits die Anlieger im Lindenweg in Leeder befragt, ob sie anschließen wollen, da dort ohnehin eine Straßenbaumaßnahme ansteht.

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