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Windach

06.07.2020

Windach: Erfolg bei der Suche nach Trinkwasser

Die Gemeinde Windach will eine Notversorgung einrichten. Unser Foto entstand im Hochbehälter der Windacher Wasserversorgung.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archivfoto)

Plus Die Gemeinde Windach sucht neue Trinkwasserquellen. Eine Bohrungen bei Schöffelding bringt vielversprechende Erkenntnisse.

Die Gemeinde Windach will eine vom Gesetzgeber eigentlich vorgeschriebene Wassernotversorgung einrichten. In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte Dr. Stefan Hülmeyer vom Büro Blasy-Oeverland den aktuellen Stand und das weitere Vorgehen vor. In dem Waldstück östlich der Kreisstraße von Schöffelding nach Unterfinning seien 2017 bereits erfolgreiche Erkundungsbohrungen durchgeführt worden, so Hülmeyer. Im April 2019 wurde ein ebenfalls erfolgreicher 30-tägiger Pumpversuch durchgeführt. Danach fanden weitere Bohrungen statt, deren Ergebnisse jetzt vorgestellt wurden.

Weitere Erkundungsbohrungen zwischen Dezember 2019 und Februar 2020 fanden statt, um zu erforschen, ob der Gemeinde Eresing durch einen neuen Brunnenstandort südlich ihres Brunnens das Wasser abgegraben werden würde. Denn die Trinkwasserversorgung der Gemeinde Eresing wird von einem Brunnen gespeist, der das Wasser aus der gleichen Schotterrinne entnimmt, die auch für die Wassernotversorgung der Gemeinde Windach angezapft werden soll. Zudem ist die Fließrichtung des Grundwassers von Süden nach Norden. Die Wassernotversorgung der Gemeinde Windach würde folglich vor Eresing Wasser entnehmen. Die Entfernung vom bevorzugten Windacher Standort zum Eresinger Brunnen beträgt drei Kilometer. Der Fachmann sieht wenig bis keine Gefahr für die Wasserversorgung der Gemeinde Eresing. Hülmeyers Fazit: „Der Standort ist aussichtsreich in qualitativer und quantitativer Hinsicht.“

Brunnenausbau mit großen Rohren

Die Empfehlung des Büros sei deshalb ein Brunnenausbau mit großen Rohren, über die zunächst weitere Erkundungsbohrungen durchgeführt werden sollen. Dies sei empfehlenswert, um gesichert nachweisen zu können, dass die mögliche Fördermenge ausreichend sei für Windach. Im schlimmsten Fall sei dies nicht der Fall und die teure Einrichtung müsse rückgebaut werden. Der Standort befinde sich im Staatsforst, Einwände oder eine Verhinderung durch den Eigentümer seien erfahrungsgemäß nicht zu erwarten, erklärte Hülmeyer auf eine entsprechende Nachfrage. Zum Zeitablauf sagte der Ingenieur, möglichst im September sollten die Brunnenbohrungen beginnen.

Windach: Erfolg bei der Suche nach Trinkwasser

Maria Dörner (Freie Wähler) betonte in der Sitzung, dass einzig die Belange der Gemeinde Windach verfolgt werden sollten. Andere Gemeinden, wünscht die Gemeinderätin, sollen zumindest derzeit nicht in die Überlegungen einbezogen werden. Wenige Tage vor der Windacher Sitzung hatte sich auch der Finninger Gemeinderat mit der Suche nach einer neuen Trinkwasserquelle beschäftigt. Diese brachte für die Finninger ein eher ernüchterndes Ergebnis: Bohrungen unter anderem bei Westerschondorf brachten zwar hinreichende Wassermengen zutage. Allerdings wurde auch eine verhältnismäßig große Nitratkonzentration festgestellt, außerdem eine hohe Fließgeschwindigkeit, die ein größeres, bis in die Hofstettener Flur reichendes Wasserschutzgebiet notwendig machen würde.

Gegen ein gemeinsames Projekt ausgesprochen

Deshalb kam man in Finning auch wieder auf frühere Überlegungen einer Zusammenarbeit mit Windach zurück. Bürgermeister Siegfried Weißenbach kündigte an, deswegen den Kontakt mit der Nachbargemeinde zu suchen. Allerdings: Dort erbrachte ein Bürgerentscheid im Herbst 2018 eine Dreiviertelmehrheit für einen Brunnenbau allein für die Bedürfnisse der Gemeinde Windach. Man sprach sich gegen ein gemeinsames Projekt mit den beiden Nachbargemeinden Eresing und Finning aus.

Diesem Ergebnis sei man weiterhin verpflichtet, betonte Bürgermeister Richard Michl auf Nachfrage des LT. Der Wille der Bürger sei ein zweiter Brunnen (als zweites Standbein für die vorhandene Windacher Wasserversorgung), der allein unter der Regie der Gemeinde Windach betrieben wird. Unter Beachtung dieses Grundsatzes wollte Michl aber auch nicht ausschließen, dass man auch der südlichen Nachbargemeinde im Notfall aushelfen könnte, ohne freilich die eigene Versorgungssicherheit zu beeinträchtigen. Im Gemeinderat habe man diese Frage („ein politisch heißes Eisen“) jedoch aktuell nicht erneut diskutiert.

Ergebnis des Bürgerentscheids war sinnvoll

In jedem Fall, so betonte Michl auch, habe sich nach den Finninger Ergebnissen der Windacher Bürgerentscheid als sinnvoll erwiesen. Hätte man stattdessen auf eine gemeinsame Lösung gesetzt, hätte man allein dadurch noch keine Aussicht auf ein zweites Standbein für die Wasserversorgung. In Finning beschäftigt sich der Gemeinderat in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 7. Juli, wieder mit dem Thema Wasser.

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