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Denklingen

22.02.2019

Wie eine Planskizze wieder Wirbel um die Windräder verursacht

Im Denklinger Ortsteil Menhofen stehen bereits zwei Windräder. Ein Teilflächennutzungsplan soll verhindern, dass überall Anlagen gebaut werden können.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Kopfschütteln und Gelächter: In Denklingen ist man nicht erfreut über eine Ansage des Landratsamtes. Was das für die Planungen zur Windenergie bedeutet.

Als Denklingens Bürgermeister Andreas Braunegger in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats zum Tagesordnungspunkt „Teilflächennutzungsplan Windenergie“ kam, schwankten die Reaktionen auf seinen Vortrag bei den Gemeinderäten zwischen Kopfschütteln und Lachen. Sie mussten den im vergangenen September gefassten Feststellungsbeschluss aufheben, weil das Landratsamt die farbliche Darstellung einer Schraffur bemängelte und den eingereichten Teilflächennutzungsplan der Gemeinde deswegen nicht genehmigte.

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Ein Gemeinderat nutzt das Thema für eine Grundsatzdiskussion

„Die Planungsunterlagen sind in Ordnung. Es wird aber kritisiert, dass der Geltungsbereich im Plan nicht ausreichend gut zu erkennen ist“, informierte der Bürgermeister. Dies solle nun geändert werden und anschließend müsse der Plan dann erneut ausgelegt werden. Besser farblich herausgearbeitet werden soll auf Empfehlung des Landratsamtes in der neuen Darstellung, in welchem Bereich die Windräder stehen und wo sich die Wasserschutzzone III genau befindet. Wie vom LT mehrfach berichtet, soll auf Denklinger Flur eine Fläche für Windräder ausgewiesen werden, um zu verhindern, dass überall im Gemeindegebiet Windkraftanlagen aufgestellt werden können.

Sorgen um das Trinkwasser

Gemeinderat Martin Steger aus Dienhausen nutzte die Gelegenheit, um seine grundsätzliche Kritik an den Windrädern zu erneuern. Er forderte seine Ratkollegen dazu auf, die Chance – dass der Feststellungsbeschluss aufgehoben werden muss – zu nutzen, um Windkraft generell zu verhindern. „Wir opfern hier ein Gebiet, damit an anderer Stelle nicht gebaut wird. Dabei ist eine solche Anlage in unserem Wald und im windarmen Bayern Unsinn. Wir zerstören damit unseren Wald.“ Steger hatte sich auch schon in der Vergangenheit vehement gegen die Vorhaben ausgesprochen.

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Jetzt wird der Plan zur Windenergie erneut ausgelegt

Hinzu komme, dass die im Sachsenrieder Forst ausgewiesene Fläche in dem Bereich liege, in dem auch der neue Trinkwasserbrunnen entstehen soll, so Steger. Er warnte vor negativen Folgen fürs Trinkwasser. Wie berichtet, investiert die Gemeinde 11,6 Millionen Euro, um die Trinkwasserversorgung neu aufzustellen. „Es wird viel Geld in die Hand genommen. Ebenso beim vorgesehenen Gemeindezentrum mit 15 Millionen Euro und dem geplanten Kita-Neubau. Der Schutz des Waldes kostet uns nichts und sollte es uns wert sein“, so Steger.

Über seine Forderung wurde in der Sitzung nicht diskutiert. Abgelehnt wurde mit 6:8 Stimmen allerdings sein Antrag, das Thema bis zur Klausur der Gemeinderäte im März zu verschieben und dann noch einmal in Ruhe darüber zu reden. Bei der sich direkt anschließenden Abstimmung wurde dann mit 8:6 Stimmen beschlossen, den Feststellungsbeschluss aufzuheben und den „Teilflächennutzungsplan Windenergie“ erneut auszulegen.

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