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Landsberg

27.11.2018

Wie ein Landsberger die passende Musik zum Film liefert

Justin Robinson hat einen Kulturförderpreis des Landkreises Landsberg erhalten. Er komponiert elektronische Musik und studiert aktuell an der Filmuniversität Babelsberg.
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Justin Robinson hat einen Kulturförderpreis des Landkreises Landsberg erhalten. Er komponiert elektronische Musik und studiert aktuell an der Filmuniversität Babelsberg.
Bild: Anda Kryeziu

Die Karriere von Justin Robinson begann mit Tanz und Jazztrompete. Heute sorgt er dafür, dass Filme lebendig werden. Er studiert an der Filmuniversität in Babelsberg.

Eine immense Mannigfaltigkeit an Klängen und Geräuschen, eine schier unerschöpfliche Quelle an Möglichkeiten, Musik zu produzieren und zu reproduzieren. Das ist der musikalische Kosmos von Justin Robinson. „Als E-Musiker bin ich Komponist und Interpret zugleich“, sagt der junge Künstler über seine Profession, „weil ich alle Parameter – Dynamik, Rhythmus, Tempo – selbst bestimme und setze.“ Für diese Fähigkeiten wurde der 24-Jährige mit dem Kulturförderpreis 2018 des Landkreises Landsberg ausgezeichnet.

Justin Robinson ist in eine durch und durch musikalische, vor allem klassisch geprägte Familie in Landsberg hineingeboren worden. Der Kontakt mit Musik war folglich vorgegeben. So habe er als Kind bei Produktionen seiner Mutter, die das Musikstudio Robinson betreibt, bei Licht und Verstärkung ausgeholfen. „Einmal war ich sogar auf der Bühne, als giftiger Fliegenpilz, der Tango tanzt.“ Dabei habe auch Beatrix Klein mitgemischt, bei der er eine Zeit lang Tanzunterricht hatte.

Das Klavier legte den Grundstock

Instrumental startete Justin mit Jazztrompete und wechselte relativ spät, mit 13 Jahren, zum Klavier. Das dürfte ein Glücksgriff gewesen sein. Denn das Klavier eröffnet neben elektronischer Musikverarbeitung, für die sich der Junge gleichzeitig zu interessieren begann, den schnellsten Weg zur Komposition, zum „producing“. Das wurde zu Justins Welt, darin sah er seine Zukunft.

Für seine Familie sei das – obwohl E-Musik nicht für alle Mitglieder von Bedeutung ist – ein natürlicher Weg in die Selbstständigkeit gewesen. Der Dialog über musikalische Grundformen und Ideen sei schließlich derselbe wie in der klassischen Musik. „Nur die Herangehensweise ist anders.“ Nach dem Abitur am Ignaz-Kögler-Gymnasium und einem Studienjahr vergleichende Literaturwissenschaft in Augsburg ging Justin an die Hochschule für Musik in Basel. „Diese Universität habe ich wegen des dualen Studienkonzepts gewählt“, erklärt er. „Hier habe ich parallel zur elektronischen Klangverarbeitung auch Kurse in Komposition, Tonsatz, Instrumentation und Weiterem erhalten.“ Dieses Studium ist mittlerweile abgeschlossen.

Den Feinschluss holt er sich an der Filmuniversität in Babelsberg

Das erlernte Wissen über Audioprozessierung setzt der Musiker bereits beruflich um. Seit ein paar Wochen ist Justin Robinson in Berlin. An der Filmuniversität Filmuniversität Babelsberg hat er ein Masterstudium im Fach Filmmusik begonnen, das 2021 abgeschlossen sein wird. „Während der drei Jahre können schon wertvolle Kontakte mit Künstlern aus allen Bereichen des Films geknüpft werden. Das ist hilfreich beim Übergang vom Studium in die Berufswelt.“

Musik und visuelle Eindrücke so in Übereinstimmung zu bringen, dass Unterstützung oder Kommunikation stattfinden – ist das nicht recht schwierig? „Das hängt vom Genre ab“, sagt Justin Robinson darüber. „Soll die Musik das Geschehen im Bild unterstreichen, gibt es wenig Freiraum für eigene Interpretationen des Visuellen.“ Filmmusik könne allerdings verschiedene Aufgaben übernehmen. Sie könne Gefühle unterstreichen, Vorahnungen verdeutlichen, zeitliche oder personelle Verbindungen knüpfen.

Das Klangmaterial muss erst gemixt werden

Solche Fragen müssten vor Kompositionsbeginn geklärt werden. „Die neutrale Auseinandersetzung mit dem Bildmaterial ist ebenso wichtig wie die eigentliche, subjektive Komposition.“ In dem Bereich möchte sich Justin weiter entwickeln und das später beruflich umsetzen. Er werde zwar weiterhin Klangmaterial mixen, „Hauptziel ist aber weiterhin die eigene Komposition, gerade in Verbindung mit visuellem Material“.

Bei der Kulturförderpreisverleihung am Freitag im Landsberger Stadttheater hörten die Besucher Kompositionen für Streichquartett von Justin Robinson. Sie wurden von Mitgliedern der Streichorchester von der Städtischen Sing- und Musikschule gespielt. Das Engagement von Musikern und Lehrern in den verschiedenen Ensembles, die sich an dem Abend ebenfalls präsentierten, wurde mit einem Sonderpreis gewürdigt.

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