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Dießen

23.02.2021

Wie es künftig am Ammersee in Dießen aussehen soll

Südlich des Mühlbachs soll im März mit der Neugestaltung der Seeanlagen in Dießen begonnen werden, für den nördlichen Teil traf der Gemeinderat jetzt einige Festlegungen.

Plus Jetzt steht fest, welche Bänke aufgestellt werden und welches Pflaster in den Dießener Seeanlagen verlegt wird. Planer und Gemeinderat sind dabei nicht immer einer Meinung.

Mit der Neugestaltung der Dießener Seeanlagen wird in Kürze begonnen. Im März soll es zwischen Mühlbach und Strandhotel losgehen. Der Auftrag für den Neubau der Uferbefestigung wurde jetzt vergeben. Außerdem beschloss der Gemeinderat am Montagabend, wie der Bereich nördlich des Mühlbachs erneuert werden soll. Dabei traten bei mehreren Punkten grundlegende Meinungsunterschiede zwischen den Dießener Kommunalpolitikern und dem Vertreter des beauftragten Planungsbüros zutage.

Am Ende blieb der Gemeinderat bei seinen in zwei nichtöffentlichen Workshops getroffenen Festlegungen. Das betrifft beispielsweise das Pflaster, das an die Stelle der bisherigen Asphaltflächen treten soll. Planer Tobias Drexl vom Büro Lohrer/Hochrein regte erneut an, ein Pflaster im Reihenverband wie in der Mühlstraße vorzusehen, denn dieses sei gut verlegbar. Der Gemeinderat hatte sich jedoch für ein großformatiges Pflaster nach dem Vorbild von kleineren Flächen vor mehreren Häusern in der Bahnhofstraße entschieden. Dieses, so warnte Drexl, sei erheblich schwieriger zu verlegen, und das könnte für Menschen, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, Schwierigkeiten bringen.

Keine Steine aus China für die Dießener Seeanlagen

„Aber wir wollen ja gerade nicht, dass es so homogen wird, sondern wir wollen, dass Leben reinkommt“ widersprach beispielsweise Johann Rieß (Freie Wähler) dem Planer. Herbert Kirsch (Dießener Bürger) fügte an, man bekomme doch geschnittene beziehungsweise gesägte Steinplatten, die nicht so schwer zu verbauen seien. Außerdem legte Kirsch darauf wert, wieder bayerische Steine zu verwenden und nicht etwa welche aus China. „Wir werden bayerisches Material ausschreiben“, versicherte Drexl.

Vorbild für die Seeanlagen: Die großformatigen Pflasterflächen vor einigen Geschäften in der Bahnhofstraße.
Bild: Gerald Modlinger

Daneben fragte Drexl noch einmal nach, ob die vom Gemeinderat gewünschte reduzierte Beleuchtung tatsächlich verwirklicht werden soll. Das Gremium hatte sich im September für eine auf das notwendige Minimum reduzierte Beleuchtung ausgesprochen, die dimmbar und insektenfreundlich ist. Drexl verwies hierbei auf mögliche Defizite bei der Verkehrssicherheit, doch auch diesen Bedenken folgte der Gemeinderat nicht. „Wir wollen das, was nötig ist, und nicht mehr“, machte Bürgermeisterin Sandra Perzul (Dießener Bürger) deutlich. Petra Sander ergänzte, man befinde sich ja nicht auf einer Verkehrsfläche, sondern in einem Freizeitgelände. Am Kiosk gebe es eine indirekte Beleuchtung, da seien daneben keine weiteren hellen Leuchten notwendig, auch am Seeufer brauche man keine „normgerechte“ Beleuchtung. Als Drexl daraufhin nochmals von einer Wahlmöglichkeit zwischen „entweder gescheit oder gar nicht“ sprach, beendete Herbert Kirsch die Debatte mit dem Satz: „Sie sollen das auf den Weg bringen, was wir diskutiert haben.“

Die Sitzbänke sollen so aussehen wie in der Mühlstraße

Unumstritten waren drei weitere Festlegungen zum Material und zur Möblierung der Seeanlagen. Die Sitzbänke sollen so aussehen wie diejenigen in der neugestalteten Mühlstraße. Auch über die an der Uferlinie geplanten Sitzstufen war man sich einig. Beim Schachfeld, das unter den großen Bäumen der Boxler-Anlagen südlich des Mühlbachs geplant ist, sprach sich der Gemeinderat für eine ungebundene Verlegeart auf den bestehenden Wegetragschichten aus. Zwar müsse dabei nach etwa drei Jahren mit erstem Ausbesserungsbedarf gerechnet werden. Eine dauerhaftere gebundene Verlegung auf Drainbeton könnte aber das Wurzelwerk der Bäume beschädigen, so die Befürchtung. Aus den beschlossenen Vorgaben kann nun die Ausschreibung für den zweiten Bauabschnitt nördlich der Mühlstraße gefertigt werden, fügte Geschäftsstellenleiter Karl Heinz Springer gegenüber dem LT an.

Solche Bänke wie am Tosbecken in der Mühlstraße sollen auch in den Seeanlagen in Dießen aufgestellt werden.
Bild: Gerald Modlinger

Bereits vergeben wurden unterdessen die Uferbefestigungsarbeiten zwischen Mühlbach und Strandhotel. Die Uferlinie soll neu betoniert und mit Granitpflaster belegt werden. Auch der Neubau einer breiteren Brücke über den Mühlbach als Ersatz für die sogenannte „Rialtobrücke“ sei Teil des ersten Bauabschnitts. Der Bauzeitraum werde sich von März bis September erstrecken, so Springer.

Der zweite Bauabschnitt soll im Herbst folgen

Als Baubeginn für den nördlichen Teil ist der Herbst anvisiert, sobald im Oktober die Schifffahrt in die Winterpause gegangen sein wird. Bis zum Beginn der Dampfersaison 2022 soll die neue Uferbefestigung fertiggestellt sein. Im Laufe des nächsten Jahres werden dann die bisherigen Asphaltflächen im Bereich Pavillon/Kiosk/Dampfersteg neu gepflastert, so der Zeitplan im Rathaus.

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