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Landkreis Landsberg

18.02.2021

Wie schlimm ist der Corona-Ausbruch im Klinikum Landsberg?

In einer Station des Landsberger Klinikums ist das Coronavirus ausgebrochen. Mehrere Patienten und Mitarbeiter wurden inzwischen positiv getestet, die Station wurde geschlossen. Derzeit läuft ein Reihentest, der mögliche weitere Infektionen anzeigen soll.
Foto: Julian Leitenstorfer

Plus Das Klinikum Landsberg meldet mehrere Corona-Infektionen und schließt eine ganze Station. Der Ärztliche Direktor schildert die Situation im LT-Interview.

Ein Coronavirus-Ausbruch im Klinikum Landsberg und mehrere Infektionen mit britischen und südafrikanischen Virusvarian-ten – am Donnerstag gab es gleich mehrere Hiobsbotschaften im Landkreis Landsberg. Die LT-Redaktion hat im Krankenhaus nachgefragt, wie dramatisch die Situation dort ist und wie viele Infektionen inzwischen bekannt sind.

Mit 20 Betten ist sie die kleinste Station des Klinikums, doch in den vergangenen Tagen verursachte Station 3B viel Wirbel: Bereits am Freitag, so berichtete am Donnerstag Dr. Alexander Schnelke, Ärztlicher Direktor des Klinikums, habe es einen ersten Verdacht gegeben. Sofort habe man zusätzlich zu den regelmäßig im Krankenhaus stattfindenden Corona-Tests Patienten und Mitarbeiter verstärkt getestet. Nach und nach seien weitere Infektionen bekannt geworden, inzwischen hätten die Tests bei fünf Patienten und vier Mitarbeitern angeschlagen.

Viele Mitarbeiter am Klinikum Landsberg sind bereits gegen das Coronavirus geimpft.
Foto: Thomas Frey/dpa (Symbol)

„Es sind ja wegen der Inkubationszeit nicht alle Infizierten sofort positiv. Deswegen muss man immer wieder testen und dann entwickelt sich langsam das Bild“, erklärt der Arzt. „Wir haben die Station zugemacht, weil wir keine zweite Station wollen, in der positiv getestete Patienten liegen, sondern sie alle auf einer Station konzentrieren wollen.“ Einige der Infizierten seien auch unter Beobachtung des Gesundheitsamts nach Hause gegangen, weil sie schon entlassfähig waren. Einer der Patienten habe inzwischen Symptome, berichtet Schnelke, die anderen infizierten Patienten und Mitarbeiter seien derzeit symptomfrei.

Nicht nur die vier positiv getesteten Mitarbeiter fielen aus, sagt Schnelke, auch einige ihrer Kollegen seien momentan in Quarantäne, um sicherzustellen, dass sich das Virus nicht weiter ausbreitet. „Das macht sich dann schon bemerkbar.“ Insgesamt laufe der Betrieb trotzdem völlig normal weiter. „Es ist keine eklatante Umstellung. Die Betten fehlen natürlich, aber wir können sie anderswo im Haus aufbauen.“ Das werde kein Problem sein, wegen des Corona-Modus sei das Haus zur Zeit nicht voll belegt.

So ist der Stand in Sachen Impfungen am Klinikum

Dass sich das Coronavirus nicht schneller ausbreiten konnte, sei auch dem Umstand zu verdanken, dass sich schon viele Klinikumsmitarbeiter hätten impfen lassen. Den genauen Stand kann Dr. Alexander Schnelke nicht nennen, aber bis nächsten Dienstag seien es mindestens 400 Mitarbeiter, die ihre Erstimpfung bekommen haben; etwa 230 werden dann schon zum zweiten Mal geimpft worden sein. Insgesamt arbeiten etwa 700 Personen im Landsberger Klinikum.

„Wir testen jetzt wieder alle durch, um zu sehen, ob wir das Virus noch irgendwo anders im Hause haben“, sagt Schnelke. Die Ergebnisse vom Mittwoch seien noch nicht da – an diesem Tag seien 200 Personen beim Reihentest gewesen, am Donnerstag noch einmal 140.

Das Landratsamt meldet weitere Mutationsfälle

Als wären das noch nicht genug schlechte Nachrichten für einen Tag, hat das Landratsamt Landsberg am Donnerstag den neuen Stand in Sachen Virusmutationen vermeldet. Im Landkreis Landsberg wurden am Donnerstag vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) insgesamt 16 Infektionen mit der südafrikanischen Coronavirus-Variante gemeldet, wie das Landratsamt berichtet. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der südafrikanischen Mutationen im Landkreis auf 34.

„Elf der nun bestätigten Fälle gehören zum Umfeld einer Seniorenwohnanlage mit Heimcharakter“, erklärt das Landratsamt in einer Pressemitteilung. Zusätzlich zu den bereits aus dieser Einrichtung gemeldeten Varianten sei nun bei weiteren sechs Bewohnern, vier Mitarbeitern und einer Person aus dem Umfeld der Einrichtung die südafrikanische Variante bestätigt worden. Drei der Personen konnten inzwischen aus der Quarantäne entlassen werden.

Drei weitere Fälle der südafrikanischen Variante seien bei einer anderen Wohngemeinschaft, die keine Senioreneinrichtung sei, vom Staatlichen Labor bestätigt worden, heißt es in der Pressemitteilung. Zwei der Bewohner konnten inzwischen aus der Quarantäne entlassen werden. Bei zwei positiv getesteten Mitarbeitern des Seniorenheimes in Greifenberg wurde ebenfalls am Donnerstag die afrikanische Variante bestätigt. Einer der betroffenen Mitarbeiter konnte bereits aus der 14-tägigen Quarantäne entlassen werden.

Eine Person aus dem Kreis Landsberg ist an einer Virus-Mutation gestorben

Bei zwei weiteren Personen – im Umfeld eines Großbetriebs, wie das Landratsamt berichtet – wurden vom LGL eine britische Virusvariante bestätigt. Damit erhöht sich die Gesamtzahl der britischen Variante auf acht. Auch bei den beiden neuen Fällen handelt es sich um erwartete Bestätigungen von Verdachtsfällen. Beide Personen konnten inzwischen aus der Quarantäne entlassen werden.

Inzwischen hat sich herausgestellt, dass im Landkreis bereits eine Person in Zusammenhang mit der südafrikanischen Virusmutation verstorben ist. Das sei schon vor einiger Zeit geschehen, berichtet das Landratsamt, doch erst am Donnerstag sei die Analyse des Virus in der Probe abgeschlossen und die Virusmutation bestätigt worden.

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