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Schondorf

17.11.2019

Wie eine Schondorfer Autorin die Lust am Schreiben wecken will

Autorin Ulli Olvedi lebt in Schondorf. Dort leitet sie derzeit einen Schreibkreis.
Foto: Thorsten Jordan

Plus Die Autorin Ulli Olvedi aus Schondorf möchte die Lust am Schreiben wecken und bietet einen Schreibkreis an. Warum Tibet in ihrem Leben eine sehr große Rolle spielt.

„The World Is Made of Stories“, sagt die Autorin und frühere Journalistin Ulli Olvedi – diese Welt besteht aus Geschichten. Und die Sprache, um diese Geschichten zu erzählen, habe man immer und kostenlos zur Hand. Ob Geschichten, Gedichte, Tagebuch, Satire oder Experimentelles – die Welt des Schreibens ist voller Vielfalt. Ulli Olvedi, die in Schondorf lebt, ist eine leidenschaftliche Schriftstellerin und diesen Funken, diese Leidenschaft möchte sie gerne weitergeben.

Wer sich von ihr anleiten lassen will, hat die Chance dazu

Denn in der Bücherei Schondorf findet derzeit in Kooperation mit der Volkshochschule ein von ihr angeleiteter „Schreibkreis“ für Erwachsene statt. Ab Januar soll es sogar einen für Kinder geben. „Wir kommunizieren ständig über die Welt der Sprache“, sagt Olvedi, „und gleichzeitig verlieren wir immer mehr die Kompetenz, sie in ihrer Vielfalt zu nutzen. Was mir weh-tut, ist die Verluderung der geschriebenen Sprache durch soziale Medien. Mir geht es darum, die Menschen zu inspirieren, die Sprache wieder zu würdigen.“ Ihr Schreibkreis soll explizit kein „Kurs“ sein, sondern „Inspiration, Austausch und vor allem Freiraum bieten, sich und das Schreiben zu entdecken.“

Von der Zeitung zum Radio zur Autorin

Schon als kleines Mädchen war sie ständig mit Heft und Stift unterwegs, erzählt die Autorin, „es gab keine Langeweile, ich hatte ja immer was zu schreiben.“ 1942 am Bodensee geboren, auf der Schwäbischen Alb „in einem Elternhaus mit vielen Büchern“ aufgewachsen, stieg sie nach der Schule direkt in den Journalismus ein. In München wurde damals gerade die tz gegründet und Ulli Olvedi mischte im Kulturbereich mit. Es folgten viele Jahre bei Radio und Print. Aus ihren Sendungen (unter anderem für Forum Wissenschaft bei Radio Bremen und für das Notizbuch beim BR) resultierten einige Fachbücher. „Als Kind habe ich mir immer gewünscht, eine richtige tolle Schriftstellerin zu werden und bis jetzt hatte ich Fachbücher geschrieben.“

Mit Ende 20 ließ sie sich immer ernsthafter auf die Philosophie und Religion des tibetischen Buddhismus ein. Viele Reisen nach Tibet folgten, ebenso wie Gründung einer Hochschule für tibetische Medizin in Kathmandu und einer Gesellschaft zur Förderung der tibetisch-buddhistischen Kultur im Exil (dessen Vorsitzende sie heute noch ist).

Zu Asien hat Olvedi eine besondere Beziehung

Ihren ersten Roman veröffentlichte Ulli Olvedi dann 1998. Ihr Verleger war eigentlich überzeugt, Sachbuchautoren könnten keine Romanschriftsteller werden. Aber gleich das erste Buch (über eine Nonne in einem tibetischen Kloster) wurde ein erfolgreicher Bestseller. Seitdem, also seit über 20 Jahren, „habe ich nonstop geschrieben“. Die Geschichten kamen nur so, erzählt die zierliche Frau. Und wenn ein Buch – an dem sie im Schnitt zwei Jahre sitzt – fertig war, fiel ihr gleich die nächste Geschichte zu. So sind neben einigen weiteren Sachbüchern und Übersetzungen bislang acht ebenfalls erfolgreiche Romane erschienen.

Vor 15 Jahren, „als meine beiden Kinder und der Enkel mich nicht mehr brauchten“, wollte sie endlich raus aus der Stadt und unbedingt an den See. Nach Holzhausen am Ammersee ist sie dann in Schondorf in eine Wohnanlage mit direktem Seezugang gezogen und kann dort jeden Tag von einem kleinen, privaten Steg den See genießen.

Kein Schreibkurs, sondern ein Schreibkreis

Jetzt sei es an der Zeit, so Olvedi, den Leuten aus ihrer direkten Umgebung etwas zurückzugeben. Während sie an der Bildungsakademie in Aidenried Seminare für Psychotherapeuten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum leitet, freut sie sich auf den Schreibkreis in Schondorf. „Die vier Abende sind erst mal als Anlauf gedacht und führen hoffentlich zu mehr.“ Wichtig ist ihr, dass es kein Schreibkurs ist, sondern vielmehr „ein Kreis, eine entschulte Fassung, ein Austausch, eine gegenseitige Inspiration, ein kreativer Freiraum“.

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