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Landsberg

04.11.2019

Will in Landsberg niemand Christkind werden?

Die Suche nach dem Landsberger Christkind 2019 verläuft noch recht schleppend. Die erste Anmeldefrist bei der Stadt verstrich. Mittlerweile gibt es vier Bewerberinnen.
Foto: J. Leitenstorfer (Archiv)

Plus In der ersten Runde fand sich keine einzige Bewerberin für das Landsberger Christkind. Die Stadt verlängert deshalb die Anmeldefrist. Ist der himmlische Job nicht mehr so beliebt wie früher?

Ist Weihnachten in Landsberg in Gefahr, wie in den Sozialen Medien befürchtet wird? Am Freitag sah es ganz danach aus: Denn die Bewerbungsfrist bei der Stadt war abgelaufen und noch keine einzige Bewerberin für den Posten des Christkinds 2019 in Sicht. Wie ist die Situation heute und wie fühlt es sich an, das Landsberger Christkind auf dem Christkindlmarkt zu verkörpern? Das Landsberger Tagblatt hat mit zwei ehemaligen Christkindln und dem Pressesprecher der Stadt gesprochen.

Die heute 19-jährige Lea Leis aus Kaufering war 2018 Christkindl und erzählt begeistert von dieser Zeit. „Das Tollste war, wenn die Kinder ins Christkindlhäusl am Hellmairplatz in Landsberg kamen und mit ganz großen Augen fragten, ob ich das echte Christkind bin.“ Und Lea Leis antwortete natürlich: „Ja“. Und da habe man gesehen, wie sehr sich die Kleinen freuen. „Ich arbeite gerne mit Kindern.“

Lea Leis war 2018 das Landsberger Christkind.
Foto: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Auch die Eröffnung des Christkindlmarktes von einem Fenster der VR-Bank Landsberg-Ammersee am Hellmairplatz aus war für Lea Leis ein Erlebnis als gebürtige Landsbergerin: „Zur eigenen Stadt zu sprechen, das war schön.“ Auf die Idee, sich selbst zu bewerben, kam Lea Leis nicht.

Erst der zweite Aufruf bringt erste Bewerbungen

Auch 2018 hatte es bis kurz vor Ende der Anmeldefrist wenig bis gar keine Resonanz gegeben und die Stadt Ende Oktober einen erneuten Aufruf starten müssen. „Mein Freund hat mich damals darauf aufmerksam gemacht“, sagt Lea Leis. In diesem Jahr verstrich die Bewerbungsfrist sogar, ohne dass eine einzige Bewerbung in der Stadtverwaltung einging. Der Pressesprecher der Stadt, Andreas Létang, berichtet, dass die Stadt über die Bewerbung über die Medien, mittels Flyern und Plakaten sowie über Soziale Medien informiert habe. Bis Freitag habe es noch keine Bewerbung gegeben. Mittlerweile hätten sich vier Mädchen gemeldet. Dennoch: „Die Anmeldefrist wurde bis 6. November verlängert.“ Létang weiß von früheren Kandidatinnen, die schon als Kinder in der Rolle der Engerl das Christkind begleiteten. „Wenn ich groß bin, werd’ ich Christkind“, das hätten sich die Engelchen schon als Kind vorgenommen.

Ein himmlischer Job, der für leuchtende Kinder Augen sorgt

Von einem eigenen Casting ist man laut Andreas Létang bei der Stadt abgekommen, da es die teilnehmenden Mädchen sehr unter Erfolgsdruck gesetzt habe. Die Bewerbungsgespräche, die geführt werden, laufen ähnlich ab, seien aber nicht öffentlich und ohne die anderen Bewerberinnen als Konkurrenz. „Es geht schließlich ums Christkindl und nicht um ’Deutschland sucht den Superstar’“, so der Pressesprecher.

Hannah Wein aus Waal – mittlerweile Studentin in Regensburg – würde auf jeden Fall noch einmal in die Rolle des Landsberger Christkinds schlüpfen. „Es ist schon eine Ehre, dieses Amt übertragen zu bekommen“, erzählt die 21-Jährige, die 2016 das Landsberger Christkind darstellte. Für Wein war es damals eine große Freude, für die Kinder, die die Figur des Christkinds noch ernst nehmen, da zu sein. „Man ist auch in gewisser Weise ein Vorbild.“ Schön sei auch der Besuch im Klinikum gewesen. Sie habe vor allem bei Senioren und Kindern vorbeigeschaut und ein frohes Weihnachtsfest gewünscht.

Hanna Wein spielte 2016 das Landsberger Christkind.
Foto: Thorsten Jordan (Archiv)

Das Christkind besucht auch die Patienten im Klinikum

„Einfach da sein und den Menschen Freude schenken“, so beschreibt sie die Aufgabe des Landsberger Chriskindls. „Meine Freunde fanden’s auch cool, und haben mich ein bisschen beneidet.“ Den schließlich durfte Hannah Wein sich schminken lassen und verkleiden, um sich am Christkindlmarkt zu präsentieren. Zu viel Zeit musste sie damals als Schülerin nicht opfern: „Es war nicht so, dass die Schule beeinträchtigt war, es war ja nur ein Termin in der Woche.“ Ein paar Wunschzettel habe sie aufbewahrt. „Auf ein paar habe ich geantwortet.“

Das Casting von früher gibt es nicht mehr

Hannah Wein musste sich damals noch einem Casting unterziehen, insgesamt sechs Bewerberinnen gab es damals. „Wir waren alle furchtbar aufgeregt“, erinnert sie sich. Die Fragen der Jury, die gewissermaßen Kinderfragen stellten, halfen Hannah auch später, auf die Fragen der echten Kinder zu antworten.

Warum es heuer anfangs so wenige Kandidatinnen gab? Hannah Wein glaubt, dass viele gar nicht wüssten, dass sich ganz normale Mädchen bewerben könnten. Sie sei damals über ihre Großmutter auf die Möglichkeit aufmerksam gemacht worden.

Lesen Sie auch unseren Kommentar zum Thema: Christkind: Den Menschen Freude schenken

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