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Schondorf

28.03.2017

Wie plant man einen perfekten Mord?

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2 Bilder
Landrat Thomas Eichinger brillierte in seiner Rolle als schmieriger, aber genial kombinierender Versicherungsdetektiv Dan Morrison in dem Stück „Ein Todesfall wird vorbereitet“ der Schondorfer Jakobsbühne. Hier mit Ariane Casagrande als junge Frau aus dem Dorf. 
Bild: Maren Martell

Eine gelungene Premiere der Jakobsbühne.

„Mord ist ein Kinderspiel, wenn man es nur intelligent genug macht.“ Der vor dem finanziellen Ruin stehende Kriminalschriftsteller James Murray ist sich seiner Sache vollkommen sicher. Das perfekte Verbrechen hat ihn schon immer fasziniert. Doch weil sich seine schriftstellerischen Werke nicht mehr ganz so perfekt verkaufen lassen, sieht er aus seinem persönlichen Desaster keinen anderen Ausweg, als sich selbst aus dem Weg zu schaffen. Nach seinem Ableben soll Ehefrau Lee stolze

30 000 Pfund von seiner Lebenversicherung kassieren. Und da James natürlich auch etwas davon haben will, wird eine andere Leiche benötigt. Eine zufällig in London gemachte Bekanntschaft wird als Opfer auserkoren. Der Plan scheint genial, alles ist perfekt eingefädelt. Doch dann kommt es ganz anders. Und am Ende stellt sich nicht nur die Frage, wer eigentlich der Mörder ist, sondern auch die nach dem Opfer.

Mit viel Witz und teils großartiger schauspielerischer Leistung hat die Schondorfer Jakobsbühne ihr jüngstes Stück „Ein Todesfall wird vorbereitet“ von Jack Popplewell in Szene gesetzt.

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Der britische Dramatiker ist in England und USA vor allem für seinen Evergreen „If I should fall in Love again“ bekannt. Als Bühnenautor feierte er seinen größten Erfolg mit der Kriminalkomödie „Keine Leiche ohne Lilly“, die auch heute noch in zahlreichen deutschen Theatern auf dem Spielplan steht.

Die Schondorfer Inszenierung überzeugte durch die Liebe zum Detail, auch hinsichtlich von Requisite und Kostümen, die alle originalgetreu im Stil der 60er Jahre gehalten sind. Und so wurde die Premiere in der ausverkauften Aula des Landheims Schondorf nicht nur von den vielen Fans der Theatergruppe mit langem Applaus begeistert gefeiert. Auch bei zahlreichen Szenen wurde immer wieder herzlich gelacht und Beifall gespendet. Im Publikum saßen zahlreiche Bürgermeister der Ammerseegemeinden, darunter auch Schondorfs Bürgermeister Alexander Herrmann. Insbesondere Landrat Thomas Eichinger brillierte in der Rolle des etwas schmierigen, aber genial kombinierenden Versicherungsdetektivs Dan Morrison. Mit Perücke, strähnigem Seitenscheitel und dicker Brille war Eichinger kaum wiederzuerkennen: „Ich bin der ekelhafte Kerl von der Versicherungsgesellschaft. Ich weiß um meine schlechte Manieren.“ Eichinger – bekannt für seine Vorliebe zum Theaterspiel – steigerte sich regelrecht in die Rolle des mit seinen bohrenden Fragen nervigen Detektivs hinein. Herausragend auch das Spiel von Michael Schulz als James Murray und Alexa Dorow als seiner auf Luxus bedachten Frau Lee, Martin Rempfer als Versicherungsvertreter und spießbürgerlicher Bürokrat Robert Bielby, Simone Elsässer als die an Überirdisches glaubende, etwas durchgeknallte Hausangestellte Rose sowie Ariane Casagrande als eine junge Frau aus dem Dorf, die sich ausgerechnet in das vermeintliche Mordopfer verliebt.

„Warum spielt man Theater?“ Diese Frage stellte Regisseur Alex Dorow gleich zu Beginn in den Raum. „Während sich die einen etwa beim Bungeespringen das nötige Adrenalin holen, ist es für die anderen der Auftritt auf der Bühne.“ Seit 1999 ist die Schondorfer Jakobsbühne als Laiengruppe vom Ammersee aktiv. Mittlerweile habe es von der Spielgruppe des Schondorfer Theatervereins acht Aufführungen gegeben. „Und das immer noch mit der Kerntruppe“, weiß der Landtagsabgeordnete und ehemalige BR-Sprecher Dorow stolz zu berichten. Ständig sei man auf der Suche nach einem neuen Theaterstoff und so wurde diesmal nach Stücken wie „Zeugin der Anklage“, „Die Falle“ oder zuletzt „Acht Millionäre“ der englische Klassiker von Jack Popplewell ausgewählt. „Es ist ein kriminalistisches Kammerspiel ohne Action und Schüsse, dafür aber mit spannenden Dialogen“, betont Dorow.

Die Premiere in Schondorf hat schon Tradition. Die Aula im Schondorfer Landheim ist quasi Stammbühne. „Und dies ist auch damit begründet, dass ich ehemaliger Landheimer bin“, so Dorow. Seit 2011 ist die Jakobsbühne aber auch regelmäßig im Landsberger Stadttheater und im Augustinum in Dießen zu sehen, so auch in diesem Jahr.

Weitere Vorstellungen: 31. März, 1. und 2. April in Schondorf, 29. April im Landsberger Stadttheater, 6. und 7. Mai im Dießener Augustinum.

Kartenreservierung unter Telefon 0172/8382649 oder hier im Internet.

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