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Kaufering

15.04.2020

Wie hoch fällt die Unterstützung für die Paulusgemeinde aus?

Die Marktgemeinde Kaufering wird der evangelischen Kirchengemeinde (im Vordergrund ist der Kirchturm der Pauluskirche zu sehen) einen höheren Personalkostenzuschuss für den Jugendreferenten gewähren.
Bild: Sibylle Seidl-Cesare (Archiv)

Plus Bekommt die Kauferinger Paulusgemeinde einen höheren Zuschuss für ihre Jugendarbeit? Der Pfarrer und der Jugendreferent stellen dem Marktgemeinderat die Arbeit vor. Was am Ende den Ausschlag gibt.

Über die Frage, ob die Marktgemeinde Kaufering ein kirchliches Angebot der evangelischen Paulusgemeinde auf freiwilliger Basis finanziell unterstützen sollte, gingen im Ratsgremium die Meinungen auseinander. Konkret ging es um einen Personalkostenzuschuss im fünfstelligen Bereich.

Letztlich wurde die Anhebung des Personalkostenzuschusses für den Jugendreferenten der Evangelisch-Lutherischen Paulusgemeinde aber bewilligt. Es handelt sich um eine Erhöhung von jährlich 15.000 auf 25.000 Euro. Die Mittel sind im aktuellen Haushalt eingeplant.

Pfarrer Jürgen Nitz und Jugendreferent Hannes Fremgen erhielten vor Diskussion und Beschlussfassung die Möglichkeit, die Jugendarbeit vorzustellen. Er sei 1993 bereits als Jugendlicher zur Jugendarbeit der Paulusgemeinde gekommen, berichtete Fremgen. Seit 2008 sei er angestellt, so der Diplom-Sozialpädagoge. Gemeinsam mit Jugendreferentin Manuela Schappert betreue er die nach einem „Sieben-Säulen-Konzept“ aufgestellte Jugendarbeit. Die Säulen betitelte Hannes Fremgen mit Freizeitarbeit, Mitarbeiterausbildung, Teestubenangebote, Seminararbeit, Gottesdienste, Hauskreise und Kreativität. „Dazu kommen Konfirmandenunterricht, weitere Gremien, Vernetzung aller Angebote.“ Die dafür notwendigen Mittel kommen laut Pfarrer Nitz von der Landeskirche und der Gemeinde. Der Rest verbleibt bei der Paulusgemeinde.

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Die Kosten werden gedrittelt

Der Grund, warum ein Antrag auf Erhöhung des Zuschusses gestellt worden sei, liege in den gestiegenen Personalkosten. So waren im Jahr 2008, als eine Drittelung der Kosten (Landeskirche, Markt Kaufering, Paulusgemeinde) mündlich vereinbart wurde, Kosten in Höhe von 45.000 Euro zugrunde gelegt worden. Für 2020 aber seien Bruttopersonalkosten von 75.000 Euro veranschlagt. Erhöhe der Markt, erhöhe auch die Landeskirche, so Nitz. Marktgemeinderat Andreas Keller (GAL) hinterfragte das Ziel dieser Jugendarbeit. „Glaubensvermittlung und christliche Gemeinschaft leben“, nannte Fremgen dazu als Hauptgründe.

Für Pfarrer Jürgen Nitz liegt die Motivation in der Unterstützung der jungen Generation. „Die Jugendlichen haben alles mitgebracht“, so Nitz, „von Essstörungen über Selbstverletzungen bis zu sexuellen Übergriffen.“ Das sei für die Kirchengemeinde der Grund gewesen, ausgebildete Menschen hinter die Jugendarbeit zu stellen. Für den Markt sei das Angebot eine Win-win-Situation: „Unsere Jugendarbeit beinhaltet auch sechs Jugendchöre, in denen 150 Sänger von Kirchenmusikerin und Chordirigentin Silvia Elvers ausgebildet werden.“ Dies sei eine Art Musikschule für den Ort.

Über die Kosten sagte der Pfarrer, derzeit gebe die Paulusgemeinde für die Jugendangebote 60.000 Euro pro Jahr aus. „Aus der Kirchensteuer erhalten wir 91.000 Euro, insgesamt aber setzen wir 210.000 Euro pro Jahr um.“ Einen nicht unerheblichen Teil steuere die evangelische Gemeindestiftung Kaufering bei. Nitz’ Hauptargument für die Wichtigkeit des Angebots: „Die Jugendlichen können sich auf die Kirche verlassen.“

Überraschende Einigkeit zwischen Pilz und Kenzler

Er habe ein Problem damit, sagte Andreas Keller, dass dies ein konfessionelles Angebot ist. „Wir als Gemeinde sollten neutral bleiben." „Wir tun uns immer schwer bei freiwilligen Leistungen, weil diese auf Anweisung der Rechtsaufsichtsbehörde einer kritischen Überprüfung zu unterziehen sind“, sagte Sascha Kenzler (UBV). Die Jugendarbeit der Pauluskirche sei aber absolut unterstützenswert. Die Arbeit sei enorm wichtig für den Markt, sagte Gabriele Hunger (CSU/Bürgerblock). „Viele Jugendliche brauchen einen Ansprechpartner“, weiß Flora Kurz (SPD) aus ihrer Zeit als Lehrerin. „Dafür ist kein Geld verschwendet.“ Die Paulusgemeinde habe ein niederschwelliges Angebot aufgebaut, so Gabriele Triebel (GAL), das fortgesetzt werden müsse. Und auch Hans-Jörg Pilz (GAL) hatte nur lobende Worte, was Sascha Kenzler besonders freute. Es sei vermutlich das erste Mal in den sechs Jahren als Ratskollegen, dass Pilz mit ihm einer Meinung sei.

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