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Thaining/Finning

09.01.2019

Wie streunende Katzen ein neues Zuhause finden

Christine Moser ist froh, dass für die schwarze Kätzin Feli ein Platz in Finning gefunden werden konnte. Ihre Tochter Wutzl lebt auch dort. Tiger und Mogli wurden ebenfalls bereits vermittelt.
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Christine Moser ist froh, dass für die schwarze Kätzin Feli ein Platz in Finning gefunden werden konnte. Ihre Tochter Wutzl lebt auch dort. Tiger und Mogli wurden ebenfalls bereits vermittelt.
Bild: Thorsten Jordan

Christine Moser und Rita Färber fangen streunende Katzen ein und lassen sie kastrieren. Eine schwarze Katzenmama führte die beiden zu ihren Jungen ins Thaininger Kieswerk.

Feli streicht neugierig um die Beine der Besucher und will gestreichelt werden. Ihre Tochter Wutzl versteckt sich lieber unterm Schrank. Die schwarze Kätzin und ihr Junges haben bei Josefine Schönecker in Finning eine neue Heimat gefunden. Dass die beiden jetzt wohlversorgt einem glücklichen Katzenleben entgegenblicken, liegt an Christine Moser und Rita Färber – und offensichtlich an der Schlauheit des Muttertieres. Moser und Färber sind Tierliebhaberinnen aus dem südlichen Landkreis, die sich um streunende Katzen kümmern.

2014 sei sie darauf aufmerksam gemacht worden, dass im Ort immer wieder kleine Katzen überfahren würden, erzählt Christine Moser. Rita Färber riet, sie solle doch mal bei einem nahen Bauernhof fragen. „Die Bäuerin hat zu mir gesagt, ‚Sie schickt der Himmel’“, erzählt die 52-Jährige. Man habe dort gewusst, dass es zu viele Katzen sind, wurde der Sache aber nicht Herr. Die Katzen seien einige Tage an eine Fütterungszeit gewöhnt und dann in Fallen gefangen worden, erinnert sie sich.

So viel kostet die Sterilisierung einer Katze

„Manche Landwirte wollen was tun“, erzählt sie. Sie seien auch bereit, Geld in die Hand zu nehmen. In der Regel sind es um die 128 Euro Kosten, eine Kätzin zu sterilisieren, Tierärzte kommen den Tierschützern aber auch entgegen. Moser und Färber investieren selber Geld, man kooperiert mit dem Tierheim in Landsberg und die Bauern beteiligten sich teilweise. „Ich wünsche mir, dass die Leute Verantwortung übernehmen“, appelliert Christine Moser an Tierbesitzer, ihre Katzen kastrieren zu lassen, um eine ungebremste Vermehrung zu stoppen.

In den vergangenen Jahren erfuhren Christine Moser und Rita Färber immer wieder von streunenden Katzen, die nicht nur von Bauernhöfen stammen. Oft hausen die Tiere am Dorfrand in Scheunen oder Stadeln. Und die beiden Frauen füttern sie an, stellen Fallen auf, kontrollieren diese alle zwei Stunden, bringen Katzen und Kater zum kastrieren und versuchen vor allem, die Jungen zu vermitteln. Tiere, die sich nicht mehr an den Menschen gewöhnen, werden wieder in die Wildnis entlassen. Moser und Färber sind nicht die einzigen Privatpersonen in der Region, die sich um verwilderte Katzen kümmern, Christine Moser weiß von einer Frau im nördlichen Landkreis.

Plötzlich fehlt von der Kätzin jede Spur

Wichtig sei, dass auch der Besitzer eines Stadels, in dem wilde Katzen leben, sein Einverständnis gibt – „es geht nur gemeinsam“. Bei Feli und ihren fünf Jungen, die in einer Scheune am Rand von Thaining lebten, gab der Landwirt sogar den Hinweis. Doch als die beiden Frauen die Tiere bereits eine Woche angefüttert hatten, waren nur noch die relativ zutrauliche Kätzin und zwei Junge da – und plötzlich gar keine Katze mehr. Moser und Färber suchten stundenlang die Umgebung ab, doch von der Katzenmama samt Nachwuchs fehlte jede Spur. Als Rita Färber in der Dämmerung heimfahren wollte, lief ihr eine schwarze Katze über den Weg.

Sie informierte Christine Moser und beide verfolgten das Tier – es war die schwarze Katzenmutter. „Ich hatte das Gefühl, sie wollte uns was zeigen. Sie lief voraus, den Schwanz in die Höhe und hat auch immer umgeschaut“, sagt Christine Moser. „Es war wie bei Lassie“, erzählt Rita Färber. Im Kieswerk Thaining dann ein kleiner Maunzer der Mama und die zwei Katzenjungen tauchten auf, später ein drittes. Die zwei anderen waren tot, wie sich herausstellte.

Die Babys dürfen nicht zu früh von der Mutter getrennt werden

Dann die nächste Herausforderung: eine Pflegestelle finden. Denn halbwilde Katzen sollen sich an den Menschen gewöhnen und Babys nicht zu früh von der Mutter getrennt werden. So braucht es immer auch jemanden, der für einige Wochen bereit ist, eine Katzenfamilie aufzunehmen. „Am besten ist ein separates Zimmer für die Tiere“, so Rita Färber. Beide Frauen haben selbst mehrere Katzen und können keine mehr beherbergen. Rita Färber, die auch Igel über den Winter beheimatet und dann auswildert (LT berichtete), erinnert sich an Josefine Schönecker, zu der sie wegen junger Igel Kontakt hatte. So fand zuerst die ganze Katzenfamilie ein Heim in Finning, zwei Junge wurden weitervermittelt und Feli und Wutzl bleiben für immer.

Aufruf Gesucht werden Pflegestellen: Wer Zeit und Platz hat, kann sich unter Stadlkatzen-LL@web.de bei Rita Färber und Christine Moser melden.

Lesen Sie den Kommentar zum Thema: Stadelkatzen sind keine Wildtiere

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