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05.10.2019

Wie sicher sind die Schulwege im Landsberger Westen?

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Achtung, Schulweg: Neue Bodenmarkierungen im Bereich der Unterführung am Hindenburgring und am Fliederweg sollen auf mögliche Gefahrenstellen hinweisen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Landsberger Eltern haben das Schongauer Dreieck und die Situation vor zwei Schulen im Blick. Wie das Ordnungsamt die Situation beurteilt.

Wie sicher oder unsicher sind die Schulwege in Landsberg – speziell im Westen der Stadt? Darüber ist in der jüngsten Sitzung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses des Landsberger Stadtrats diskutiert worden. Besonders im Blick hatten dabei Elternvertreter, Kommunalpolitiker und der Chef des Ordnungsamts, Ernst Müller, die Situation am Schongauer Dreieck und im Bereich der Unterführung in der Hindenburgstraße, der Mittelschule und des Schulzentrums. Wie gut oder weniger gut es um die Sicherheit für die Kinder dabei bestellt ist, wurde unterschiedlich bewertet.

Ohne Schulweghelfer wäre die Situation wohl nicht so entspannt

„Wenn es dort keine Schulweghelfer gäbe, wäre das wirklich ein Problem“, schilderte Schulweghelferin Susann Schmid-Engelmann ihre Wahrnehmung vom Schongauer Dreieck. Ein Gefahrenpotenzial sehe sie vor allem beim Linksabbiegen, wenn sich Kraftfahrzeuge und entgegenkommende Fußgänger und Radfahrer kreuzen. Fahrzeuge, die von der Breslauer Straße oder vom Hindenburgring in die Katharinenstraße einbiegen, hätten aufgrund der weiteren Entfernung der Haltelinien an den Ampeln schon ein höheres Tempo, wenn sie den Geh- und Radweg überqueren, sagte Schmid-Engelmann. Ein weiteres Thema sei, dass Radfahrer, die von Süden zu den Schulen fahren, mehrfach Fahrbahnen (die beiden Äste der Katharinenstraße und dann den Hindenburgring) kreuzen müssen und dabei nicht durchgängig grün an den Ampeln haben. „Dass da nichts passiert, ist ein großes Glück“, fasste Schmid-Engelmann zum Schongauer Dreieck zusammen.

Rund 50.000 Fahrzeugbewegungen gibt es pro Tag in diesem Bereich

Änderungen an der Verkehrsführung wären freilich nicht so ohne Weiteres machbar, war der Stellungnahme vom Leiter des Ordnungsamts, Ernst Müller, zu entnehmen. Um die Linksabbieger von den Radfahrern zu separieren und eine grüne Welle für die Radfahrer auf der Schongauer Straße und auf dem Hindenburgring zu schaffen, müsste die gesamte Ampelschaltung in diesem Bereich neu berechnet werden. Man könne aber nicht einfach Radlern und Fußgängern gegenüber den Kraftfahrzeugen den Vorrang einräumen, ohne dass es an dieser Kreuzung mit sieben Abzweigen und täglich rund 50.000 Fahrzeugbewegungen zu längeren Rot-Phasen und Staus käme. „Wir wickeln so ja auch den Schulbusverkehr ab, wir hätten dann auch Probleme, pünktlich zum Unterricht zu kommen, wenn der ÖPNV im Stau steht“, sagte Müller.

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Gefahr geht nicht nur von Autos aus, sondern auch von Tretrollern

Im Übrigen habe man mit der Ampel am Galgenweg bereits etwas für die Sicherheit der aus Süden kommenden Radfahrer getan. Außerdem verwies Müller darauf, dass abbiegende Kraftfahrer immer auf kreuzende Fußgänger und Radfahrer achten müssten. Das sei an allen Kreuzungen und Einmündungen so. „Man kann es nicht jedem Recht machen“, meinte auch Oberbürgermeister Mathias Neuner. Er sah in der Präsenz von Schulweghelfern die beste Gewähr dafür, dass kein Schulkind verunglückt.

Besorgnisse waren vonseiten der Elternvertretungen auch für den Bereich des Hindenburgrings, der Mittelschule und des Schulzentrums vorgetragen worden. Zur Situation an der Unterführung in Richtung Heilig-Engel-Parkplatz sagte Müller aufgrund eigener Anschauung: „Es ist erstaunlich, was sich da in Früh abspielt. Und es erstaunlich, dass dort nichts passiert und es alle schaffen, aneinander vorbeizukommen.“ Um den aus Richtung Osten kommenden Schülern zu verdeutlichen, dass am Ende der Unterführung vor der Treppe zur Mittelschule mit kreuzendem Rad- und Tretrollerverkehr zu rechnen ist, wurde dort eine entsprechende Bodenmarkierung angebracht, berichtete Müller.

Sicherheitsbügel sind eher ein Risikofaktor

Der Vorschlag, auf dem von Süden kommenden Weg Bügel zu installieren, um Radler zu bremsen, sei nicht weiterverfolgt worden. Damit würde der Radverkehr außerhalb der morgendlichen Hauptverkehrszeit unnötig abgebremst und unattraktiv gemacht und die Hindernisse könnten wiederum selbst eine Gefahrenstelle sein, meinte Müller.

Eine weitere Bodenmarkierung wurde an der Einmündung des Fliederwegs in die Platanenstraße angebracht, informierte Müller weiter. Sie soll Autofahrer (darunter auch viele, die ihre Kinder zur Grundschule bringen) darauf aufmerksam machen, dass sich auf dem Gehweg Schulkinder bewegen. Noch anschauen werde man sich die Querungssituation in der Holzhauser Straße auf Höhe der Johann-Ferstl-Straße. Dort besteht zwar ein Fahrbahnteiler, der sei aber für das Aufstellen von Fahrrädern zu schmal. Den Besorgnissen der Eltern stellte Müller ein paar Zahlen gegenüber: Demnach seien an jedem Schultag in Landsberg zwischen 5000 und 7000 Schüler unterwegs, das entspreche zwei bis drei Millionen Schülerbewegungen im Jahr. Diesen stünden zwei der Polizei gemeldete Schülerunfälle innerhalb der vergangenen drei Jahre gegenüber.

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