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23.08.2010

Wie man richtig Nein sagt

Nicht nur mit Worten, auch mit Gesten lernen die Kinder in Walleshausen, wie man mit Nachdruck Nein sagt. Foto: Romi Löbhard
Bild: Romi Löbhard

Walleshausen "Nein! - Ich will das nicht! - Halt! - Stopp!" Immer wieder fliegen Paula Print diese Wörter um die Ohren, dass es nur so kracht. Nur gut, dass damit nicht sie, die unglaublich nette, freundliche Zeitungsente gemeint ist! Nein, Paula Print hat das "Mut-Mach-Projekt" im Kindergarten Walleshausen besucht. Vier Monate lang hat sich hier eine Gruppe von 20 Kindern gemeinsam mit Erzieherin Maria von Rahden und Faiz Hussainian im Konfliktelösen und in der Selbstbehauptung geübt.

Der Faiz ist Taekwondo-Übungsleiter beim TSV Hechendorf und beim TV Walleshausen. Sein Sohn geht gerade in den Walleshausener Kindergarten und deshalb hat er angeboten, so ein Projekt mal durchzuführen. Vier Monate lang haben sich die Kinder mit der Erzieherin und Faiz zuerst einmal pro Woche, später alle zwei Wochen zusammengesetzt, eine neue Übung besprochen und die dann praktisch ausgeführt.

Zum Beispiel haben die Kleinen gelernt, wie sie miteinander umgehen sollen, oder wie sie mit ihrer eigenen Wut fertig werden können. Im praktischen Teil sind die besprochenen Sachen geübt worden. Bei Paula Prints Besuch haben die Kinder etwas ganz Wichtiges beigebracht bekommen: Wie kann ich mich mit Worten verteidigen, wie kann das meine Körpersprache ausdrücken? Es kann schließlich passieren, dass ein Auto neben einem Kind anhält und der Fahrer sagt ,steig doch ein'. "Das macht ihr auf keinen Fall", sagt Faiz, "sondern ihr ruft laut und stark 'nein' tut mir leid, hab keine Zeit'. Ganz wichtig ist für euch, deutlich 'nein' zu rufen und euch auch nicht von Schokolade oder Bonbons rumkriegen zu lassen. Schokolade ist gut, aber nur von den Eltern."

Dieses "Nein" üben die Kinder dann nicht nur als Wort, sondern auch mit ihrem Körper. Sie ziehen ein Knie hoch und schubsen das Bein so kräftig wie möglich nach vorn. Und sie machen eine Hand ganz stark und schieben sie vor, mit der Handinnenfläche nach vorn. Das sieht richtig stark aus, findet Paula.

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Weil es sein kann, dass das alles noch nicht so richtig hilft, dann muss weggelaufen werden. Auch das proben alle, aber nicht nur einfach rennen, sondern mit Köpfchen. Also: Wo lauf' ich hin und wie sieht das aus. Dafür müssen die Muskeln gekräftigt werden, das geht nur mit Sport. Und nicht nur das, auch die Koordination, also der Ablauf der Bewegungen muss stimmen, sonst machen ja die Beine was anderes als die Arme. Das wiederum geht nur mit höchster Konzentration, mit eingeschaltetem Gehirn. Daran fehlt es bei einigen Kindern, stellt Paula Print im praktischen Teil fest.

Das "Augen zu und still sein", das Faiz von ihnen möchte, schaffen nicht alle. Und auch den Erklärungen des Übungsleiters hören sie nicht so ganz genau zu. Sonst hätten sie die praktischen Übungen wie abwechselnd links und rechts um ein Hindernis laufen nicht hin und wieder versemmelt.

Gut, dass sie in ihrem Kindergarten in Walleshausen die Möglichkeit bekommen haben, solche Sachen zu üben und dabei immer besser zu werden! Das macht selbstbewusst und gibt das Gefühl, immer mehr wert zu sein. (löbh)

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