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Windach

01.01.2017

Wie geht es am Mühlbach weiter?

Das Wehr an der Windach ist marode, was auch zur Folge hat, dass der Mühlbach (Bild) nicht mehr mit Wasser gespeist wird.

Das Wehr an der Windach soll abgebaut werden. Der Bund Naturschutz will aber, dass der Bach auch künftig Wasser bekommt. Sind wirklich alle Bachmuscheln fort?

Wann das marode Wehr an der Windach in Windach abgebaut wird, ist noch offen. Bürgermeister Richard Michl erläuterte in der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass ein Planfeststellungsverfahren nötig ist. Markus Brandtner vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim bestätigte dies gegenüber dem Landsberger Tagblatt. Der 40-jährige Bauingenieur ist seit Anfang Oktober als Abteilungsleiter für die Landkreise Landsberg und Starnberg zuständig.

Das Wehr an der Windach ist marode, was auch zur Folge hat, dass der Mühlbach nicht mehr mit Wasser gespeist wird. Während die Gemeinde Windach und viele Bürger den Mühlbach gerne erhalten würden, setzt das Wasserwirtschaftsamt den Schwerpunkt auf die biologische Qualität der Windach, die für Fische und andere Wasserlebewesen an dieser Stelle durchgängig werden soll. Darüber wird nun seit Längerem gestritten.

Im Gemeinderat war 2015 darüber debattiert worden, das Wasserrecht für das Betreiben des Kleinkraftwerks am Mühlbach zu erwerben. Dies wurde auch mit knapper Mehrheit beschlossen, dann wurde dieser Beschluss jedoch revidiert. Nun ist das Wasserwirtschaftsamt Besitzer des Wasserrechts und will das Wehr in der Windach rückbauen. Strittig ist dies unter anderem auch, da der Mühlbach ein Lebensraum für Bachmuscheln ist. Im April hatte das Wasserwirtschaftsamt diese Muscheln in die Windach umgesiedelt.

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Da es sich beim Abbau des Wehrs um eine „wesentliche Umgestaltung“ handle, sei ein entsprechendes Verfahren nötig, erläutert Brandtner. Genehmigungsbehörde sei das Landratsamt. Das Wasserwirtschaftsamt ist bisher noch nicht ins Verfahren gegangen, wegen einer noch nicht entschiedenen Klage, die am Verwaltungsgericht anhängig ist. Der Bund Naturschutz hatte das Wasserwirtschaftsamt per einstweiliger Verfügung dazu verpflichten wollen, für mehr Wasser im Mühlbach zu sorgen. Die Naturschützer befürchteten Anfang vergangenen Jahres, dass das Gewässer vollkommen vereist, wenn zu wenig Wasser vorhanden ist. Derzeit werden laut Brandtner die Unterlagen für den Abbau erstellt und dann mit dem Planfeststellungsverfahren begonnen. Der Zustand des Wehres könne nicht auf Jahre hinweg so bleibe, so Brandtner.

Laut Brandtner gibt es auch einen landschaftspflegerischen Begleitplan, der möglicherweise Ausgleichsmaßnahmen vorsieht. Themen in dem Verfahren werden laut Brandtner das Vorkommen der Bachmuschel, aber auch die Hangentwässerung sein. Das Wasserwirtschaftsamt will die Sache vorantreiben und geht davon aus, dass 2017 das Verfahren durchgeführt wird

Das Gerichtsverfahren ist noch anhängig. Da das Wasserwirtschaftsamt jedoch im Frühjahr Bachmuscheln aus dem Mühlbach in die Windach umsetzte, stand die Entscheidung für das Gericht nicht akut an, wie der Sprecher des Verwaltungsgerichts Florian Huber, dem LT sagte. Noch offen ist seinen Worten nach, ob der Antragsteller der Sache weiter nachgehen will, die Sache könne von den Beteiligten auch „übereinstimmend erledigt erklärt werden“. Das Gericht habe noch einmal eine aktuelle Anfrage an beide Seiten gestellt. Nach Hubers Information durch das Wasserwirtschaftsamt gibt es keine Muscheln mehr im Mühlbach. Andere Informationen hat da der Vorsitzende der Kreisgruppe des Bund Naturschutz, Folkhart Glaser. „Nach meiner Kenntnis sind nicht alle Muscheln raus.“ Für ihn ist wichtig, dass in einem Monitoring, also in einer wissenschaftlichen Beobachtung, überprüft wird, ob die Muscheln den neuen Lebensraum Windach auch dauerhaft annehmen. Schließlich hätten sich die Bachmuscheln nicht ohne Grund im Mühlbach und nicht in der Windach angesiedelt.

Für Glaser ist das Gerichtsverfahren noch nicht passé. Er selbst hat noch keine Kenntnis von einer Anfrage des Gerichts. Die Gemeinde Windach will außerdem in einem Gutachten abklären lassen, wie sich die Hochwassergefahr entwickelt, wenn kein Wehr mehr vorhanden ist. Das beauftragte Büro kann aber erst eine Einschätzung vornehmen, wenn klar ist, wie das Gewässer an der Stelle wasserbaulich gestaltet wird.

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