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Windach

29.08.2020

Windach: Die Musik prägt das ganze Leben von Wilfried Schmied

16 Jahre leitete Wilfried Schmid die Geschicke des Bezirks Lech-Ammersee im Musikbund von Ober- und Niederbayern. Dafür wird der 75-jährige Windacher jetzt mit der Ehrenamtsmedaille des Kultusministeriums ausgezeichnet.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Wilfried Schmid aus Windach erhält die Ehrenamtsmedaille des Kultusministeriums für sein Wirken im Musikbund für Ober- und Niederbayern. Welche Anerkennungen ihm noch zuteilwurden.

Ein paar Urkunden und Auszeichnungen für seinen ehrenamtlichen Einsatz hat Wilfried Schmid bereits erhalten. Jetzt wird dem Windacher eine weitere Ehrung zuteil. Er ist einer von zehn Ehrenamtlichen aus dem Bereich der Laienmusik in Bayern, die mit der neu geschaffenen und erstmals vergebenen „Ehrenamtsmedaille für herausragende Verdienste um die Laienmusik“ des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst geehrt werden.

Der Festakt findet – wenn nicht eine zweite oder dritte Pandemie-Welle dazwischenfunkt – am 23. November im Cuvilliéstheater München statt. Laut Ministerium können künftig alle zwei Jahre bis zu zehn Personen diese Ehrung erhalten. Grundlage sind Empfehlungen des Bayerischen Musikrats.

Schmid hat nicht nur in Windach die Blasmusik weiterentwickelt

Dass Laienmusik vom Ehrenamt lebt, wie Kunstminister Bernd Sibler bei der Bekanntgabe der zehn diesjährigen Auserwählten aus sechs bayerischen Regierungsbezirken sagte, dafür ist Wilfried Schmid ein herausragendes Beispiel. Schmid, der erst kürzlich seinen 75. Geburtstag feiern konnte, hat die Blasmusik nicht nur in seinem Heimatort, sondern auch im Bezirk Lech-Ammersee des Musikbundes von Ober- und Niederbayern (MON) viele Jahre lang an entscheidender Stelle geprägt, beeinflusst und weiterentwickelt.

Und nicht nur das: Er vermittelte nachfolgenden Generationen die Freude am gemeinsamen Musizieren und pflegte den Zusammenhalt auch außerhalb der Musik. Bestes Beispiel sind seine Kinder und Enkel, die alle in der Blasmusik zu finden sind. „Wir können alle Register innerhalb der Familie besetzen“, hat er darüber einmal gesagt. Wilfried Schmid trat als Zwölfjähriger der ein Jahr vorher wiederbelebten Musikkapelle Windach bei. Sein Instrument wurde die Posaune, spielen lernte er ohne Notenkenntnisse. Der erste Dirigent Dr. Karl Endres, erinnert er sich, habe allen Instrumentalisten das Spielen nach Gehör beigebracht. „Die Notenwerte habe ich nach und nach selbst gelernt.“

Mit 26 Jahren wird er zum Vorsitzenden gewählt

Im Jahr 1971 wurde ein Vorsitzender für die Musikkapelle eingeführt und Schmid wurde mit gerade mal 26 Jahren von den Mitgliedern der Musikkapelle in dieses Amt gewählt. 30 Jahre lang prägte er in entscheidender Position das musikalische Leben in seiner Heimatgemeinde.

Das umfasste nicht nur Jahreskonzerte und Auftritte bei diversen Feierlichkeiten. Schmid organisierte das 25. Jubiläum der Musikkapelle gemeinsam mit der Feuerwehr. Das 40. wurde dann gleich im Stadel bei Familie Schmid ausgerichtet – wo auch Grillfeste und Geburtstagsfeiern dank aktiver Mithilfe der gesamten Familie über die Bühne gingen. Der „zwischenmenschliche Zusammenhalt“, den Kunstminister Sibler in seiner Würdigung als wichtiges Moment ansprach, ihn pflegte Wilfried Schmid ebenfalls über mehrtägige Musikerausflüge, oft zusammen mit den Eisstockschützen.

Großes Musikfest in der Arena in Kaltenberg

Zurück zur Musik: Dass sich die Musikkapelle Windach bei jährlichen Wertungsspielen beurteilen lässt, war ebenso selbstverständlich wie die Bereitschaft, Bezirksmusikfeste auszurichten. Vier dieser Großveranstaltungen hat Schmid als Vorsitzender mitorganisiert. Dieses Talent hat sich im Bezirk herumgesprochen. 1995 wurde er zum Leiter im Bezirk Lech-Ammersee des MON gewählt und damit Nachfolger von Rudolf Wiblishauser. 16 Jahre lang leitete Wilfried Schmid die Geschicke des Bezirks. Herausragendes Ereignis während dieser Zeit war ein großes Musikfest, für das im Jahr 2000 alle Kapellen des Bezirks in der Arena in Kaltenberg auftraten.

Zudem habe sich der Bezirk Lech-Ammersee unter der Führung von Schmid zu einem leistungsstarken Bezirk innerhalb des MON entwickelt, heißt es in der Beschreibung, die zu der Ehrung führte. 2011 dann gab Schmid die Bezirksleitung ab, wurde aber vom neuen Vorstand mit Bernhard Weinberger an der Spitze zum „Ehrenbezirksleiter“ ernannt. Natürlich ist das musikalische Urgestein auch „Ehrenvorstand“ der Musikkapelle Windach. So ganz nebenbei war Schmid fast 40 Jahre Vorstand bei der Jagdgenossenschaft Windach, 15 Jahre lang Sprecher des Männerchors, ist derzeit Zweiter Vorsitzender im Veteranenverein und war 15 Jahre lang Gemeinderat.

Wilfried Schmid ist derzeit einziger Träger der Bürgermedaille der Gemeinde Windach sowie Träger der Landkreis-Ehrenmedaille.

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